Autismus-Training: Kommunikation steigt um 37 Prozent in 12 Wochen
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 20:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie der University of Virginia untersuchte die Elektroenzephalogramme von ĂŒber 300 Kindern und Jugendlichen. Das Team um Kevin Pelphrey konzentrierte sich auf das aperiodische Signal â oft als neuronales Rauschen bezeichnet.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Je höher dieses Rauschen, desto schlechter die funktionale Kommunikation. Und das unabhĂ€ngig vom Wortschatz. Die StabilitĂ€t der neuronalen SignalĂŒbertragung scheint entscheidend dafĂŒr zu sein, ob Informationen im sozialen Kontext effektiv ankommen.
Genetische Weichenstellung kurz nach der Geburt
Doch wo liegen die biologischen UrsprĂŒnge? Forscher des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) analysierten 250 Gehirnproben von MĂ€usen mit autismusassoziierten Mutationen. Die Ergebnisse erschienen im Juli in Nature.
Ăberraschend: Trotz unterschiedlicher Mutationen zeigen die frĂŒhen EntwicklungsverlĂ€ufe zunĂ€chst Ă€hnliche Muster. Erst ab dem 14. Tag â beim Menschen etwa der Zeitpunkt der Geburt â weichen die Pfade signifikant voneinander ab.
Eine weitere Analyse in Nature Neuroscience identifizierte zwei biologische Subtypen von Autismus. Der eine zeigt HypokonnektivitĂ€t, der andere HyperkonnektivitĂ€t im Gehirn â mit jeweils eigenen Mechanismen und Verhaltensprofilen.
Training steigert Kommunikation um 37 Prozent
Die Forschung liefert auch konkrete AnsĂ€tze. Wissenschaftler der University of Nevada, Las Vegas stellten eine Pilotstudie mit 42 Kindern vor. Durch âPredictive Cueingâ und âTemporal Entrainment Trainingâ steigerte sich die spontane Kommunikation um 37 Prozent.
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Die Zahlen im Detail: Nach zwölf Wochen stieg die Dauer geteilter Aufmerksamkeit von 1,2 auf 3,7 Sekunden. fMRI-Aufnahmen zeigten eine gesteigerte AktivitĂ€t im superioren temporalen Sulcus â einem Hirnareal, das soziale Informationen verarbeitet.
Parallel gewinnen computergestĂŒtzte Modelle an Bedeutung. Ein âDigital Brain Twinâ namens FEDE erstellt aus MRT- und EEG-Daten patientenspezifische virtuelle Gehirnmodelle. Erste Tests bei Kleinkindern zeigen: VerĂ€nderungen in der NervenzellĂŒbertragung lassen sich virtuell vorhersagen.
Blickverhalten verrÀt Hirnstruktur
Auch die visuelle Wahrnehmung hĂ€ngt direkt mit der Gehirnstruktur zusammen. Eine Studie der UniversitĂ€t GieĂen belegt an 61 Erwachsenen: Wer Gesichter intensiver fixiert, hat gröĂere spezialisierte Areale im SchlĂ€fenlappen.
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FĂŒr die Autismusforschung ist das relevant â Unterschiede im Blickverhalten gehören oft zu den ersten erkennbaren Merkmalen im sozialen Miteinander.
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