Autoimmunerkrankungen, Schübe

Autoimmunerkrankungen: 56% weniger Schübe durch Obexelimab

03.06.2026 - 08:20:42 | boerse-global.de

Der EULAR-Kongress 2026 präsentiert vielversprechende Langzeitdaten zu Efgartigimod, Obexelimab und CAR-T-Zellen bei Myositis, Sjögren und IgG4-Erkrankungen.

Autoimmunerkrankungen: 56% weniger Schübe durch Obexelimab - Bild: über boerse-global.de
Autoimmunerkrankungen: 56% weniger Schübe durch Obexelimab - Bild: über boerse-global.de

Vom 3. bis 6. Juni treffen sich in der britischen Hauptstadt die führenden Rheumatologen der Welt. Im Mittelpunkt stehen vielversprechende Therapieansätze für seltene und komplexe Erkrankungen wie Myositis, Sjögren-Syndrom und IgG4-bedingte Erkrankungen.

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Langzeitdaten zu Efgartigimod bei Myositis

Die ALKIVIA+-Studie des belgischen Biotech-Unternehmens Argenx liefert ermutigende Ergebnisse über 52 Wochen. 37,5 Prozent der Patienten, die durchgehend mit Efgartigimod behandelt wurden, erreichten eine deutliche Verbesserung ihres Gesamtscores (TIS ?60). In der Vergleichsgruppe, die von Placebo auf die aktive Therapie wechselte, lag dieser Wert bei 33,3 Prozent.

Der durchschnittliche TIS-Wert nach 52 Wochen betrug 52,19 in der kontinuierlichen Behandlungsgruppe und 49,62 in der Wechselgruppe. Eine moderate Verbesserung (TIS ?40) verzeichneten drei Viertel der durchgehend Behandelten und zwei Drittel der Wechsler. Das Sicherheitsprofil blieb stabil – ein wichtiges Signal für die klinische Praxis. Die Topline-Ergebnisse der breiter angelegten Phase-3-Studie ALKIVIA werden für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Neue Hoffnung für Sjögren-Patienten

Die Therapielandschaft beim Sjögren-Syndrom erweitert sich rasant. Argenx präsentierte Daten aus der RHO+-Studie über 72 Wochen. Die medianen ClinESSDAI-Werte lagen bei 2,5 für die kontinuierliche Efgartigimod-Gruppe und bei 2,0 für die Wechselgruppe.

Ein echter Meilenstein gelang dem UMC Utrecht. Die am 20. Mai 2026 im Lancet Rheumatology veröffentlichte RepurpSS-II-Studie testete eine Kombination aus Leflunomid und Hydroxychloroquin an 46 Patienten in zwölf Zentren. Nach 24 Wochen zeigte die Kombination eine signifikante Reduktion der Krankheitsaktivität – mit einem ESSDAI-Unterschied von -4,135 Punkten im Vergleich zu Placebo. Dies ist ein bemerkenswerter Fortschritt in der klassischen DMARD-Therapie, die ohne begleitende Immunsuppression auskommt.

Novartis steuerte Zwischenergebnisse der Phase-3-NEPTUNUS-Verlängerungsstudie zu Ianalumab bei, die Daten bis Woche 108 umfassen.

Fortschritte bei seltenen Immunerkrankungen

IgG4-bedingte Erkrankung: 56 Prozent weniger Schübe

Zenas BioPharma präsentierte Ergebnisse der Phase-3-INDIGO-Studie zu Obexelimab. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: Eine 56-prozentige Reduktion des Risikos für Krankheitsschübe im Vergleich zu Placebo. Nach 52 Wochen blieben 73,2 Prozent der Behandelten schubfrei – in der Placebogruppe waren es nur 45,4 Prozent. Das Unternehmen reichte bereits im Mai 2026 einen Zulassungsantrag bei der FDA ein.

Polymyalgia Rheumatica: Größte Phase-3-Studie weltweit

Novartis zeigte Daten der REPLENISH-Studie zu Cosentyx (Secukinumab) bei Polymyalgia Rheumatica. Es handelt sich um die derzeit größte globale Phase-3-Studie zu dieser entzündlichen Erkrankung.

Myasthenia Gravis: Schnelle Wirkung bestätigt

Langzeitdaten zu Zilucoplan (Zilbrysq) aus der RAISE-XT-Verlängerungsstudie belegen: 43 Prozent der Patienten erreichten bereits nach einer Woche ein Ansprechen. Über 120 Wochen verbrachten diese frühen Responder im Median 98,9 Prozent der Zeit im Therapieerfolg. Zudem konnten 61,1 Prozent der Patienten Kortikosteroide reduzieren oder ganz absetzen.

Kniearthrose: Schmerzlinderung bei älteren Patienten

Enlivex präsentierte Phase-IIa-Daten zu Allocetra bei Kniearthrose. Nach drei und sechs Monaten zeigte sich eine statistisch signifikante Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung – besonders bei Patienten ab 60 Jahren. Ein vielversprechender Ansatz für die wachsende Zahl älterer Patienten mit Arthrose.

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CAR-T-Therapie: Revolution bei Autoimmunerkrankungen?

Novartis stellte Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten der AUTOGRAPH-Studien zu seiner CAR-T-Plattform (rap-cel) vor. Die Therapie wird bei Myositis, systemischer Sklerose und systemischem Lupus erythematodes (SLE) getestet – mit Nachbeobachtungsdaten von bis zu 24 Monaten. Sollten sich die frühen Erfolge bestätigen, könnte dies eine neue Ära in der Behandlung schwerer Autoimmunerkrankungen einläuten.

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