Autoimmunerkrankungen, Jugendliche

Autoimmunerkrankungen: Jugendliche haben doppelt so hohes Diabetes-Risiko

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Israelische Langzeitstudie zeigt: Jugendliche mit Autoimmunerkrankungen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Typ-1-Diabetes. AITD und Zöliakie besonders riskant.

Autoimmunerkrankungen bei Jugendlichen: Doppeltes Diabetesrisiko in Langzeitstudie belegt
Medizinisches Fachpersonal bei der Analyse von Daten in einem modernen Labor im Kontext der Autoimmunforschung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jugendliche mit Autoimmunerkrankungen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko, später Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Das zeigt eine israelische Langzeitstudie mit über 1,4 Millionen Probanden.

Erhöhtes Risiko durch vorbestehende Autoimmunität

Die Forscher analysierten Daten von Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren aus den Jahren 1996 bis 2016. Bei vorbelasteten Jugendlichen lag die Diabetes-Inzidenz bei 9,6 pro einer Million Personenjahre, in der Vergleichsgruppe nur bei 4,8.

Besonders zwei Erkrankungen stechen hervor: Eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung (AITD) erhöht das Risiko um fast das Vierfache, eine Zöliakie um knapp das Dreifache. Die Ergebnisse legen nahe: Das Immunsystem neigt bei diesen Patienten generell zu Fehlreaktionen – und kann sich zeitversetzt gegen die insulinproduzierenden Betazellen richten.

Frühe Warnsignale erkennen

Auch subtilere Symptome rücken in den Fokus. Eine Untersuchung aus Taiwan zeigt: Chronisch trockene Augen können ein Vorbote für systemische Autoimmunprozesse sein. Die Augenbeschwerden traten im Schnitt drei Jahre vor der Diagnose von Sjögren-Syndrom, rheumatoider Arthritis oder Vaskulitis auf. Bei Vaskulitis-Patienten fanden die Ärzte zudem häufig begleitende Hornhautschäden.

Technologisch tut sich ebenfalls etwas: Ein Forschungsteam der MedUni Graz arbeitet an einem Labortest zur Früherkennung von Diabetes. Und das IQWiG berichtet, dass die Fundusfotografie beim Screening auf diabetische Retinopathie eine effiziente Alternative zur herkömmlichen Ophthalmoskopie ist – sie lässt sich dezentral einsetzen und macht bei vielen Patienten eine weitere Abklärung überflüssig.

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Neue Therapien gegen Autoimmunität

Die Pharmaforschung setzt auf die Modulation des Immunsystems. Creative Medical Technology Holdings erhielt kürzlich ein US-Patent für eine Therapie mit Exosomen aus stammzellprogrammierten myeloiden Zellen. Das Ziel: eine antigenspezifische Immuntoleranz induzieren.

Auch CAR-T-Zelltherapien machen Hoffnung. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Fallserie dokumentierte unkomplizierte Schwangerschaften bei Frauen, die wegen schwerem Lupus mit CAR-T-Zellen behandelt worden waren. Die Therapie scheint das Immunsystem nachhaltig zu beeinflussen, ohne die reproduktive Gesundheit zu beeinträchtigen.

Technologie hilft – aber belastet auch

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Der Alltag mit Diabetes bleibt fordernd. Eine US-Studie aus JAMA Network Open zeigt: Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemessung (CGM) verbessern zwar die Blutzuckereinstellung, doch viele der 945 befragten Erwachsenen berichten von erheblichem Stress und administrativem Aufwand.

Open-Source-Lösungen für vollautomatische Insulindosierung gelten als vielversprechend, sind aber noch nicht bereit für den breiten Einsatz. Übersichtsarbeiten in Diabetologia weisen darauf hin, dass die DIY-Systeme trotz guter Studienergebnisse zur Zeitersparnis noch nicht für die Routineversorgung geeignet sind.

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