Autonome, Logistik

Autonome Logistik: Südkoreas CJ testet selbstfahrende Lkw in Daegu

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 07:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Südkoreas Logistikriese startet Pilotprojekt für selbstfahrende Lastwagen in urbanen Gebieten. Parallel expandieren autonome Flotten in den USA und im Nahen Osten.

CJ Logistics testet autonome Lkw im Stadtverkehr von Daegu
Ein autonomer Lastwagen fährt im Rahmen eines Logistik-Pilotprojekts auf einer Stadtstraße. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Südkoreas größter Logistikkonzern wagt den Sprung von der Autobahn in die Stadt: Ab September testet CJ Logistics selbstfahrende Lastwagen im urbanen Lieferverkehr der Großstadt Daegu.

Vom Highway in die Innenstadt

Das neue Pilotprojekt markiert einen Wendepunkt für die Branche. Erstmals sollen autonome Lkw nicht nur auf übersichtlichen Autobahnstrecken fahren, sondern sich durch komplexes Stadtgebiet mit Kreuzungen, Fußgängern und dichtem Verkehr navigieren. Die Testfahrten starten im September, der offizielle Pilotbetrieb folgt im Oktober 2026.

Im Einsatz sind dabei 11,5-Tonnen-Lkw, die Fracht zwischen vier Unterterminals transportieren. Die Routen sind zwischen 4,2 und 26 Kilometern lang. Der Betrieb ist bis zur ersten Jahreshälfte 2027 geplant.

Das Stadtprojekt baut auf den Erfahrungen mit dem bestehenden Autobahnbetrieb auf. Seit März 2024 sind die autonomen Lkw gemeinsam mit dem Technologiepartner Mars Auto auf der 218 Kilometer langen Strecke zwischen Incheon und Okcheon unterwegs.

Schutz für Mitarbeiter in der Hitze

Parallel zur Technologie-Offensive setzt das Unternehmen auf Maßnahmen für das Personal. Dazu gehören Kaffeetrucks an den Terminals sowie verpflichtende Ruhezeiten: Auf 50 Minuten Arbeit folgen zehn Minuten Pause. Besonders in der aktuellen Hitzewelle soll das die Beschäftigten schützen.

USA treiben autonomen Güterverkehr voran

Auch in Nordamerika nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Der Technologiekonzern Aurora Innovation hat die kommerzielle Skalierungsphase erreicht. Die zweite Generation seiner autonomen Hardware kostet nur noch halb so viel in der Produktion. Im dritten Quartal sollen 20 bis 25 Lkw ausgeliefert werden, bis Ende 2026 soll die Flotte auf über 200 Fahrzeuge wachsen. Der Produktionspartner Roush will bis Oktober eine Kapazität von 1.000 Lkw pro Jahr erreichen.

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Im Permian Basin, dem wichtigsten Ölfeld der USA, expandiert Atlas Energy Solutions seine autonome Flotte in Zusammenarbeit mit Kodiak. Stand Ende März 2026 waren 28 selbstfahrende Lkw auf 15 Routen unterwegs. Sie haben bereits 7.000 Lieferungen mit insgesamt 450.000 Tonnen Sand absolviert. Am 20. Juli 2026 stellte das Unternehmen mit 176 Lieferungen einen Tagesrekord auf. Bis Mitte 2027 soll die Flotte auf 100 Fahrzeuge wachsen, der Betrieb auf öffentlichen Straßen beginnt Anfang nächsten Jahres.

Naher Osten als neuer Hotspot

Der Nahe Osten entwickelt sich zum wichtigen Testfeld für autonome Logistik. Die Dubai Future Foundation und das Unternehmen Oxa haben das Gemeinschaftsunternehmen SHIFFT gegründet. Es soll autonome Fahrzeuge an Häfen und Flughäfen einsetzen, erste kommerzielle Operationen sind für Ende 2027 in Dubai geplant. Das Projekt unterstützt das regionale Ziel, den Außenhandel bis 2033 zu verdoppeln.

Zudem hat der Anbieter Autonomous A2Z einen Exportvertrag über 11 Milliarden Won mit Space42 in den Vereinigten Arabischen Emiraten abgeschlossen. Geliefert werden 19 Fahrzeuge – darunter ROii-Shuttles sowie umgerüstete Kia- und MAN-Fahrzeuge. Sie kommen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf den Inseln Saadiyat und Yas vor Abu Dhabi zum Einsatz.

Automatisierung in Lagern und Terminals

Die Automatisierungswelle erfasst auch die letzte Meile im Terminalbetrieb. FedEx setzt zunehmend KI-Roboter von Dexterity zum Beladen von Anhängern ein – an Standorten in Maryland und Kalifornien. Zusätzlich integriert der Paketriese Systeme von Pickle Robot und Ambi Robotics für Entladen und Stapeln. DHL hat derweil 1.000 Roboter vom Typ Stretch von Boston Dynamics bestellt. Jeder von ihnen kann bis zu 700 Kartons pro Stunde bewegen.

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Auch die Infrastruktur zieht nach. In Südkorea hat der Bau des automatisierten Containerterminals Gwangyang Phase 3-2 begonnen. Das Projekt umfasst eine Investition von 772,4 Milliarden Won und schafft vier Liegeplätze mit einer Kapazität von 1,36 Millionen TEU. Die Fertigstellung ist für 2029 geplant. Das Terminal soll als Testfeld für heimische Physical-AI- und Automatisierungstechnologien dienen.

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