Autonome Schiffe: IMO verabschiedet ersten globalen MASS Code
27.05.2026 - 01:18:14 | boerse-global.deAuf den Fachmessen Combined Naval Event in Großbritannien und SOF Week in Florida präsentierten Konzerne im Mai 2026 eine neue Generation autonomer Waffensysteme für Luft, Land und See. Das Ziel: Hybrid-Streitkräfte, in denen bemannte und unbemannte Einheiten gemeinsam operieren.
Spanischer Riese für die Royal Navy
Navantia UK enthüllte auf der Messe in Farnborough das Konzept LASV75 – ein 75 Meter langes, unbemanntes Überwasserschiff. Mit über 1.000 Tonnen Verdrängung kommt es komplett ohne Brücke oder Mannschaftsquartiere aus. Der vollelektrische Antrieb und der modulare Rumpf erlauben den Einsatz für Überwachung, Geleitschutz, elektronische Kampfführung und Angriffsmisionen.
Während die Verteidigungstechnik durch autonome Systeme revolutioniert wird, rückt die Absicherung kritischer Infrastrukturen und die damit verbundene Energiesicherheit zunehmend in den Fokus von Investoren. Warum Wasserstoff dabei als Schlüsseltechnologie gilt und welche enormen Investmentchancen dieser Sektor bietet, erfahren Sie in diesem kostenlosen Report. Milliardenchance Wasserstoff: Wie clevere Anleger jetzt vom Verteidigungsboom profitieren
Um diese Großdrohnen zu bauen, investiert Navantia umgerechnet rund 185 Millionen Euro in die Modernisierung seiner vier britischen Werften. Die Bauzeit für größere Kriegsschiffe soll sich dadurch um bis zu 30 Prozent verkürzen. Branchenvertreter rechnen damit, dass die ersten unbemannten Geleitschiffe innerhalb von zwei Jahren einsatzbereit sein könnten – gefertigt vor allem im Werk Appledore.
US-Marine setzt auf Tempo
Parallel treibt die US Navy ihre eigene unbemannte Flotte voran. Sie testet derzeit sieben Prototypen für mittlere unbemannte Überwasserschiffe (MUSV). Bis Oktober 2026 müssen diese bestimmte Leistungsvorgaben erfüllen: eine Reichweite von rund 4.600 Kilometern, eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Knoten und eine Nutzlast von 25 Tonnen. Wer die Kriterien erfüllt, erhält umgerechnet rund 14 Millionen Euro für die Weiterentwicklung. Die Einsatzbereitschaft ist für das Haushaltsjahr 2027 geplant.
3D-Druck revolutioniert Schiffsbau
Eine technische Premiere gelang Hyperion Systems in Westaustralien: Die ASTRA 460 ist ein 4,6 Meter langes unbemanntes Boot, dessen Rumpf im 3D-Druckverfahren aus recycelten Polymeren gefertigt wird. Die Produktion dauert rund 40 Stunden. Das Ergebnis: ein 40 Knoten schnelles Gefährt mit 200 Kilometern Reichweite. Die Tests beginnen noch im Mai 2026.
Luftgestützte Systeme mit doppelter Reichweite
Auf der SOF Week in Florida präsentierte Teledyne FLIR Defense die Rogue 1 Block 2 – eine weiterentwickelte Loitering-Munition. Die Reichweite verdoppelt sich auf 20 Kilometer bei einer Geschwindigkeit von rund 110 km/h. Neue Batterien liefern 20 Prozent mehr Ausdauer, ein verbesserter Gefechtskopf durchschlägt Panzerungen. Die Auslieferung beginnt noch 2026.
AeroVironment stellte ebenfalls in Florida die Plattform AV_Halo INSTINCT und das Sensorsystem DETECT RF vor. Die Technologie soll die kognitive Belastung von Bedienern reduzieren – durch sprachgesteuerte Aufgabenverwaltung und KI-gestützte Funkerkennung. Ziel: Die Zeit zwischen Entdeckung und Aktion drastisch verkürzen. Beide Systeme sind seit Mai 2026 bestellbar.
Rekordflug und indischer Hubschrauber
Am 19. Mai 2026 absolvierten Saab und General Atomics in Südkalifornien den Erstflug einer neuen Frühwarnlösung. Das Radar LoyalEye von Saab wurde auf einer MQ-9B-Drohne integriert. Die Kombination soll über 40 Stunden Ausdauer für Langstreckenüberwachung bieten.
Indien meldet Fortschritte beim unbemannten Hubschrauber RUAV-200 von Hindustan Aeronautics. Das 200 Kilogramm schwere System mit Koaxialrotor absolviert derzeit Bodentests. Der Erstflug steht in den kommenden Monaten an. Die Nutzlast beträgt 40 Kilogramm, die Einsatzhöhe bis zu 6.000 Meter.
Spanien zeigt Integration in Echtzeit
Wie die neue Technik im Verbund funktioniert, demonstrierten Airbus Helicopters und die spanische Marine am 26. Mai 2026. Ein H135-Hubschrauber steuerte aus der Luft zwei verschiedene Drohnentypen – Flexrotor und A900. Das „HTeaming"-System erlaubte der Besatzung, die Drohnen zu führen, während die Daten in das NAIAD-System eines Patrouillenbootes von Navantia eingespeist wurden.
Wasserstoffantrieb fürs Gefecht
Auch alternative Antriebe gewinnen an Bedeutung. Die US-Armee schloss Anfang 2026 eine Rahmenvereinbarung mit Heven AeroTech für die Wasserstoff-Drohne Z1. Das Senkrechtstarter bietet über zehn Stunden Flugzeit und wird durch taktische Wasserstofferzeugungsprogramme des Pentagons unterstützt. Die Vereinbarung gilt seit Januar 2026 und erlaubt beschleunigte Beschaffung.
Die Verbindung von modernster Verteidigungstechnologie und innovativer Energieversorgung markiert eine stille Revolution in der globalen Sicherheitsstrategie. Warum Experten in Wasserstoff die neue Verteidigungswährung sehen und was das für resiliente Infrastrukturen bedeutet, beleuchtet dieser exklusive Gratis-Report. Rüstung, Resilienz und Rendite: Jetzt den kostenlosen Report herunterladen
Für den Bodeneinsatz brachte Teledyne FLIR Defense den FirstLook 125 auf den Markt – einen werfbaren Aufklärungsroboter von 2,6 Kilogramm. Er überlebt Stürze aus fünf Metern Höhe und teilt sich die Steuerung mit der Nano-Drohne Black Hornet 4. GPS ist für den Einsatz nicht zwingend erforderlich.
Erste globale Regeln für autonome Schifffahrt
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) verabschiedete am 25. Mai 2026 in London den ersten globalen Regelwerksentwurf für autonome Schiffe – den MASS Code. Er definiert vier Autonomiestufen für Handelsschiffe. Derzeit noch freiwillig, soll ab 2028 eine verbindliche Version entstehen. Die Einführung ist für 2032 geplant.
Einsatz in der Straße von Hormus
Die Royal Navy bereitet derzeit Minenräumoperationen in der Straße von Hormus vor. Autonome Sonar-Drohnen und ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge, eingesetzt vom Versorgungsschiff RFA Lyme Bay, sollen die Blockade von rund 6.000 Schiffen lösen. Die aktive Phase beginnt jedoch erst nach einem formellen Friedensabkommen in der Region.
Ausblick: Modulare Standards setzen sich durch
Die Industrie bewegt sich auf einen standardisierten Modulbau zu – erkennbar am LASV75 und den US-MUSV-Anforderungen. Diese Bauweise erlaubt die schnelle Umrüstung unbemannter Schiffe für verschiedene Missionen: vom Geleitschutz für Handelsschiffe bis zur elektronischen Kampfführung.
Die zweite Jahreshälfte 2026 verspricht weitere Meilensteine: die Auslieferung der Rogue 1 Block 2, die ersten Flugtests des indischen RUAV-200 und – entscheidend für die US Navy – der Abschluss der MUSV-Prototypentests bis Oktober. Dann zeigt sich, welche Entwürfe ab 2027 in Serie gehen. Die „Hybrid-Flotte" wird greifbare Realität.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
