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Autonome Taxis: Waymo rüstet 3.800 Fahrzeuge nach Flut-Pannen auf

26.05.2026 - 09:30:34 | boerse-global.de

Waymo expandiert nach Boston, kämpft aber mit wetterbedingten Ausfällen und einem Software-Rückruf in den USA.

Autonome Taxis: Waymo rüstet 3.800 Fahrzeuge nach Flut-Pannen auf - Foto: über boerse-global.de
Autonome Taxis: Waymo rüstet 3.800 Fahrzeuge nach Flut-Pannen auf - Foto: über boerse-global.de

Der Schritt in den Nordosten der USA kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen sowohl Rekordzahlen bei den Fahrten als auch technische Pannen verkraften muss.

Neue Front im Nordosten

Die Expansion nach Boston ist Teil einer größeren Strategie von Alphabet, die Abhängigkeit von Werbeeinnahmen zu verringern. Doch der Zeitpunkt ist heikel: Am 25. Mai 2026 hat Massachusetts die „App Drivers Union“ als offizielle Vertretung für rund 70.000 Fahrer von Uber und Lyft anerkannt – ein Novum in den USA. Die Gewerkschaft darf nun Tarifverhandlungen aufnehmen, gestützt auf ein 2024 per Volksentscheid beschlossenes Gesetz.

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Gouverneurin Maura Healey nannte die Zertifizierung einen historischen Meilenstein für Arbeitnehmerrechte. Für Waymo stellt sich die Frage, wie das autonome Modell in dieses zunehmend regulierte Umfeld passt. Zwar beschäftigt Waymo keine menschlichen Fahrer, doch der rechtliche Rahmen für App-basierte Verkehrsdienste könnte auch die Bedingungen für autonome Anbieter beeinflussen.

Technische Pannen setzen Waymo zu

Der Expansionskurs wird von einer Serie von Betriebsunterbrechungen überschattet. Waymo hat den Dienst in sechs Städten vorübergehend eingestellt: Atlanta, Nashville, Austin, Dallas, Houston und San Antonio. Auslöser waren schwere Regenfälle und Überschwemmungen, die die Grenzen der autonomen Software aufzeigten.

Besonders brisant: Am 23. Mai 2026 blieb ein fahrerloses Waymo-Fahrzeug in Atlanta in einer überfluteten Straße stecken. Nur einen Monat zuvor, am 20. April, wurde ein Fahrzeug in San Antonio von den Fluten erfasst und weggespült. Verletzt wurde niemand, doch der Vorfall in Texas führte zu einem freiwilligen Software-Rückruf.

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Fast 3.800 Fahrzeuge waren von dem Rückruf betroffen. Waymo-Ingenieure arbeiten an Updates, damit die Flotte tiefes Wasser künftig besser erkennt und umfährt. Zusätzlich pausierte das Unternehmen Ende Mai den Betrieb auf Schnellstraßen in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami. Grund: Die Software soll komplexe Situationen mit überfluteten Straßen und Baustellen besser meistern.

Rekordwachstum trotz Hindernissen

Die finanziellen Kennzahlen sprechen eine andere Sprache. Im ersten Quartal 2026 absolvierte Waymo erstmals über 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Möglich wurde dies durch eine Kapitalspritze von 16 Milliarden Euro im Februar, die den Unternehmenswert auf rund 126 Milliarden Euro trieb.

Das Geld fließt in neue Fahrzeugplattformen: Waymo integriert derzeit die Modelle „Ojai“ und den Hyundai Ioniq 5 in seine Flotte. Die Kosten pro Fahrt liegen zwar rund 30 Prozent über denen herkömmlicher Fahrdienste, doch bestimmte Nutzergruppen schätzen das Angebot besonders. Vor allem sehbehinderte Fahrgäste loben die Privatsphäre und die Unabhängigkeit, die ein Fahrzeug ohne menschlichen Fahrer bietet.

Nächste Ziele: Las Vegas, San Diego – und London

Boston ist nur ein Puzzlestück in Waymos Expansionsplan. Bestätigt sind bereits Starts in Las Vegas, San Diego und London. Der Schritt nach Großbritannien zeigt das wachsende Vertrauen in die Technologie, sich an unterschiedliche Regularien und Verkehrsstrukturen anzupassen.

Doch die unmittelbare Priorität liegt auf der Software-Verbesserung für sogenannte Edge Cases – extreme Wetterlagen und unberechenbare Baustellen. Der Betrieb auf normalen Straßen in Städten wie Phoenix und San Francisco läuft währenddessen weiter.

Für Boston bedeutet das: Waymo muss beweisen, dass die Technik mit den verwinkelten Straßen und den harten Wintern im Nordosten klarkommt. Ein Erfolg in der Hauptstadt von Massachusetts wäre der ultimative Beleg, dass autonome Taxis auch in alten, dicht besiedelten Zentren funktionieren. Die Flotte umfasst derzeit über 3.700 Fahrzeuge – genug Material für den nächsten Schritt.

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