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Autonomes Fahren: NHTSA streicht Bremspedal-Pflicht für Cybercab

26.06.2026 - 07:42:05 | boerse-global.de

US-Behörde streicht Pedal-Pflicht für autonome Fahrzeuge. Teslas Cybercab profitiert, doch ein tödlicher Unfall und neue Untersuchungen belasten den Fortschritt.

NHTSA will Bremspedal-Pflicht kippen: Meilenstein für Teslas Cybercab
Autonomes - Ein futuristischer Tesla Cybercab, ein autonomes Fahrzeug ohne Lenkrad oder Pedale, fährt durch eine neonbeleuchtete Straße in Las Vegas. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA will die Pflicht zu Bremspedalen in autonomen Fahrzeugen abschaffen – ein Meilenstein für Teslas Cybercab.

Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) leitete am 25. Juni 2026 ein Regelungsverfahren ein, um die Vorgabe manueller Bremspedale in Fahrzeugen zu streichen, die speziell für autonomes Fahren konzipiert sind. Die Änderung betrifft den Bundesstandard für Fahrzeugsicherheit Nr. 135 und öffnet den Weg für Teslas Cybercab – ein Fahrzeug, das weder Lenkrad noch Pedale besitzt. NHTSA-Direktor Jonathan Morrison bezeichnete den Schritt als Versuch, unnötige Hürden für die Autonomie-Technologie zu beseitigen.

Massenproduktion und Zulassung

Das Cybercab läuft seit April 2026 in Teslas Gigafactory in Texas vom Band. Beobachter zählten zuletzt über 100 Einheiten, die dort für Validierungstests bereitstehen. Tesla hat seine Full-Self-Driving-Software (FSD) im Bundesstaat Texas als SAE Level 4 selbst zertifiziert – das System kann also unter bestimmten Bedingungen völlig ohne menschlichen Eingriff fahren.

Parallel dazu baut Tesla die Infrastruktur für ein Ride-Hailing-Netzwerk auf. Das Unternehmen beantragte bei der Verkehrsbehörde von Nevada eine Genehmigung für den Betrieb autonomer Fahrzeuge im Großraum Las Vegas. Rund 3,1 Millionen Euro investierte Tesla in eine 3.400 Quadratmeter große Anlage in Las Vegas mit Superchargern und Hebebühnen. Zudem läuft die Rekrutierung von Flottenpersonal.

Tödlicher Unfall überschattet Fortschritt

Die regulatorischen Erfolge werden von einem schweren Zwischenfall überschattet. Am 19. Juni 2026 raste ein Tesla Model 3 in Katy, Texas, in ein Wohnhaus. Eine 76-jährige Frau kam ums Leben. Der Fahrer behauptete, das Fahrzeug sei im autonomen Modus unterwegs gewesen.

Die Familie des Opfers reichte Klage ein und fordert Schadenersatz in Millionenhöhe. Teslas KI-Chef Ashok Elluswamy erklärte, die Fahrzeugdaten zeigten, dass der Fahrer das Gaspedal voll durchgetreten hatte – das Auto erreichte 117 km/h. Die NHTSA leitete eine Sonderuntersuchung ein. Erst Anfang des Jahres war Tesla in einem anderen Fall zu einer Zahlung von rund 240 Millionen Euro verurteilt worden.

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Am 24. Juni 2026 wurden zudem Berichte über eine neue NHTSA-Untersuchung bekannt, die sich speziell auf das Cybercab und Robotaxi-Operationen richtet – möglicherweise eine Verzögerung für den breiten Einsatz.

Finanzielle Durststrecke und Wettbewerb

Tesla durchläuft eine Phase sinkender Gewinne. 2025 brach der Nettogewinn um 46 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro ein, der Umsatz mit Fahrzeugen fiel um zehn Prozent. Regulierungsgutschriften machten 52 Prozent des Nettogewinns aus. Das erste Quartal 2026 zeigt jedoch Erholung: Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 136 Prozent auf 941 Millionen Euro zu.

Der Wettbewerb im autonomen Ride-Hailing verschärft sich:

  • Waymo rief im Mai und Juni 2026 Tausende Robotaxis zurück – Probleme mit Baustellen und Fluterkennung.
  • Xpeng startete im März 2026 die Großserienproduktion von Robotaxis und rollte das Programm im Mai aus.
  • Amazon (Zoox) präsentierte ein serienreifes, pedal-loses Robotaxi und plant den Start später in diesem Jahr.
  • Uber soll angeblich 500 Millionen Euro für Partnerschaften mit Robotaxi-Anbietern bereitstellen.

Software-Verzögerung und Energiegeschäft

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Teslas Zeitplan für autonomes Fahren bleibt von der Softwareentwicklung abhängig. Die Veröffentlichung von FSD Version 15 wurde auf Ende 2026 verschoben. Analysten von Jefferies schätzen den kumulierten Mittelabfluss für Tesla in den Jahren 2025 und 2026 auf 7,8 Milliarden Euro.

International baut Tesla sein Europa-Geschäft aus. In Berlin soll die Produktion um 20 Prozent auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche steigen. Zudem sicherte sich Tesla einen Mehrjahresvertrag mit NatPower über die Installation von mindestens 25 Gigawattstunden Batteriespeicher in Italien und Großbritannien. Das Energiegeschäft hatte 2025 mit 46,7 GWh einen Rekord erzielt.

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