AV-Block, LBBAP

AV-Block: LBBAP senkt schwere Ereignisse nach 24 Monaten auf 2,4 Prozent

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei AV-Block und hohem Stimulationsbedarf traten mit LBBAP über zwei Jahre seltener schwere klinische Ereignisse auf.
Ein steriler, moderner medizinischer Untersuchungsraum mit neutralen Oberflächen und sanftem, klinischem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Schrittmachertherapie bei Patientinnen und Patienten mit atrioventrikulärem Block (AV-Block) steht vor einem Wandel hin zu physiologischeren Stimulationsformen.

Wie die im Fachjournal JAMA veröffentlichte LEAP-Block-Studie des Fuwai Hospital in Peking darlegt, bietet die Stimulation des linken Schenkelbereichs (Left Bundle Branch Area Pacing, LBBAP) deutliche klinische Vorteile gegenüber der konventionellen rechtsventrikulären Schrittmachertherapie. Untersucht wurden Betroffene mit AV-Block und erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion (LVEF), die sich im Sinusrhythmus befanden.

Signifikante Senkung schwerer klinischer Ereignisse

In der randomisierten Untersuchung senkte die LBBAP-Methode das primäre kombinierte Outcome – bestehend aus Tod, Herzinsuffizienz-Ereignissen und der Notwendigkeit eines Upgrades auf eine biventrikuläre kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) – nach 24 Monaten auf 2,4 Prozent im Vergleich zu 12,5 Prozent unter rechtsventrikulärer Stimulation (P=0,003). Die rechtsventrikuläre Kontrollgruppe wurde dabei überwiegend septal stimuliert.

Nach der Kaplan-Meier-Schätzung lag die kumulative Inzidenz nach 24 Monaten bei 5,0 Prozent in der LBBAP-Gruppe gegenüber 13,2 Prozent bei der rechtsventrikulären Stimulation. Dies entspricht einer Hazard Ratio (HR) von 0,37 bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,19 bis 0,73. Die Daten unterstreichen eine deutliche Überlegenheit des physiologischen Ansatzes zur Vermeidung von Herzinsuffizienz-Folgen.

Studiendesign und methodische Details

Für die LEAP-Block-Studie rekrutierten die Forschenden am Fuwai Hospital im Zeitraum von 2021 bis 2023 insgesamt 482 Teilnehmende mit AV-Block. Als Korrespondenzautoren der Untersuchung zeichnen Xiaohan Fan und Yan Yao vom dortigen Cardiac Arrhythmia Center verantwortlich.

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Technisch kam bei der LBBAP-Prozedur eine Kombination aus einer C315-His-Schleuse und einer 3830-lumenlosen Sonde zum Einsatz. Ziel des Verfahrens ist es, das körpereigene Reizleitungssystem direkter anzusprechen und dadurch eine asynchrone Kontraktion der Herzkammern zu vermeiden, wie sie bei herkömmlicher Stimulation häufiger auftreten kann.

Die Ergebnisse sind insbesondere für jene Patientengruppen relevant, die eine hochfrequente ventrikuläre Stimulation benötigen, definiert als ein Stimulationsanteil von mehr als 40 Prozent der Zeit.

Einordnung in bestehende Leitlinien

Die neuen Ergebnisse liefern zusätzliche Evidenz für die klinische Praxis bei Schrittmacherimplantationen. Bereits im Jahr 2023 veröffentlichte die Heart Rhythm Society Leitlinien zur physiologischen Stimulation, die den Stellenwert dieser Techniken hervorhoben.

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Die Resultate der LEAP-Block-Studie belegen, dass Patientinnen und Patienten mit AV-Block, erhaltener Pumplektion und Sinusrhythmus messbar von LBBAP profitieren, wenn ein hoher Stimulationsbedarf besteht. Vor allem das Risiko für Herzinsuffizienz-Komplikationen und nachfolgende Systemwechsel lässt sich im Vergleich zur rechtsventrikulären Stimulation über einen Zeitraum von zwei Jahren substanziell verringern.

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