AWS, Blackwell-Cloud

AWS baut Blackwell-Cloud aus: 4,6x schnellere KI-Inferenz

26.06.2026 - 05:49:05 | boerse-global.de

ASUS und MSI präsentieren neue Grafikkarten, AWS integriert Blackwell-Chips. Lieferengpässe bei GDDR7-Speicher treiben Preise in die Höhe.

Nvidia Blackwell: Neue GPUs, AWS-Cloud und Lieferengpässe
AWS - Nahaufnahme einer futuristischen NVIDIA Blackwell GPU, die in grünem und blauem Licht leuchtet, umgeben von abstrakten digitalen Schaltkreisen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich mehrere Hersteller präsentierten diese Woche neue Hardware, während Amazon Web Services (AWS) den Einsatz professioneller Blackwell-Chips in seinen Rechenzentren bestätigte. Für den deutschen Markt bedeutet das: mehr Leistung bei KI-Anwendungen und neue Optionen für Gamer und Unternehmen.

Neue Grafikkarten von ASUS und MSI

ASUS stellte am 25. Juni die TUF Gaming GeForce RTX 5080 mit 16 GB GDDR7-Speicher vor. Die Karte setzt auf ein spezielles Kühlsystem mit 3,6-Slot-Vapor-Chamber und Axial-Tech-Lüftern, die laut Hersteller einen um 23 Prozent höheren Luftstrom ermöglichen. Ein besonderes Feature: Der abnehmbare GC-HPWR-Adapter verträgt bis zu 1000 Watt. Technisch glänzt die Karte mit Tensor Cores der fünften Generation, RT Cores der vierten Generation und Unterstützung für DLSS 4.5.

Parallel dazu brachte MSI die GeForce RTX 5060 8G GAMING OC V1 auf den Markt. Die Einstiegskarte der Blackwell-Reihe taktet mit 2587 MHz im Boost-Modus, per Software sind bis zu 2602 MHz möglich. Das Kühlsystem Twin Frozr 10 mit Stormforce-Lüftern und vernickelter Kupferbasis soll auch unter Volllast für stabile Temperaturen sorgen.

Cloud-Infrastruktur: AWS setzt auf Blackwell

Bereits einen Tag zuvor gaben NVIDIA und AWS eine Ausweitung ihrer Partnerschaft bekannt. Im Fokus: die Beschleunigung von KI-Inferenz und Vektorsuche. Neue EC2 G7-Instanzen mit der RTX PRO 4500 Blackwell GPU sind seit dem 18. Juni in den AWS-Regionen Ohio und Oregon verfügbar. Die Leistungsdaten sind beeindruckend: Bis zu 4,6-mal schnellere KI-Inferenz und 2,1-mal bessere Grafikleistung im Vergleich zur Vorgängergeneration G6.

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Die Zusammenarbeit etabliert zudem Nvidias cuVS als Standard für Vektor-Indizierung in OpenSearch Serverless. Branchenexperten zufolge ermöglicht das eine bis zu zehnmal schnellere Indizierung bei etwa einem Viertel der bisherigen Kosten. AWS hat zudem den Status „Exemplar Cloud“ für GB300-Training erreicht und plant, im Laufe des Jahres 2026 mehr als eine Million Blackwell- und Rubin-GPUs zu installieren.

Auch Dell zog nach: Der Konzern launchte den PowerRack, eine schlüsselfertige Lösung für Compute und Storage. Die Dell AI Factory unterstützt jetzt agentische KI, spezielle Workstation-Hardware soll im Juli 2026 erscheinen, weitere Storage-Lösungen folgen in der zweiten Jahreshälfte.

Lieferengpässe und Preisrallye

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Doch die Euphorie hat einen Haken: Die Branche kämpft mit erheblichen Lieferkettenproblemen. Ein weltweiter Mangel an GDDR7-Speicher hat die Produktion bestimmter GPU-Modelle um 30 bis 40 Prozent einbrechen lassen. Die Folge sind drastische Preissteigerungen. In den USA verteuerten sich begehrte Modelle wie die RTX 5080 um rund 43 Prozent.

Exportbeschränkungen treiben die Preise auf internationalen Märkten zusätzlich in die Höhe. Auf dem chinesischen Sekundärmarkt haben sich die Preise für eingeschränkte Blackwell-Modelle in den letzten Monaten verdoppelt. So kosten DGX B300-Systeme umgerechnet knapp eine Million Euro, professionelle Blackwell-Karten liegen bei fast 18.000 Euro.

Software-Updates in Aussicht

Die Software-Seite der Blackwell-Einführung entwickle sich ebenfalls weiter, so Branchenbeobachter. Zwar hatte die RTX 50-Serie anfangs mit fehlender Feature-Reife zu kämpfen, doch für August 2026 ist ein bedeutendes Update für Ray Reconstruction via DLSS 4.5 angekündigt. Nvidias Marktkapitalisierung lag zuletzt bei umgerechnet rund 4,5 Billionen Euro – ein klares Signal, wie sehr die Branche auf die neue Architektur setzt.

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