AWS sichert sich 2 Millionen NVIDIA-GPUs für KI-Infrastruktur
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 00:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Amazon Web Services und NVIDIA haben ihre Zusammenarbeit im Bereich Künstliche-Intelligenz-Infrastruktur deutlich ausgeweitet. Der Cloud-Anbieter sicherte sich zwei Millionen zusätzliche Nvidia-GPUs der Generationen Blackwell Ultra, Rubin und Rubin Ultra für den Einsatz in seinen Rechenzentren in den Jahren 2027 und 2028. Damit übertrifft AWS die zuvor eingegangene Verpflichtung über eine Million GPUs aus dem laufenden Jahr, sodass die Gesamtzahl der gesicherten Chips nun drei Millionen übersteigt. Der Deal soll einen Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar haben.
Milliardenschwere Lieferverpflichtungen bei NVIDIA
Die Ausweitung der Partnerschaft fällt in eine Phase, in der NVIDIA seine Position als zentraler Lieferant für KI-Recheninfrastruktur weiter ausbaut. Nach den jüngsten Quartalszahlen des Chipherstellers verzeichnete das Unternehmen im zweiten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, wobei allein das Rechenzentrumsgeschäft 89 Milliarden Dollar beisteuerte – ein Plus von 117 Prozent im Jahresvergleich.
Für das dritte Quartal stellte NVIDIA einen Umsatz von 108 Milliarden Dollar in Aussicht. Besonders bemerkenswert sind die gesamten Lieferverpflichtungen des Unternehmens, die sich mittlerweile auf 279 Milliarden Dollar belaufen – ein Wert, der die Größenordnung der Nachfrage nach Nvidia-Hardware über den AWS-Deal hinaus verdeutlicht.
Regierungs-Workloads und neue Chip-Architekturen
Die erweiterte Zusammenarbeit umfasst neben den Blackwell-Ultra-, Rubin- und Rubin-Ultra-GPUs auch NVIDIA Vera CPUs sowie die Verbindungstechnologie NVLink Fusion in Kombination mit NVHBM-Speicher.
Ein Teil der Kapazitäten ist gezielt für staatliche Anwendungen reserviert: 100.000 GPUs sind für KI-Fabriken der US-Regierung vorgesehen, die speziell für IL6+-Workloads – also besonders sicherheitssensible Anwendungsfälle – ausgelegt sind. Zudem sollen NVIDIA-Nemotron-Modelle künftig über AWS Bedrock und SageMaker verfügbar sein.
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Die Partnerschaft erstreckt sich außerdem auf beschleunigte Datenverarbeitung mittels cuDF und cuVS sowie auf Robotik-Anwendungen, bei denen NVIDIA Jetson, Omniverse und Isaac zum Einsatz kommen. Amazon Robotics nutzt die NVIDIA-Plattform bereits in eigenen Anwendungen.
Eigene Chips als Ergänzung
Trotz der massiven Nvidia-Beschaffung setzt AWS parallel auf eine Balance zwischen fremder und eigener Hardware. Die selbst entwickelten Trainium- und Inferentia-Chips sollen die Nvidia-GPUs im Rechenzentrumsbetrieb ergänzen.
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Die kommende Trainium4-Generation soll ebenfalls NVLink Fusion und NVHBM-Technologie nutzen, während die aktuelle Trainium3-Generation nach Unternehmensangaben eine um 40 Prozent verbesserte Preis-Leistung bietet. Der neue Graviton5-Prozessor verfügt über 192 Kerne. Der Umsatz aus AWS-eigener Chip-Entwicklung liegt inzwischen auf einer Jahresrate von 25 Milliarden Dollar.
Auf der Instanz-Seite kündigte AWS zudem neue G7-Instanzen an, die gegenüber der Vorgängergeneration G6 eine 4,6-fach höhere KI-Inferenzleistung sowie eine 2,1-fach verbesserte Grafikleistung bieten sollen.
Zur Ankündigung äußerten sich sowohl AWS-CEO Matt Garman als auch NVIDIA-CEO Jensen Huang. Konkrete Finanzdetails zur neuen Vereinbarung wurden von den Unternehmen nicht veröffentlicht.
