Axl und Knochenmasse: BGB324 steigert den Aufbau im Mausmodell
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 10:14 Uhr | Redaktion boerse-global.deUntersuchungen an der Universität Ulm liefern neue Einblicke in die molekularen Mechanismen des Knochenstoffwechsels. Ein Forschungsteam der Universität hat die Funktion des Eiweißmoleküls Axl analysiert, das zur Gruppe der sogenannten TAM-Rezeptoren gehört. Die Ergebnisse zeigen, dass das Protein als natürlicher Hemmfaktor beim Knochenaufbau wirkt. Wird dieser Signalweg gezielt unterbrochen, lässt sich die Knochenbildung stimulieren.
Das Eiweißmolekül Axl als Bremse der Knochenbildung
Im Zentrum der wissenschaftlichen Arbeit steht die Rolle von Axl bei der Regulierung knochenbildender Zellen. Die Ulmer Forschenden stellten fest, dass das Eiweißmolekül den Aufbau neuer Knochensubstanz bremst. Im Laborversuch zeigte sich, dass eine medikamentöse Blockade des TAM-Rezeptors dazu führt, dass Knochenzellen deutlich mehr Knochensubstanz bilden.
Geleitet wurde das Forschungsprojekt an der Universität Ulm von Prof. Jan Tuckermann, Prof. Anita Ignatius und Dr. Mubashir Ahmad. Die vollständigen Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Bone Research unter dem Titel Ahmad et al. (Volume 14, 2026; DOI 10.1038/s41413-026-00554-0) publiziert.
Signifikanter Zuwachs an Knochenmasse im Tiermodell
Über die Zellkulturexperimente hinaus überprüften die Wissenschaftler den Ansatz an lebenden Organismen. Im Mausmodell untersuchten sie die Wirkung einer gezielten Hemmung des Rezeptors durch den Wirkstoff BGB324.
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Nach einer Behandlungsdauer von 2–4 Wochen mit BGB324 dokumentierten die Forschenden einen deutlichen Anstieg der Knochenmasse. Dieser Zuwachs an Knochensubstanz zeigte sich sowohl in den Oberschenkelknochen als auch in den Wirbeln der behandelten Tiere. Die gezielte Hemmung des Proteins regte somit die Neubildung von Skelettstrukturen an zentralen Stellen des Körpers an.
Verträglichkeit und bestehende klinische Erprobung
Neben der Wirksamkeit analysierte das Forschungsteam der Universität Ulm auch mögliche Begleiterscheinungen der Therapie. Als Nebenwirkung registrierten die Wissenschaftler am 20. Oktober 2026 lediglich einen leichten, unbedenklichen Rückgang der weißen Blutkörperchen. Erkennbar schädliche Nebenwirkungen wurden im Rahmen der Versuche nicht beobachtet.
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Für die weitere Erforschung der Knochengesundheit bietet der verwendete Hemmstoff einen spezifischen Vorteil: Der Wirkstoff BGB324 ist in der medizinischen Forschung kein Unbekannter. Die Substanz wird bereits im Rahmen klinischer Studien zur Behandlung von Krebserkrankungen erprobt.
Die Erkenntnisse der Ulmer Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Blockade des TAM-Rezeptors Axl über die Onkologie hinaus auch neue Ansätze zur Förderung der Knochensubstanz eröffnen könnte.
