Azure-Datenleck, Hacker

Azure-Datenleck: Hacker verkauft 3,64 Millionen DatensÀtze

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Hacker will Daten aus Microsoft-Clouds großer Firmen erbeutet haben. Experten halten die Informationen fĂŒr echt, Unternehmen bestreiten die AktualitĂ€t.

Microsoft Azure: Hacker bietet 3,64 Mio. DatensĂ€tze großer Konzerne zum Verkauf an
Ein modern beleuchteter Serverraum mit dunklen ServerschrĂ€nken in einer professionellen, atmosphĂ€rischen Aufnahme. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Ein unter dem Pseudonym „TheHatman“ agierender Akteur behauptet, Zugriff auf sensible Informationen aus Microsoft Azure- und Entra-Umgebungen zahlreicher Großunternehmen erlangt zu haben. Insgesamt sollen rund 3,64 Millionen DatensĂ€tze aus dem Umfeld internationaler Konzerne exfiltriert worden sein.

Die zum Verkauf angebotenen Informationen umfassen laut Berichten eine breite Palette an sensiblen Details, darunter Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und physische Anschriften sowie interne Identifikationsmerkmale.

Umfangreiche Datenpakete namhafter Konzerne im Angebot

In einschlĂ€gigen Kreisen werden die angeblichen Exfiltrationsergebnisse detailliert nach betroffenen Unternehmen aufgeschlĂŒsselt. Den grĂ¶ĂŸten Anteil nimmt laut den Angaben des Hackers die Fast-Food-Kette McDonald’s mit 1,7 Millionen DatensĂ€tzen ein. Weitere betroffene Unternehmen seien der IT-Dienstleister TCS mit 800.000 EintrĂ€gen sowie Vodafone mit 425.000 DatensĂ€tzen.

Auch fĂŒr weitere namhafte Dienstleister und Handelsketten sollen Daten vorliegen: HCL wird mit 250.000 DatensĂ€tzen gelistet, gefolgt von der InterContinental Hotels Group (IHG) mit 185.000 und Kyndryl mit 170.000 EintrĂ€gen. Kleinere Pakete werden fĂŒr Gap (80.000), Hexaware (20.000) und Wyndham (9.000) angepriesen.

Neben allgemeinen Kontaktdaten sollen die Listen auch Mitarbeiter-IDs, Details zu Servicekonten und Informationen ĂŒber globale Administratoren enthalten. Letztere gelten als besonders kritisch, da administrative Konten oft weitreichende Berechtigungen innerhalb einer Cloud-Infrastruktur besitzen.

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Analyse deutet auf AuthentizitÀt bei unklarem Angriffsvektor hin

Sicherheitsexperten des Unternehmens Hudson Rock stuften die angebotenen Daten nach einer ersten Sichtung als wahrscheinlich authentisch beziehungsweise hochgradig legitim ein. Zur Methode des mutmaßlichen Diebstahls gibt es derzeit unterschiedliche EinschĂ€tzungen, wobei der genaue Angriffsvektor zunĂ€chst unklar blieb.

Eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Rescana deutet jedoch darauf hin, dass die Exfiltration vermutlich ĂŒber sogenannte Infostealer-Schadsoftware erfolgte. Es gebe demnach keine Hinweise darauf, dass eine spezifische SicherheitslĂŒcke direkt in Microsoft Azure oder ein bisher unbekannter Zero-Day-Exploit fĂŒr den Vorfall verantwortlich war.

WidersprĂŒchliche Reaktionen und fehlende BestĂ€tigung

Einige der namentlich genannten Konzerne reagierten bereits auf die Behauptungen und stellten die AktualitĂ€t der Daten infrage. Der IT-Dienstleister TCS bestritt einen aktuellen Vorfall und gab an, dass die im Umlauf befindlichen Informationen mehr als vier Jahre alt seien. Auch der BekleidungseinzelhĂ€ndler Gap wies die Berichte ĂŒber eine neue Sicherheitsverletzung zurĂŒck und bezeichnete die fraglichen DatenbestĂ€nde ebenfalls als alt.

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Bisher konnten unabhĂ€ngige Fachpublikationen wie BleepingComputer die AuthentizitĂ€t der gesamten Datenmenge nicht abschließend verifizieren. Laut EinschĂ€tzungen von Full Circle Cyber liegen derzeit noch keine offiziell bestĂ€tigten Meldungen ĂŒber tatsĂ€chliche Sicherheitsverletzungen in den IT-Systemen der betroffenen Unternehmen vor.

Dennoch mahnen Experten zur Vorsicht und raten zu proaktiven Sicherheitsmaßnahmen. Fachjournale fĂŒr Cybersicherheit empfehlen Unternehmen als Reaktion auf solche Berichte, grundlegende Schutzmechanismen wie die Multi-Faktor-Authentisierung (MFA) konsequent umzusetzen. Zudem wird dazu geraten, Least-Privilege-Prinzipien strikt anzuwenden, um die potenziellen Auswirkungen im Falle kompromittierter Zugangsdaten auf ein Minimum zu begrenzen.

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