Azure, Microsoft

Azure: Microsoft steigert Cloud-Umsatz um 48 Prozent auf 33,17 Milliarden

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 20:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Cloud und Azure treiben Microsofts Wachstum; für das zweite Quartal stellt das Management höhere Erlöse und stärkeres Azure-Wachstum in Aussicht.
Ein modernes Bürogebäude aus Glas in der Abenddämmerung, das den Sonnenuntergang reflektiert. Illustration mit AI erstellt.

Der US-Technologiekonzern Microsoft hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027, das am 30. September 2026 endete, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Prognosen der Wall Street übertroffen.

Angetrieben von einer anhaltend hohen Nachfrage nach Cloud-Diensten und KI-Lösungen stieg der Gesamtumsatz im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 92,3 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Konsens lediglich mit Erlösen in Höhe von 90,62 Milliarden beziehungsweise 90,69 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Auch bei der Profitabilität legte das Unternehmen deutlich zu. Das operative Ergebnis verbesserte sich im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 45,9 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich stand nach Rechnungslegungsstandard GAAP ein Nettoergebnis von 36,6 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 32 Prozent entspricht.

Auf Non-GAAP-Basis kletterte der Nettogewinn um 18 Prozent auf 36,4 Milliarden US-Dollar. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 4,92 US-Dollar nach GAAP (plus 32 Prozent) beziehungsweise 4,89 US-Dollar auf Non-GAAP-Basis (plus 18 Prozent), womit das Unternehmen die Schätzungen von bereinigt 4,73 US-Dollar je Aktie hinter sich ließ.

Dynamik im Cloud-Geschäft treibt das operative Wachstum

Wesentlicher Wachstumsmotor blieb die Cloud-Sparte: Der Gesamtumsatz von Microsoft Cloud stieg im Vorjahresvergleich um 30 Prozent auf 63,9 Milliarden US-Dollar.

Die Azure-Erlöse kletterten dabei um 48 Prozent beziehungsweise um 10,8 Milliarden US-Dollar auf 33,17 Milliarden US-Dollar, nachdem sie im Vorquartal bei 29,4 Milliarden US-Dollar gelegen hatten. Damit lag das Azure-Wachstum über dem Analystenkonsens von 44 Prozent sowie über den Schätzungen von Visible Alpha, die von 32,84 Milliarden US-Dollar ausgegangen waren.

Im Segment Agents and Infra stieg der Umsatz um 25 Prozent auf 76,8 Milliarden US-Dollar, womit die konzerneigene Prognosespanne von 75,15 bis 75,75 Milliarden US-Dollar übertroffen wurde; der operative Gewinn dieses Bereichs wuchs um 24 Prozent auf 40,6 Milliarden US-Dollar.

Anzeige

Der Erfolg von Cloud-Giganten zeigt, wie rasant sich neue Technologien etablieren – doch mit dem Fortschritt steigen auch die rechtlichen Anforderungen an die Datensicherheit. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Zuge neuer KI-Gesetze jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze und Cyberrisiken: Kostenlosen Report anfordern

Dagegen verzeichnete der Bereich Devices and Consumer einen Umsatzrückgang um 3 Prozent auf 15,5 Milliarden US-Dollar, lag damit jedoch über der Prognose von 14,7 bis 15,2 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis des Segments legte um 2 Prozent auf 5,4 Milliarden US-Dollar zu.

Während der Umsatz mit Windows OEM und Devices um 22 Prozent nachgab und die Erlöse bei Xbox-Hardware um 14 Prozent sowie bei Xbox-Inhalten und -Diensten um 2 Prozent sanken, stiegen die Erlöse von Microsoft 365 Commercial Cloud um 18 Prozent und jene von Microsoft 365 Consumer Cloud um 17 Prozent.

Die verbleibenden vertraglichen Leistungsverpflichtungen im Geschäftskundenbereich beliefen sich auf 677 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 73 Prozent zum Vorjahr.

Investitionen, OpenAI-Kooperation und Ausblick

Die Investitionsausgaben inklusive Finanzierungsleasing beliefen sich im ersten Quartal auf 45,2 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 34,9 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Sie blieben damit unter den Markterwartungen von rund 50 Milliarden beziehungsweise 50,67 Milliarden US-Dollar.

Das Unternehmen begründete dies über seinen Bereich für Investor Relations mit Verzögerungen bei Drittanbieter-Kapazitäten. Für das gesamte Kalenderjahr 2026 senkte Microsoft die Investitionsprognose infolge einer Umklassifizierung von Leasingverträgen von zuvor rund 190 Milliarden beziehungsweise rund 175 Milliarden US-Dollar auf rund 170 Milliarden US-Dollar.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz moderner IT-Lösungen und KI befasst, muss heute auch die strikten Vorgaben der EU-weiten Regulierung im Blick behalten. Dieser praxisnahe Leitfaden bietet Unternehmen einen kompakten Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen KI-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Kostenloses E-Book sichern

Der freie Cashflow lag im Quartal bei 18,63 Milliarden US-Dollar und übertraf die Marktschätzungen von 8,54 Milliarden US-Dollar deutlich, sank im Jahresvergleich jedoch um 27 Prozent. Der operative Netto-Cashflow kletterte von 45,057 Milliarden US-Dollar im Vorjahr auf 58 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig schüttete Microsoft 10,2 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre aus.

Aus der Beteiligung an OpenAI ergab sich ein positiver Nettoergebniseffekt von 207 Millionen US-Dollar. Von der Gesamtzusage in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar waren zum Stichtag am 30. September 2026 12 Milliarden US-Dollar finanziert; der Umsatz aus der Kooperation belief sich im Quartal auf 10 Milliarden US-Dollar.

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management Umsätze zwischen 96 Milliarden und 97,1 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einem währungsbereinigten Azure-Wachstum von 49 bis 50 Prozent.

Finanzchefin Amy Hood stellte zudem Investitionen in künstliche Intelligenz von mehr als 50 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal in Aussicht, wovon rund 75 Prozent auf kurzlebige Anlagen wie Recheneinheiten entfallen sollen. Bereits Tage vor der Veröffentlichung hatte Microsoft nach früheren Schritten im Frühjahr ein weiteres freiwilliges Abfindungsangebot für rund 60.000 Mitarbeiter vorgelegt.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70430182 |