BAföG-Anpassung, FreibetrÀge

BAföG-Anpassung: FreibetrÀge sollen ab 2028 jÀhrlich um 1,5% steigen

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 16:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplante BAföG-Reform tritt spÀter in Kraft. Wohnkostenpauschale und Grundbedarf steigen erst in den kommenden Jahren.

BAföG-Reform 2026: Verzögerungen und gestaffelte Erhöhungen
Nahaufnahme von Euro-MĂŒnzen und einem Studentenausweis auf einem Schreibtisch, der die Verzögerung der BAföG-Reform symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Die Ampel-Koalition hat sich auf eine schrittweise Anpassung der Leistungen geeinigt, zentrale Teile treten erst mit Verzögerung in Kraft. Grund sind Finanzierungsvorbehalte der Union.

Wohnkostenpauschale: Ein halbes Jahr VerspÀtung

Besonders hart trifft die Verzögerung Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Die Wohnkostenpauschale sollte eigentlich zum Wintersemester 2026/27 von 380 auf 440 Euro steigen. Jetzt wird daraus das Sommersemester 2027.

Die Union hatte einen Finanzierungsvorbehalt geltend gemacht. Ihre BegrĂŒndung: Die Haushaltslage gibt derzeit keine SpielrĂ€ume fĂŒr höhere Ausgaben her. Studierende mĂŒssen sich also noch lĂ€nger mit den aktuellen SĂ€tzen begnĂŒgen.

Grundbedarf steigt in zwei Stufen

Die Reform sieht auch eine Erhöhung des Grundbedarfs vor – allerdings gestaffelt. Zum Wintersemester 2027/28 steigt er auf 503 Euro, zum Sommersemester 2029 dann auf 563 Euro.

Interessant ist die geplante Dynamisierung der FreibetrĂ€ge. Ab dem Wintersemester 2028/29 sollen sie jĂ€hrlich um 1,5 Prozent steigen. Das Ziel: Die FörderbetrĂ€ge passen sich automatisch an die wirtschaftliche Entwicklung an – ohne jedes Mal ein neues Gesetz zu brauchen.

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Weniger BĂŒrokratie, mehr Digitalisierung

Nicht alles verzögert sich. Die strukturellen Vereinfachungen kommen wie geplant. Der Leistungsnachweis ab dem fĂŒnften Fachsemester fĂ€llt weg – ein echter BĂŒrokratieabbau fĂŒr Studierende und Verwaltungen.

Auch die Digitalisierung wird forciert. AntrĂ€ge sollen kĂŒnftig verstĂ€rkt ĂŒber das Portal bafög-digital.de laufen. Das Bundeskabinett will die entsprechenden BeschlĂŒsse Ende Juli 2026 fassen.

EmpfÀngerzahlen auf Tiefstand

Die Reform kommt nicht zu frĂŒh. 2024 lag die Zahl der BAföG-EmpfĂ€nger bei 612.800 Personen – der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000. Ein alarmierender Trend.

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Die politischen Reaktionen sind gespalten. Die Union rechtfertigt die Verzögerung mit Haushaltsdisziplin. Die Linke kritisiert, dass die Anpassungen insgesamt zu spÀt kÀmen und die Erhöhungen angesichts der Lebenshaltungskosten zu niedrig ausfielen.

Ob die Reform ihr Ziel erreicht, hÀngt letztlich davon ab: Können die höheren FreibetrÀge und die vereinfachten Verfahren wieder mehr Studierende erreichen?

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