Bahn-Tarife: 128.000 Unterzeichner fordern Familienreservierung zurück
Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) fordert die Wiedereinführung der Familienreservierung im Fernverkehr der Deutschen Bahn. Wie aus Berichten von Mitte September 2026 hervorgeht, laufen derzeit konkrete Gespräche zwischen dem Bundesverkehrsministerium und dem Staatskonzern über ein entsprechendes Angebot. Die Debatte rückt die Tarifgestaltung für gemeinsam reisende Familien sowie die allgemeine Lage des Schienenverkehrs erneut in den Mittelpunkt.
Kostensteigerungen für Reisende seit Sommer 2025
Die Deutsche Bahn hatte das Tarifmodell der Familienreservierung im Juni 2025 gestrichen. Bis zu diesem Zeitpunkt galt für gemeinsam reisende Gruppen ein Pauschaltarif von 10,40 Euro, mit dem bis zu fünf Sitzplätze gebündelt reserviert werden konnten.
Seit der Umstellung im Juni 2025 rechnet das Verkehrsunternehmen jeden Sitzplatz einzeln ab. Für Familien und Gruppen führte dieser Schritt zu spürbaren Mehrkosten bei Fahrten im Fernverkehr. Aktuell ist das frühere Pauschalmodell noch nicht wieder eingeführt; Fahrgäste müssen Sitzplätze weiterhin separat buchen. Auch die konkreten Bedingungen, zu denen eine mögliche Rückkehr des Angebots erfolgen könnte, sind derzeit noch offen.
Breiter Protest von Verbänden und Fahrgästen
Die Abschaffung des Sondertarifs stieß auf deutlichen Widerstand in der Bevölkerung und bei Interessengruppen. Sowohl eine Petition des Sozialverbands VdK als auch eine Initiative des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) mobilisierten jeweils über 128.000 Unterzeichner, die die Wiedereinführung der gemeinsamen Buchungsoption für Familien einfordern.
Seit Juni 2025 rechnet die Bahn jeden Sitzplatz einzeln ab — für Familien mit Kindern wird die Fahrt dadurch spürbar teurer. Über 128.000 Unterzeichner fordern die Rückkehr der Familienreservierung, und der Verkehrsminister ist mit dem Konzern im Gespräch. Was das für Ihre nächste Buchung bedeutet und wie Sie trotzdem sparen, fassen wir in einem kostenlosen Leitfaden zusammen. Kostenlosen Familien-Leitfaden anfordern
Die Kritik richtet sich vor allem gegen die finanzielle Mehrbelastung von Haushalten mit Kindern. Die Verbände argumentieren, dass Bahnreisen für Familien attraktiv und bezahlbar bleiben müssten, um den Umstieg auf die Schiene zu fördern.
Politischer Druck auf die Konzernführung
Vor diesem Hintergrund hat Verkehrsminister Bilger nun den Druck auf den Staatskonzern erhöht. Bilger erklärte, dass man mit der Bahn über die Rückkehr des Angebots im Gespräch sei. Gleichzeitig äußerte der 47-jährige Bundesminister deutliche Kritik am Gesamtzustand des Schienenunternehmens, den er als völlig unzureichend einstufte.
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Zudem stellte Bilger einen Zusammenhang zwischen den Unzulänglichkeiten im Bahnverkehr und dem Wahlergebnis der CDU in Sachsen-Anhalt her. Die Unzufriedenheit über Verspätungen, Zugausfälle und Tarifmaßnahmen schlägt sich aus Sicht des Politikers zunehmend auch in politischen Stimmungsbildern nieder.
Wann die Gespräche zwischen Verkehrsministerium und Konzernleitung über die Konditionen einer Wiedereinführung abgeschlossen sein werden, bleibt abzuwarten.
