Bahnhöfe, Gewaltdelikte

Bahnhöfe: 27.800 Gewaltdelikte 2025 – Negativrekord an deutschen Stationen

30.05.2026 - 11:30:18 | boerse-global.de

Die Zahl der Gewaltdelikte an deutschen Bahnhöfen erreicht 2025 einen neuen Höchststand, besonders betroffen sind Leipzig, Dortmund und Berlin.

Bahnhöfe: 27.800 Gewaltdelikte 2025 – Negativrekord an deutschen Stationen - Foto: über boerse-global.de
Bahnhöfe: 27.800 Gewaltdelikte 2025 – Negativrekord an deutschen Stationen - Foto: über boerse-global.de

Mehr als 27.800 Gewaltdelikte registrierte die Bundespolizei im Jahr 2025 an deutschen Bahnhöfen. Das ist ein neuer Negativrekord. Besonders betroffen sind die Hauptbahnhöfe der Großstädte.

Die Statistik zeigt eine besorgniserregende Entwicklung. Neben der allgemeinen Zunahme von Gewalt verzeichnen die Behörden über 980 Messerdelikte und mehr als 2.200 Sexualstraftaten im Bahnbereich.

Leipzig, Dortmund, Berlin: Die Hotspots

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Der Leipziger Hauptbahnhof führt die traurige Rangliste an. Dort wurden 859 Fälle erfasst. Es folgen Dortmund mit 735 und der Berliner Hauptbahnhof mit 654 Delikten.

Auch in kleineren Städten steigen die Zahlen. Bielefeld zählte 344 Straftaten, darunter 103 Gewalttaten. Paderborn verzeichnete 195, Minden 75 Fälle.

Besonders auffällig: Die Tatverdächtigenstruktur. Bei Gewaltdelikten werden Nichtdeutsche im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil fünfmal häufiger ermittelt. Bei Messerattacken liegt der Faktor bei sechs, bei Sexualdelikten sogar bei acht.

Großrazzia an zehn Bahnhöfen

Die Bundespolizei reagiert mit einem massiven Schwerpunkteinsatz. Seit den letzten Maitagen sind Beamte an mehr als zehn Großstadtbahnhöfen im Einsatz. Unterstützt werden sie von der Bundesbereitschaftspolizei.

In Nordrhein-Westfalen gilt zudem eine Allgemeinverfügung. An zehn wichtigen Bahnhöfen – darunter Köln, Düsseldorf und Duisburg – ist das Mitführen gefährlicher Gegenstände vorübergehend verboten.

Parallel setzen die Deutsche Bahn und lokale Behörden auf Alkoholkonsumverbote. Sie gelten bereits in Münster, Essen und Düsseldorf. In Wuppertal wird die Einführung geprüft.

Bombendrohungen und Festnahmen

Die Dringlichkeit der Maßnahmen zeigen aktuelle Vorfälle. Am Freitag mussten die Hauptbahnhöfe in Chemnitz und Zwickau wegen Bombendrohungen geräumt werden.

In Nürnberg gelang der Polizei ein Ermittlungserfolg. Die Sonderkommission „EKO Kajal“ nahm zwei Männer syrischer Nationalität fest. Sie stehen im Verdacht, am Hauptbahnhof Sexualdelikte begangen und mit Drogen gehandelt zu haben.

In Regionalzügen eskalierte die Lage mehrfach. Bei Waldenburg bedrohte ein Unbekannter Reisende mit einer Pistole. In Niedersachsen löste ein Mann mit einem waffenförmigen Pfefferspray in einem Zug nach Northeim einen Polizeieinsatz aus.

Streit um die richtigen MaĂźnahmen

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Die neuen Zahlen entfachen eine politische Debatte. Die SPD fordert eine Reform des Bundespolizeigesetzes. Die Union setzt auf eine massive Ausweitung der Videotechnik.

Kriminologen wie Dirk Baier warnen vor einer Überbewertung einzelner Statistiken. „Man muss die sozialen Hintergründe berücksichtigen“, sagt der Wissenschaftler.

In Berlin plant die S-Bahn ab Juni eine Verschärfung der Hausordnung. Reinigungsteams sollen künftig in Begleitung von Sicherheitspersonal Obdachlose konsequenter aus den Zügen verweisen. Sozialverbände kritisieren das Vorgehen scharf. Sie befürchten eine bloße Verdrängung der Probleme in andere öffentliche Bereiche.

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