Bank-Helpdesk-Betrug: KI-Anrufe und NFC-Kopien kosten 170 Opfer 380.000 Euro
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:26 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie niederlĂ€ndische Polizei hat in Rotterdam ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das mit einer neuartigen Masche des Bank-Helpdesk-Betrugs operierte. Zwei mutmaĂliche SchlĂŒsselfiguren â ein 23-jĂ€hriger Mann aus Vaassen und ein 25-jĂ€hriger Mann aus Ede â wurden am 6. Oktober 2026 festgenommen.
Den Beschuldigten wird vorgeworfen, als technischer Kopf und App-Entwickler beziehungsweise als Koordinator der Gruppe agiert zu haben. Wie am 21. Oktober 2026 bekannt wurde, ordnete die zustĂ€ndige Raadkamer in Rotterdam am 20. Oktober 2026 eine VerlĂ€ngerung der Untersuchungshaft fĂŒr beide VerdĂ€chtigen um 90 Tage an.
Schadenssumme von rund 380.000 Euro
Nach Angaben der Polizei Rotterdam entstand allein in einem kurzen Untersuchungszeitraum ein Gesamtschaden von ca. 380.000 Euro. Die Ermittler registrierten rund 170 Betroffene, wobei sich die Angriffe gegen Personen aller Altersgruppen richteten. Insgesamt habe die Bande bei den rund 170 Opfern mehrere Hunderttausend Euro erbeutet, bevor die Festnahmen erfolgten.
Die Ermittlungsbehörden heben hervor, dass das Netzwerk in Rekordzeit zerschlagen worden sei. Im Zuge des Zugriffs nahmen die Beamten die Server der kriminellen Infrastruktur offline und stellten mehrere EndgerÀte der TatverdÀchtigen sicher.
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Kombination aus KI-Anrufen und NFC-Manipulation
Die Vorgehensweise der Gruppe unterschied sich deutlich von herkömmlichen Phishing-Methoden. Das Netzwerk setzte nach Ermittlungserkenntnissen auf automatisierte, durch kĂŒnstliche Intelligenz generierte Sprachanrufe. Dabei imitierten die Systeme tĂ€uschend echt die Stimmen legitimer Bankmitarbeiter, um Vertrauen bei den Angerufenen aufzubauen und Dringlichkeit vorzutĂ€uschen.
Im Verlauf der Telefonate wurden die GeschĂ€digten dazu angewiesen, eine speziell manipulierte Anwendung auf ihrem Smartphone zu installieren. AnschlieĂend sollten die Opfer ihre physische Bankkarte direkt an das NFC-fĂ€hige Mobiltelefon halten.
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Ăber die Schadsoftware fingen die TĂ€ter die Nahfeldkommunikationsdaten ab und kopierten den NFC-Chip der Zahlungskarte. Mit diesen digital duplizierten Kartendaten fĂŒhrten Mitglieder des Netzwerks im Anschluss unberechtigte Bargeldabhebungen an regulĂ€ren Geldautomaten durch.
Mit der gerichtlich bestÀtigten HaftverlÀngerung der beiden HauptverdÀchtigen um 90 Tage dauern die weiteren Ermittlungen zu möglichen HintermÀnnern und weiteren Geldabhebern der Gruppierung an.
