Banken-Betrug: Mehr als 380 Domains locken Kunden auf gefÀlschte Support-Seiten
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deKriminelle setzen vermehrt auf manipulierte und nachgebaute Kundendienst-Webseiten bekannter Finanzinstitute, um Bankkunden zur Preisgabe sensibler Zugangsdaten zu verleiten. Die telefonbasierte Betrugskampagne ist seit mindestens MÀrz 2026 aktiv. Zu den betroffenen Finanzunternehmen und Neobanken gehören unter anderem Barclays, HSBC, Lloyds, Revolut sowie Santander, wie aus einem Branchenbericht hervorgeht.
FĂŒr die AusfĂŒhrung der Angriffe wurden laut Angaben von Lab539 mehr als 380 Internet-Domains registriert. Die Masche kombiniert tĂ€uschend echt wirkende Internetauftritte mit telefonischer Kontaktaufnahme, um gezielt Vertrauen aufzubauen und Sicherheitsmechanismen der Kunden zu umgehen.
Missbrauch legitimer Fernwartungsprogramme
Auf den nachgebauten Support-Seiten platzieren die BetrĂŒger zusĂ€tzliche SchaltflĂ€chen mit Bezeichnungen wie Anruf verifizieren oder Live-Chat. Klicken Besucher auf diese Elemente, wird der Download legitimer Werkzeuge fĂŒr den Fernzugriff wie AnyDesk oder ScreenConnect angestoĂen. Ăber diese Software können Angreifer Zugriff auf die Computer der Betroffenen erlangen, sobald die Verbindung freigegeben wird.
DarĂŒber hinaus verbreiten die Akteure Schadcode in Form von Dateien wie verify_call.exe und mpclient.dll. Um Sicherheitswarnungen auf den Zielsystemen zu vermeiden, waren diese Programme mit Zertifikaten signiert, die auf das japanische Unternehmen Botania Games ĂŒber Sectigo und GlobalSign ausgestellt worden waren. Die fraglichen Zertifikate wurden am 9. Oktober 2026 gemeldet und widerrufen.
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Geringe Erkennungsraten durch Schutzprogramme
Die Erkennung der eingeschleusten Schaddateien stellte gÀngige Sicherheitssoftware vor Herausforderungen. Auf der Analyseplattform VirusTotal stuften mit Stand von Dienstag lediglich 30 beziehungsweise 23 von 69 Systemen die betreffenden Dateien als bösartig ein.
Die Kombination aus vertrauenswĂŒrdig erscheinenden Zertifikaten, nachgebauten Markenseiten und etablierten Fernwartungswerkzeugen erschwert es automatisierten Schutzprogrammen und Nutzern gleichermaĂen, den Betrugsversuch frĂŒhzeitig abzuwehren.
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IT-Sicherheitsexperten weisen regelmĂ€Ăig darauf hin, dass Banken und Zahlungsdienstleister ihre Kunden bei PrĂŒfungen oder Störungen grundsĂ€tzlich nicht dazu auffordern, Fernsteuerungssoftware auf persönlichen Rechnern zu installieren oder telefonisch Zugriff auf deren Systeme zu verlangen.
