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Banken-KI: 77% der Manager setzen auf Kostensenkung

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 16:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutsche Banken priorisieren Kostensenkung durch KI, während Schweizer Vermögensverwalter die Technologie für veränderte Kundenbedürfnisse nutzen.

KI-Integration in Banken: Deutsche sparen, Schweizer beraten
Hände interagieren mit einer holografischen Anzeige mit Finanzdaten und KI-Algorithmen in einer Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Finanzinstitute im deutschsprachigen Raum treiben die Integration generativer KI massiv voran – mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Während deutsche Banken vor allem auf Kosteneinsparungen setzen, nutzen Schweizer Vermögensverwalter die Technologie, um auf verändertes Kundenverhalten in einem milliardenschweren Markt zu reagieren. Das zeigen aktuelle Branchenberichte vom Juli 2026.

Deutsche Banken: Sparen steht an erster Stelle

Im deutschen Bankensektor kommt generative KI zunehmend bei der Risikobewertung und Prozessautomatisierung zum Einsatz. Laut einer KPMG-Studie vom Juli 2026 werden diese Technologien für die Bewältigung regulatorischer Anforderungen unverzichtbar – auch wenn die Integration in bestehende Altsysteme eine große Hürde bleibt.

Eine Marktanalyse von Visa, an der 325 Entscheidungsträger aus 17 Ländern teilnahmen, zeigt: 77 Prozent der deutschen Bankmanager nennen Kostensenkung als ihr wichtigstes KI-Ziel. Zum Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei nur 63 Prozent. Weitere Prioritäten deutscher Führungskräfte sind die Verbesserung des Kundenerlebnisses (60 Prozent) und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (57 Prozent). Jeder Dritte (29 Prozent) setzt auf KI zur Betrugsbekämpfung.

86 Prozent der Befragten erwarten, dass KI das Privatkundengeschäft bis Ende dieses Jahrzehnts grundlegend verändern wird.

Die Investitionsbereitschaft ist hoch. Eine Studie von SAP und Oxford Economics vom Juli 2026 ergab: Deutsche Unternehmen investieren im Schnitt rund 38 Millionen Euro in KI-Initiativen. Zwar zeigen sich 47 Prozent mit der aktuellen Rendite zufrieden, doch 77 Prozent sind überzeugt, dass das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Schweizer Vermögensverwalter: KI als Antwort auf fragmentierte Kunden

Die Schweiz bleibt ein dominierender Hub für globale Vermögenswerte. Laut einer EY-Erhebung verwaltete die Branche 2025 über 9.300 Milliarden Schweizer Franken. Doch die Kundenbasis wird anspruchsvoller: Vermögende arbeiten im Schnitt mit 2,3 verschiedenen Anbietern und verwalten rund 29 Prozent ihres Vermögens eigenständig.

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Da Finanzinstitute massiv in generative KI investieren, rücken auch die rechtlichen Rahmenbedingungen wie der EU AI Act in den Fokus. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Anforderungen, Pflichten und Fristen der neuen Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Um diesen Wandel zu adressieren, setzen Schweizer Firmen auf KI, um Beratungsprozesse schneller, vergleichbarer und günstiger zu machen. Die Zürcher Linvo AG hat für 2026 eigens dedizierte KI-Beraterrollen geschaffen. Alexander Kogan, ein Direktor des Unternehmens, betont: „2026 ist der Wendepunkt. KI muss als Kernkompetenz behandelt werden, nicht als Randerscheinung." Das Ziel: KI ins Zentrum der Vermögensverwaltungsstrategie zu rücken, um selbstständig agierende und multi-bankierende Kunden besser zu bedienen.

Strategische Integration: Hohe Investitionen, verhaltene Renditen

Trotz der hohen Investitionen tun sich viele Institute schwer, KI in greifbare finanzielle Erfolge zu übersetzen. Daten von Glia und Alloy Labs deuten darauf hin, dass 80 Prozent der Finanzinstitute nach ersten KI-Implementierungen noch keine Verbesserung ihrer Bilanzen sehen. Um diese Lücke zu schließen, haben die Beratungsfirmen Quantexa und Accenture kürzlich eine Partnerschaft geschlossen – mit dem Ziel, Unternehmen bei der Bewältigung von Transformationshindernissen zu helfen.

Ein weiteres Problemfeld: die Governance. Nur zwölf Prozent der Unternehmen fühlen sich in der Lage, ihre KI-Systeme effektiv zu steuern, und lediglich drei Prozent sind vollständig auf den Einsatz fortgeschrittener KI-Agenten vorbereitet. Das zeigt die SAP-Oxford-Studie.

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International zeichnen sich Lösungsansätze ab. In Großbritannien hat die Regierung kürzlich einen Zehn-Punkte-Plan für den Finanzsektor gebilligt, der regulatorische Rahmenbedingungen, operative Resilienz und die Auswirkungen großer Sprachmodelle auf Verbraucher adressiert. Diese Entwicklungen spiegeln einen globalen Trend wider: KI etabliert sich als fester Bestandteil der Finanzbranche – und mit ihr wächst der Bedarf an verbindlichen Strukturen.

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