Banking-Trojaner, Godfather

Banking-Trojaner: Godfather und Rokarolla kapert über 200 Apps

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 05:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schadsoftware-Attacken auf Smartphones steigen drastisch. EZB fordert von Banken konkrete Abwehrpläne gegen KI-gestützte Bedrohungen.

Android-Banking-Trojaner: Godfather und Rokarolla auf dem Vormarsch
Ein modernes Android-Smartphone mit einem digitalen Sicherheitssymbol auf dem Bildschirm in einer dunklen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bedrohungslage für Smartphone-Nutzer eskaliert. Im ersten Quartal 2026 stiegen Angriffe mit Banking-Trojanern auf Android um 56 Prozent. Besonders die Schadsoftware Godfather verbreitet sich rasant und stiehlt Zugangsdaten von Finanz-Apps.

Neue Trojaner-Welle rollt

Neben Godfather rückt der Trojaner Rokarolla in den Fokus. Er verbreitet sich über manipulierte Versionen von Google Chrome oder TikTok. Sein Ziel: mehr als 200 Banking- und Kryptowährungs-Apps.

Einmal installiert, greift Rokarolla Login-Daten, PINs und SMS-Codes für die Zwei-Faktor-Authentifizierung ab. Insgesamt registrierten Experten im ersten Quartal rund 2,67 Millionen Schadsoftware-Attacken auf Smartphones.

Besonders alarmierend: NFC-basierte Angriffe auf Android-Geräte stiegen in den ersten vier Monaten um 188 Prozent auf über 35.000 Fälle.

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Erfolg gegen Phishing-Dienst „Kratos“

Die Strafverfolger schlagen zurück. Im Rahmen der „Operation Olympus Blade“ zerschlugen BKA, FBI und indonesische Behörden den Phishing-Dienst Kratos.

Die Plattform war seit 2024 aktiv und bediente rund 1.800 Kunden. Monatlich führten sie bis zu 15.000 Phishing-Kampagnen durch. Bei dem Zugriff beschlagnahmten die Ermittler etwa 200 Server und stellten 96.000 betrügerische Apps sicher. Kratos hatte es unter anderem auf Kunden von Sparkassen und der AOK abgesehen.

EZB erhöht Druck auf Banken

Die Europäische Zentralbank fordert von den Kreditinstituten detaillierte Aktionspläne bis Oktober 2026. Grund: die wachsende Bedrohung durch KI-gestützte Angriffe und komplexe Schadsoftware. Bereits 89 Prozent der Banken melden einen Anstieg von Attacken mit Künstlicher Intelligenz.

Erste Institute reagieren. Die ING kündigte an, den Support für Android 9 und 10 sowie iOS 15 ab Mitte September 2026 einzustellen. Nutzer müssen auf aktuelle Versionen umsteigen oder auf photoTAN-Generatoren ausweichen.

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Phishing-Welle trifft Sparkassen-Kunden

Trotz der Erfolge bleibt die Bedrohung hoch. Microsoft verzeichnete allein im zweiten Quartal 2026 rund 7,6 Milliarden Phishing-Versuche über E-Mails. Aktuell stehen Kunden deutscher Sparkassen im Visier.

Betrüger versenden Mails unter dem Vorwand dringender Sicherheitsupdates oder drohender Kontosperren. Die Empfänger sollen sich auf gefälschten Webseiten authentifizieren.

Die Angreifer nutzen zudem KI-generierte Nachrichten und den OAuth-Device-Code-Flow, um moderne Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Auch Schwachstellen in ChatGPT und der Kollaborationssoftware Zimbra (CVE-2025-66376) wurden im Juni für gezielte Angriffe genutzt.

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