Barfen, Aujeszky-Virus

Barfen: Aujeszky-Virus im Schweinefleisch tötet Hunde in 48 Stunden

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der BfT warnt beim Barfen vor Keimen, Parasiten und NĂ€hrstoffdefiziten. Besonders rohes Schweinefleisch kann fĂŒr Hunde tödlich sein.

Barfen bei Hund und Katze: Risiken durch Rohfleisch und MĂ€ngel
Eine saubere, unbenutzte EdelstahlarbeitsflĂ€che in einer KĂŒche mit einem großen Gefrierschrank im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die RohfĂŒtterung von Haustieren, in Fachkreisen und unter Tierhaltern als Barfen bekannt, erfreut sich anhaltender Beliebtheit. Die FĂŒtterung mit rohem Fleisch und SchlachtabfĂ€llen bringt jedoch erhebliche Herausforderungen mit sich.

Nach EinschĂ€tzung des Bundesverbands fĂŒr Tiergesundheit (BfT) erfordert die RohfĂŒtterung nicht nur eine prĂ€zise ausgewogene Ration, sondern auch strikte Hygienemaßnahmen, um gesundheitliche Gefahren fĂŒr Tiere und Halter zu minimieren.

Mikrobiologische Risiken und Schutzmaßnahmen gegen Parasiten

Die biologischen Gefahren bei der VerfĂŒtterung von rohem Fleisch sind vielfĂ€ltig. Der BfT verweist auf bakterielle Erreger wie Salmonellen, Campylobacter und E. coli, die sowohl bei Tieren Infektionen auslösen als auch als Zoonosen auf den Menschen ĂŒbertragen werden können. Hinzu kommen Risiken durch Parasiten wie den Hundebandwurm und Toxoplasmen sowie virale Bedrohungen wie die aviĂ€re Influenza (GeflĂŒgelpest, HPAI) und das Aujeszky-Virus.

Um zumindest das Risiko eines Parasitenbefalls zu verringern, ist ein gezieltes Temperaturmanagement erforderlich. Das Fleisch sollte nach Angaben des Verbands fĂŒr mindestens eine Woche bei minus 17 bis minus 20 Grad Celsius tiefgefroren werden, um Parasitenstadien abzutöten. Zudem seien bei roh ernĂ€hrten Tieren regelmĂ€ĂŸige tierĂ€rztliche Kontrollen und routinemĂ€ĂŸige Entwurmungen unerlĂ€sslich.

Lebensgefahr durch rohes Schweinefleisch

Besondere Wachsamkeit verlangt die Handhabung von Schweinefleisch. Hunde und Katzen dĂŒrfen keinesfalls rohes Schweinefleisch erhalten, da das Aujeszky-Virus, der Erreger der Pseudowut, fĂŒr diese Tierarten ausnahmslos tödlich ist.

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Rohes Schweinefleisch gehört nicht in den Napf: Das Aujeszky-Virus verlĂ€uft bei Hunden ausnahmslos tödlich, der Tod tritt meist innerhalb von 48 Stunden nach den ersten Symptomen ein. Auch Salami und Rohschinken sind riskant. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen, welche Fleischsorten Sie sicher verfĂŒttern, wie Sie Parasiten durch mindestens eine Woche bei minus 17 bis minus 20 Grad abtöten und woran Sie einen Notfall sofort erkennen. Jetzt kostenlosen Barf-Sicherheitsguide anfordern

Eine tiermedizinische EinschÀtzung verdeutlicht die Brisanz: Bei einer Infektion tritt der Tod betroffener Hunde meist bereits innerhalb von 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome ein. Menschen hingegen können nicht an dem Virus erkranken.

Gefahren lauern nicht nur in frischem Rohfleisch, sondern auch in verarbeiteten Rohwaren wie Salami oder Rohschinken. Durchgegartes Schweinefleisch gilt tiermedizinisch als unbedenklich, sofern es ungewĂŒrzt zubereitet wird. Zutaten wie Zwiebeln und Knoblauch sind fĂŒr die Tiere giftig. DarĂŒber hinaus muss das Fleisch fettarm sein, um einer potenziell lebensbedrohlichen EntzĂŒndung der BauchspeicheldrĂŒse (Pankreatitis) vorzubeugen.

Mangelerscheinungen durch unausgewogene Rationen vermeiden

Neben mikrobiellen Risiken birgt die RohfĂŒtterung die Gefahr gravierender FehlernĂ€hrungen. Das Zusammenstellen bedarfsgerechter Futterrationen setzt vertiefte Kenntnisse ĂŒber den NĂ€hrstoffbedarf von Hunden und Katzen voraus. Als besonders kritisch stuft der BfT die ausreichende und ausgewogene Zufuhr von Spurenelementen und Vitaminen ein.

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Auch wer sein Tier seit Jahren roh fĂŒttert, kann unbemerkt Mangelerscheinungen produzieren: Kupfer, Zink, Jod, die Vitamine A und D sowie das Kalzium-Phosphor-VerhĂ€ltnis geraten bei selbst zusammengestellten Rationen schnell aus dem Gleichgewicht – bei Katzen kommt der kritische Taurin-Bedarf hinzu. Unser kostenloser Leitfaden hilft Ihnen, die Ration Schritt fĂŒr Schritt zu prĂŒfen und Fehlversorgung zu erkennen, bevor Skelett- oder OrganschĂ€den entstehen. Rations-Check fĂŒr Hunde und Katzen jetzt sichern

HÀufige Defizite oder Imbalancen betreffen Kupfer, Zink, Jod sowie die Vitamine A und D. Ebenso erfordert das Kalzium-Phosphor-VerhÀltnis stÀndige Beachtung, da eine Fehlversorgung insbesondere bei wachsenden Tieren SkelettschÀden nach sich ziehen kann.

Bei Katzen muss zudem auf eine ausreichende Versorgung mit Taurin geachtet werden, da diese AminosĂ€ure fĂŒr Katzen essenziell ist und ein Mangel schwere OrganschĂ€den verursachen kann. Eine fundierte Rationsberechnung sowie eine engmaschige tiermedizinische Begleitung gelten daher als zwingende Voraussetzungen einer sicheren RohfĂŒtterung.

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