Barrierefreie Wellness: Stuhl-Yoga und Rollstuhltanz boomen
28.06.2026 - 08:03:48 | boerse-global.de
Von Yoga auf dem Stuhl über stille Museumsstunden bis zum Rollstuhltanz: Immer mehr Träger entwickeln spezielle Formate, die Menschen mit und ohne Behinderung ansprechen.
Achtsamkeit ohne Hindernisse
Yoga und Qigong gehören zu den gefragtesten Entspannungsmethoden – und immer häufiger gibt es sie in inklusiven Varianten. Die Volkshochschule Hannover startet Anfang September einen zehnwöchigen Yoga-Kurs für Späteinsteiger. Die Besonderheit: Die Übungen lassen sich auf dem Stuhl oder mit dessen Hilfe ausführen. Kursleiterin ist Eva-Corinna Fiedeler-Tobbo.
Auch in Brandenburg gibt es regelmäßige Termine. In der Dorfkirche Börnicke bei Bernau beginnen ab Juli wöchentliche Qigong- und Meditationssitzungen. Sie sind offen für Anfänger und Fortgeschrittene. Ein weiterer Yoga-Kurs in der Region startet Anfang Juli und legt den Fokus auf körperliche Stabilität.
Ein besonders inklusives Angebot kommt vom Deutschen Roten Kreuz in Kelheim. Am 10. Juli findet dort ein Entspannungskurs statt, der sich ausdrücklich an Menschen mit und ohne Behinderung richtet. Selbstzahler zahlen 15 Euro. Wer einen Pflegegrad hat, kann die Kosten über die Pflegekasse abrechnen.
Stille Stunde im Museum
Neben Bewegungskursen gewinnen Formate an Bedeutung, die auf sensorische Bedürfnisse eingehen – etwa von neurodivergenten Menschen. Die Staatlichen Museen zu Berlin führen am 1. Juli im Hamburger Bahnhof eine „Stille Stunde“ ein. Die Besucherzahl ist begrenzt, auf große Gruppen wird verzichtet. Ziel ist ein reizarmes Kunsterlebnis in konzentrierter Atmosphäre.
Ob beim Yoga im Sitzen oder bei sanften Bewegungsformen – die richtige Unterstützung hilft dabei, Verspannungen effektiv zu lösen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, wie 17 einfache Übungen in nur 3 Minuten täglich Ihre Beweglichkeit fördern und Beschwerden lindern können. 17 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken
Die Volkshochschule Unteres Remstal setzt im Sommer auf kulturelle Vielfalt. Von Juli bis August stehen Workshops auf dem Programm: eine Online-Schreibwerkstatt, inklusive Tanz-Workshops, Kurse für Aktzeichnen und Siebdruck. Eine Wanderausstellung ist von Juli bis September zu sehen.
Sport für alle: Vom Handicaplauf bis zur WM
Der Behindertensport vereint Breiten- und Wettkampfsport. PluSport, das Kompetenzzentrum für Behinderung und Sport, hat für den Sommer 2026 ein umfangreiches Programm angekündigt. Mitte Juli startet eine Fussball-Weltmeisterschaft. Dazu kommen Camps für Reiten, Klettern und Husky-Erlebnisse sowie Segel- und Kanusport-Angebote. Highlight im September: die Teilnahme am Jungfrau-Marathon.
Lokale Initiativen wie die Inklusionsmanufaktur Bernau organisieren wöchentliche Sportgruppen. Bei den Special Olympics Landesspielen konnten Teilnehmer bereits Erfolge in Disziplinen wie Laufen und Weitwurf feiern. In Ludwigsburg ist für den 10. Juli ein Handicaplauf über 1,5 Kilometer geplant – explizit rollstuhlgeeignet.
Wer seine körperliche Fitness und Stabilität über inklusive Sportangebote hinaus gezielt von zuhause aus stärken möchte, findet in diesem Experten-Guide wertvolle Tipps. Der kostenlose Bericht eines renommierten Sportmediziners zeigt, wie Sie mit minimalem Aufwand maximale Ergebnisse für Ihre Gesundheit erzielen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen
In der Schweiz fand im Juni ein Workshop für Rollstuhltanzen statt. Unter der Leitung von Irene Gasser lernten Handrollstuhlfahrer und Fußgänger Standard- und lateinamerikanische Tänze wie Walzer, Rumba und Disco Fox. Vorkenntnisse waren nicht nötig.
Preise, Fristen und Zugänglichkeit
Die Kosten variieren stark. Während die Stille Stunde in Berlin (mit Eintrittsticket) und der Handicaplauf in Ludwigsburg kostenlos sind, liegen Gebühren für VHS-Kurse oft zwischen 30 und über 160 Euro. Die Anmeldung läuft in der Regel direkt über die Träger – häufig mit Fristen. Für den Yoga-Kurs in Hannover endet die Anmeldefrist Ende August.
Viele Anbieter empfehlen eine vorherige Kontaktaufnahme, um auf individuelle Bedürfnisse eingehen zu können. Die Veranstaltungsorte reichen von Sportstätten über kirchliche Räume bis zu universitären Einrichtungen wie dem Uniseum in Freiburg, das im Juli auch kulturhistorische Führungen anbietet.
