Bauchfett, Reduktion

Bauchfett: 10% Reduktion senkt Diabetes-Risiko um 28%

26.06.2026 - 15:29:57 | boerse-global.de

Studie belegt: Zehn Prozent weniger viszerales Fett senkt das Typ-2-Diabetes-Risiko deutlich. Auch neue Erkenntnisse zu Diäten und Medikamenten.

Bauchfett-Reduktion senkt Diabetes-Risiko um 28 Prozent
Bauchfett - Nahaufnahme des Bauches einer Person, mit subtilen grafischen Überlagerungen, die viszerales Fett und Stoffwechselaktivität andeuten. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders das viszerale Fett – jenes Gewebe, das die inneren Organe umschließt – fungiert als metabolisch aktives Organ und produziert Entzündungsmediatoren. Schon moderate Verluste senken gesundheitliche Risiken signifikant.

Diabetes-Risiko sinkt um 28 Prozent

Einer Studie mit 366 Teilnehmenden zufolge korreliert eine Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent mit einer Senkung des Risikos für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent. Dieser Effekt zeigt sich unabhängig vom Gesamtgewicht. Die Forscher beobachteten eine verbesserte Insulinsensitivität sowie niedrigere Werte bei Entzündungsmarkern wie C-reaktivem Protein und Interleukin-6.

Eine im Juni 2026 veröffentlichte Meta-Analyse unterstreicht zudem den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs. Pro fünf Punkte Anstieg des Body-Mass-Index steigt das Risiko für Leberkrebs um 20 Prozent. Insgesamt bringen Forscher 19 verschiedene Krebsarten mit Übergewicht in Verbindung.

Jo-Jo-Effekt: Alte Annahme widerlegt

Hinsichtlich der Methodik des Gewichtsverlusts liefern neue Forschungsergebnisse Impulse. Eine norwegische Studie unter der Leitung von Dr. Line Kristin Johnson untersuchte 284 Erwachsene. Eine schnelle Gewichtsabnahme mit weniger als 1.000 Kilokalorien täglich führte in den ersten acht Wochen nach einem Jahr zu einem durchschnittlichen Verlust von 14,4 Prozent.

Probanden mit moderatem Defizit und 1.400 Kilokalorien erreichten 10,5 Prozent. Entgegen gängiger Annahmen zeigte die Gruppe mit schneller Abnahme keinen verstärkten Jo-Jo-Effekt. Dr. Marie Spreckley von der University of Cambridge ordnet die Ergebnisse als bedeutsam ein: Sie stellten die Überzeugung infrage, dass langsame Gewichtsreduktion grundsätzlich nachhaltiger sei.

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Medikamente ermöglichen bis zu 20 Prozent Gewichtsverlust

Im Bereich der Pharmakotherapie markiert der Einsatz von GLP-1-Rezeptoragonisten eine Zäsur. Auf einem Diabetes-Kongress in Düsseldorf am 25. Juni 2026 wurde erörtert, dass diese Wirkstoffe Gewichtsverluste von bis zu 20 Prozent ermöglichen. Michael Roden vom Deutschen Diabetes-Zentrum warnt jedoch vor Eigentherapie ohne ärztliche Aufsicht. Auch Prof. Dr. Thomas Kälicke weist auf Risiken hin – etwa ein erhöhtes Narkoserisiko durch verlangsamte Magenentleerung.

Die pharmazeutische Industrie investiert massiv. Eli Lilly stellt rund 1,9 Milliarden US-Dollar für Wirkstoffe wie Bimagrumab bereit, AstraZeneca investiert 300 Millionen US-Dollar. Novo Nordisk verfolgt mit CagriSema ebenfalls neue Therapieoptionen.

Für Patienten mit schwerer Adipositas bleibt laut Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum die bariatrische Chirurgie das wirksamste evidenzbasierte Verfahren. In spezialisierten Zentren werden jährlich über 1.000 Patienten behandelt. Empfohlen wird eine Kombination aus Operation sowie Ernährungs- und Bewegungstherapie.

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Chronobiologie: Wann wir essen, ist entscheidend

Neue Erkenntnisse des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung und der Charité aus dem Juni 2026 zeigen die Relevanz der Chronobiologie. Demnach folgen 1.386 Gene im Fettgewebe einem tageszeitlichen Rhythmus. Ein fettreiches Frühstück und ein kohlenhydratreiches Abendessen könnten die Insulinsensitivität verbessern.

Zur Zusammensetzung der Nahrung deutet eine im Mai 2026 in der Fachzeitschrift Cell Metabolism veröffentlichte Studie darauf hin, dass pflanzenbasierte Ernährung mit Fisch und spezifischer Aminosäuren-Anpassung den Fettabbau fördert – bei erhaltener Muskelmasse. Epidemiologische Daten von über 200.000 Personen stützen die These, dass hoher Konsum tierischen Eiweißes das Diabetes-Risiko erhöht, unabhängig von der Kalorienaufnahme.

Für Personen über 65 Jahre empfiehlt Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge eine Proteinzufuhr von 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – bevorzugt aus pflanzlichen Quellen. Zur Prävention von Darmkrebs, von dem in Deutschland jährlich 56.000 Menschen neu betroffen sind, raten Experten zur Reduktion von rotem Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH verdeutlicht die Risiken von Fast Food: Hohe Salz- und Fettgehalte begünstigen Entzündungsprozesse.

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