Bauchfett ab 40: CP-A-Zellen als Hauptursache identifiziert
05.07.2026 - 14:04:18 | boerse-global.de
Neue Studien liefern überraschende Erkenntnisse über die Ursachen von Bauchfett – und zeigen, warum reines Ausdauertraining oft nicht zur Gewichtsabnahme führt.
Zellen als Übeltäter: Warum Bauchfett ab 40 zunimmt
Forscher des Instituts City of Hope haben spezifische Zellen identifiziert, die ab etwa 40 Jahren die Einlagerung von Bauchfett begünstigen. Die sogenannten CP-A-Zellen nutzen den LIFR-Signalweg – ein Mechanismus, der künftig Ziel medikamentöser Therapien werden könnte.
Ein weiterer Akteur: das Protein MTCH2, auch „Mitch“ genannt. Wissenschaftler des Weizmann-Instituts beschreiben es als zellulären Schalter für den Fettstoffwechsel. Wird das Protein deaktiviert, steigt die Fettverbrennung, während die Bildung neuer Fettzellen gehemmt wird. Die gute Nachricht: Epigenetische Untersuchungen deuten darauf hin, dass gezieltes Krafttraining die Produktion dieses Proteins positiv beeinflussen kann.
Das Paradox des Ausdauersports: Mehr Fitness, kaum Gewichtsverlust
Eine Studie der Universität Tel Aviv zeigt: Probanden, die zwölf Wochen regelmäßig gingen, verbesserten ihre Fitness und reduzierten Körperfett – aber verloren kaum Gewicht. Der Grund? Kompensationsmechanismen des Körpers.
Bei erhöhter Aktivität senkt der Organismus den Ruheumsatz. Innere Organe wie Leber und Nieren verkleinern sich um etwa fünf Prozent, um Energie zu sparen. Der Körper arbeitet gegen die Gewichtsabnahme.
Doch das heißt nicht, dass Sport sinnlos ist. Eine Langzeitstudie im Fachmagazin JAMA Network Open belegt: Bereits 30 Minuten Krafttraining pro Woche senken das Risiko für Typ-2-Diabetes um 42 Prozent. In Kombination mit Ausdauertraining steigt der Schutz auf 62 Prozent.
Für gezielten Fettabbau empfehlen Experten unterschiedliche Zeitfenster: High-Intensity-Intervall-Training (HIIT) wirkt bereits nach 20 Minuten, klassische Ausdauerläufe benötigen mindestens 30 Minuten, zügiges Gehen 40 Minuten.
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Vom BMI zur differenzierten Analyse
Der Body-Mass-Index als alleiniges Maß für Übergewicht ist umstritten. Mediziner setzen zunehmend auf Taillenumfang und das Verhältnis von Taille zu Körpergröße (Waist-to-Height Ratio). Die Zahlen zeigen die Relevanz: In Deutschland gelten 43 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen als übergewichtig. Der Anteil der Adipösen liegt bei 20 beziehungsweise 16 Prozent.
Der Markt reagiert: Günstige Körperfettwaagen wie die von Renpho nutzen bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) und messen neben Gewicht auch Muskelmasse und Körperfettanteil. Premium-Modelle bieten segmentale Messungen einzelner Körperpartien – zu deutlich höheren Preisen.
Ernährung und Medizin im Wandel
Die American Diabetes Association setzt in ihren neuen Leitlinien auf medizinische Ernährungstherapien. Mediterrane, pflanzenbasierte Kost mit hohem Ballaststoffanteil kann den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetes senken. Von pauschalen Supplementierungen raten die Experten ab.
Kritisch wird der Diskurs über Proteinzufuhr geführt. Für Über-60-Jährige empfehlen Forscher bis zu 1,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht zur Vermeidung von Muskelabbau. Doch eine Studie warnt: Bei 50- bis 65-Jährigen kann ein sehr hoher Proteinanteil mit erhöhtem Krebsrisiko korrelieren.
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Pharmaindustrie setzt auf Pillen statt Spritzen
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat Anfang Juli Empfehlungen für GLP-1-Therapien in Tablettenform ausgesprochen. Ein Trend, der die Adipositas-Behandlung verändern könnte. Unternehmen wie Nestlé und Danone entwickeln bereits spezielle Lebensmittelprodukte für Nutzer dieser Medikamente.
