Bauchfett: Ab 94 Zentimetern Taillenumfang steigt bei MĂ€nnern das Risiko
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deRatgeber und Gesundheitsportale thematisieren vermehrt Strategien, mit denen sich die Bauchmuskulatur gezielt krÀftigen und gesundheitliche Risiken durch tief sitzendes Bauchfett verringern lassen. WÀhrend ein definierter Bauch oft als Fitnessideal gilt, verweisen medizinische Fachgesellschaften vor allem auf die gesundheitlichen Gefahren von viszeralem Fettgewebe.
Gesundheitliche Risiken und Richtwerte beim Taillenumfang
Das Deutsche Herzzentrum MĂŒnchen weist darauf hin, dass viszerales Fett das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erhöht. Die Gastroenterologin Petra Wolfinger vom Ordensklinikum Linz betont, dass dieses Fettgewebe EntzĂŒndungsprozesse im Körper begĂŒnstigt und das Auftreten von Arterienverkalkung, Herzinfarkten und SchlaganfĂ€llen fördert.
AnlĂ€sslich des bevorstehenden MĂ€nnergesundheitsmonats November verweist das Klinikum auf Daten aus Ăsterreich, wonach rund 60 Prozent der erwachsenen MĂ€nner ĂŒbergewichtig und etwa 18 Prozent adipös sind.
Zur Bestimmung des individuellen Risikos gelten Richtwerte fĂŒr den Bauchumfang:
* Laut Bundesministerium fĂŒr Gesundheit besteht bereits ab 80 Zentimetern bei Frauen und ab 94 Zentimetern bei MĂ€nnern ein erhöhtes Risiko.
* Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft zieht Grenzwerte von maximal 88 Zentimetern fĂŒr Frauen und 102 Zentimetern fĂŒr MĂ€nner.
* Wolfinger stuft einen Taillenumfang ab 94 Zentimetern als erhöht und ab 102 Zentimetern als deutlich erhöht ein.
ErnÀhrung: Kaloriendefizit und NÀhrstoffauswahl
Zur Gewichtsreduktion empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung ein moderates Tempo von 0,5 bis 1 Kilogramm pro Woche. Ein tĂ€gliches Kaloriendefizit von 500 Kilokalorien entspricht rechnerisch einem Verlust von rund 0,5 Kilogramm pro Woche; nach vier bis acht Wochen sind demnach erste sichtbare VerĂ€nderungen möglich. Auch ein Korridor von 300 bis 500 Kilokalorien Defizit wird in Empfehlungen von Sport- und Adipositasgesellschaften als nachhaltig eingestuft.
Wissenschaftliche Erhebungen verdeutlichen die Rolle einzelner ErnÀhrungsfaktoren:
* Eine Untersuchung der Wake Forest University aus dem Jahr 2011 belegt, dass zehn Gramm mehr lösliche Ballaststoffe am Tag das viszerale Fett ĂŒber fĂŒnf Jahre um 3,7 Prozent senkten.
* Eine im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlichte Arbeit aus dem Jahr 2015 nennt eine Zufuhr von 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, um wÀhrend einer DiÀt Muskelmasse zu erhalten.
* Das 16:8-Intervallfasten liefert laut einer Publikation im New England Journal of Medicine aus dem Jahr 2022 vergleichbare Ergebnisse wie eine kontinuierliche Kalorienreduktion.
* Alkohol erschwert die Fettverbrennung: Er liefert sieben Kilokalorien pro Gramm; ein halber Liter Bier enthĂ€lt rund 215 Kilokalorien und begĂŒnstigt laut einer Auswertung von Bendsen et al. aus dem Jahr 2012 die Fetteinlagerung am Bauch.
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Das Ordensklinikum Linz rĂ€t zudem zu drei ausgewogenen Hauptmahlzeiten mit Pausen von vier bis fĂŒnf Stunden zwischen dem Essen.
Trainingsmethoden und VerletzungsprÀvention
FĂŒr die körperliche AktivitĂ€t empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation 150 bis 300 Minuten moderate Ausdauer pro Woche ergĂ€nzt durch zwei Krafteinheiten.
Studien, darunter eine Arbeit der Duke University im American Journal of Physiology (2012) sowie Verheggen et al. im British Journal of Sports Medicine (2016), zeigen, dass die Kombination beider Trainingsformen wirksamer ist als eine Methode allein.
Laut einer Veröffentlichung von Boutcher im Journal of Obesity (2011) erweist sich hochintensives Intervalltraining als besonders effektiv gegen viszerales Fett.
Fitnessfachleute setzen vermehrt auf funktionelle RumpfĂŒbungen:
* Personal Trainerin Courtney Goldate empfiehlt stehende Ăbungen mit Kurzhanteln oder Kettlebells wie den Farmerâs Carry oder das einseitige Koffertragen in drei bis vier SĂ€tzen Ă 20 bis 30 Sekunden.
* Trainer Pablo Montaner rĂ€t zu StabilisationsĂŒbungen am Trainingsende und warnt, dass klassische Crunches Beschwerden bei Vorerkrankungen verstĂ€rken können.
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Im fortgeschrittenen Alter sei RumpfstabilitĂ€t wichtiger fĂŒr Sicherheit und Autonomie als bloĂe Muskeldefinition.
* Ăbungen wie die BĂ€ren-Planke mit Haltezeiten von 20 bis 60 Sekunden stĂ€rken die Tiefenmuskulatur und beugen RĂŒckenbeschwerden vor. Peloton-Trainerin Mayla Wedekind verweist zudem darauf, dass fĂŒr den Einstieg zwei kurze Krafteinheiten pro Woche genĂŒgen.
Dass Ăberlastung Risiken birgt, zeigte sich kĂŒrzlich in der chinesischen Provinz Guangdong, wo vier von sieben Teilnehmern einer Trainingsgruppe nach dem ersten Training wegen RĂŒckenverletzungen hospitalisiert werden mussten.
Jiang Lei von der Beijing Sport University hebt hervor, dass die Bauchform zu rund 70 Prozent von Training und Lebensstil sowie zu 30 Prozent von der Genetik abhĂ€nge. Einsteiger sollten mit statischen Ăbungen wie Planks und dem VierfĂŒĂlerstand beginnen.
Dauern Schmerzen nach dem Training lÀnger als drei Tage an oder treten Schwellungen und MuskelkrÀmpfe auf, sei eine Àrztliche AbklÀrung erforderlich. Zudem spielt die Erholung eine Rolle: Laut Sleep-Journal (2010) geht eine Schlafdauer von unter sechs Stunden pro Nacht mit mehr viszeralem Fett einher; empfohlen werden sechs bis acht Stunden.
