Bauchfett-Abbau: 28% weniger Diabetes-Risiko ĂŒber zehn Jahre
17.06.2026 - 02:27:20 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Analyse der JACC-Studie mit Daten von ĂŒber neun Millionen Erwachsenen aus den USA und SĂŒdkorea.
Rund 99 Prozent aller schwerwiegenden kardiovaskulĂ€ren Ereignisse lassen sich auf diese beeinflussbaren Faktoren zurĂŒckfĂŒhren. Besonders Bluthochdruck ist ein verbreitetes Problem: Ăber 93 Prozent der untersuchten Patienten waren betroffen. Die Forscher sind ĂŒberzeugt: Eine konsequente Ăberwachung könnte die Zahl der TodesfĂ€lle massiv senken.
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Allein in der Schweiz starben 2024 rund 20.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Gefahr wird systematisch unterschÀtzt
Trotz der bekannten Risiken verdrĂ€ngen viele Menschen ihre persönliche GefĂ€hrdung. Der Sanitas Health Forecast 2026 mit rund 2.500 Befragten in der Schweiz zeigt: Das Lebenszeitrisiko fĂŒr Diabetes liegt in Industrienationen bei bis zu 40 Prozent. Doch 47 Prozent der Befragten schĂ€tzten ihr eigenes Risiko als unterdurchschnittlich ein. Nur 16 Prozent sahen bei sich ein erhöhtes Risiko.
Ăhnlich bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Mehr als ein Drittel fĂŒhlte sich wenig gefĂ€hrdet, obwohl nur 28 Prozent ein tatsĂ€chlich erhöhtes Risiko vermuteten. MĂ€nner schĂ€tzten ihr Risiko mit 31 Prozent hĂ€ufiger als erhöht ein als Frauen mit 25 Prozent.
Bauchfett abbauen â Schutzeffekt hĂ€lt Jahre
Neue Forschungsergebnisse belegen die Nachhaltigkeit von LebensstilÀnderungen. Eine Studie der Ben-Gurion-UniversitÀt und der UniversitÀt Leipzig, veröffentlicht in Circulation (Juni 2026), zeigt: Der Abbau von viszeralem Bauchfett durch ErnÀhrung und Bewegung wirkt noch zehn Jahre spÀter positiv.
Den Daten von 366 Teilnehmern zufolge senkt jede Reduktion des viszeralen Fetts um zehn Prozent das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um 28 Prozent. Der Schutzeffekt blieb bestehen, selbst wenn das Körpergewicht nach einem Jahrzehnt wieder auf den Ausgangswert angestiegen war â solange der Taillenumfang reduziert blieb.
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Eine gemeinsame Studie des King's College London und des UniversitĂ€tsklinikums TĂŒbingen bestĂ€tigt: Die Normalisierung der Blutzuckerwerte bei PrĂ€diabetes senkt das Risiko fĂŒr herzbedingte TodesfĂ€lle oder Krankenhauseinweisungen um 58 Prozent. Das Risiko fĂŒr Herzinfarkte oder SchlaganfĂ€lle ging um 42 Prozent zurĂŒck.
Dr. Andreas Birkenfeld von der UniversitĂ€tsklinik TĂŒbingen spricht von einer âpotenziellen vierten SĂ€ule der PrimĂ€rprĂ€ventionâ.
Depression als unterschÀtzter Risikofaktor
Auch die psychische Gesundheit rĂŒckt in den Fokus der Kardiologie. Experten des Salus-Fachklinikums Uchtspringe wiesen Mitte Juni 2026 darauf hin: Depressionen mĂŒssen als eigenstĂ€ndiger Risikofaktor fĂŒr Herzerkrankungen eingestuft werden â vergleichbar mit Rauchen oder Bluthochdruck.
Zudem entwickeln 20 bis 30 Prozent der Patienten nach einem Herzinfarkt depressive Verstimmungen, was den Heilungsprozess negativ beeinflusst.
Breite AufklÀrungskampagnen gestartet
Um die PrĂ€vention in der Bevölkerung zu verankern, wurden im Juni 2026 mehrere Initiativen gestartet. In Halle begann am 15. Juni die 7. Herzwoche Sachsen-Anhalt unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne und Prof. Daniel Sedding. Workshops und Messaktionen sollen fĂŒr vermeidbare Risiken sensibilisieren.
Am 20. Juni ist ein Aktionstag im RKH Klinikum Ludwigsburg geplant â von kardiologischer PrĂ€vention bis zur Mundgesundheit.
Die wissenschaftliche Bedeutung des Themas zeigt sich auch in der Forschungsförderung: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstĂŒtzt das Projekt âCARDIO-DIABETES-CROSSTALKâ mit elf Millionen Euro, um die Wechselwirkungen zwischen Stoffwechsel- und Herzerkrankungen weiter zu entschlĂŒsseln.
