Bauchfett, Diabetes-Risiko

Bauchfett: Nur 10% weniger senkt Diabetes-Risiko um 28%

25.06.2026 - 23:38:00 | boerse-global.de

Viszerales Fett begĂŒnstigt Krebs und Diabetes. Studien zeigen, dass eine Reduktion des Bauchfetts das Risiko unabhĂ€ngig vom Gewicht senkt.

Bauchfett als Risikofaktor: Neue Studien zu Krebs und Diabetes
Bauchfett - Abstrakte Darstellung von viszeralem Fett, das innere Organe umgibt, um die gesundheitlichen Risiken von Bauchfett zu symbolisieren. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Wer sein Bauchfett reduziert, senkt sein Risiko massiv – selbst ohne Gewichtsverlust.

Krebsrisiko steigt mit jedem BMI-Punkt

Eine Meta-Analyse vom Juni 2026 belegt den Zusammenhang zwischen Body-Mass-Index und Krebserkrankungen. Pro fĂŒnf zusĂ€tzliche BMI-Punkte steigt das Risiko fĂŒr Leberkrebs um 20 Prozent. Insgesamt erhöht ein höherer BMI das Risiko fĂŒr 19 verschiedene Krebsarten signifikant.

Doch viszerales Fett schadet nicht nur onkologisch. Es treibt auch die Entstehung von Arteriosklerose voran. Eine Studie mit 366 Teilnehmenden zeigt: Wer sein Bauchfett um 10 Prozent reduziert, senkt das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um 28 Prozent – unabhĂ€ngig vom Gesamtgewicht.

Der Grund: Eine verbesserte InsulinsensitivitĂ€t und sinkende EntzĂŒndungswerte wie CRP und IL-6.

Abnehmspritzen: Segen mit Nebenwirkungen

Der Markt fĂŒr Adipositas-Medikamente boomt. Eli Lilly, AstraZeneca und Novo Nordisk arbeiten an Wirkstoffen wie CagriSema oder Bimagrumab. Cambrian Biotechs ATX-304 kann viszerales Fett gezielt um 5 Prozent reduzieren.

Eine Analyse von ĂŒber 111.000 Frauen auf dem ASCO-Kongress zeigt: GLP-1-Rezeptoragonisten senken das Brustkrebsrisiko um 30,5 Prozent. Die Forscher der University of Pennsylvania fĂŒhren das auf Gewichtsreduktion und entzĂŒndungshemmende Effekte zurĂŒck.

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Doch Fachleute warnen vor Euphorie. Dr. Thomas Mansfeld vom Asklepios Westklinikum Hamburg behandelt jĂ€hrlich ĂŒber 1.000 Adipositas-Patienten. Seine Botschaft: „GLP-1-PrĂ€parate sind verschreibungspflichtige Medikamente, keine Lifestyle-Produkte.“ Nach dem Absetzen komme es hĂ€ufig zur erneuten Gewichtszunahme.

Beobachtungen vom ENDO-Kongress 2026 zeigen zudem: Die körperliche AktivitÀt sinkt unter GLP-1-Therapie. Die tÀgliche Schrittzahl fiel von durchschnittlich 5.047 auf 4.487 Schritte.

Bei schwerer Adipositas bleibe die Operation die wirksamste evidenzbasierte Therapie, so Mansfeld.

Jo-Jo-Effekt widerlegt: Schnell abnehmen hÀlt lÀnger

Der Mythos vom Jo-Jo-Effekt bei schnellem Abnehmen fĂ€llt. Eine norwegische Studie auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Adipositas in Istanbul widerlegt die Annahme, dass nur langsame Gewichtsabnahme nachhaltig sei.

284 Teilnehmende wurden verglichen: Die Gruppe mit schneller Abnahme (unter 1.000 kcal pro Tag ĂŒber acht Wochen) hielt nach einem Jahr 14,4 Prozent Gewichtsverlust. Die Gruppe mit langsamer Abnahme erreichte nur 10,5 Prozent.

Ein verstÀrkter Jo-Jo-Effekt durch schnelles Abnehmen? Nicht bestÀtigt.

Genetik: Eltern geben Übergewicht weiter – aber nicht schicksalhaft

Eine Untersuchung mit rund 85.000 Kindern in PLOS Medicine zeigt: Der Zusammenhang zwischen dem BMI der Eltern und dem der Kinder ist ab dem sechsten Lebensmonat zu 79 Prozent (Mutter) und 94 Prozent (Vater) genetisch bedingt.

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Doch Forscher warnen vor Resignation. Umweltfaktoren, ErnÀhrung und Bewegung können die AktivitÀt dieser Gene beeinflussen. Die Anlage ist nicht das Schicksal.

PrÀvention: niederschwellig, praktisch, digital

Das Projekt „Science Snack“ der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen setzt auf DarmkrebsprĂ€vention bei jungen Menschen. In Deutschland gibt es jĂ€hrlich 56.000 Neuerkrankungen, davon etwa 5 Prozent bei JĂŒngeren. Risikofaktoren: rotes Fleisch, mangelnde Ballaststoffe, Bauchfett.

Empfohlen wird unter anderem das 14:10-Intervallfasten zur Reduktion von viszeralem Fett.

Und selbst auf Kreuzfahrtschiffen hĂ€lt die Medizin Einzug: MSC Cruises plant ab Sommer 2026 Infusionstherapien und KI-gestĂŒtzte Hautanalysen im Bordprogramm.

Ein Beispiel fĂŒr langfristigen Erfolg: YouTuberin Hanna Kim reduzierte ihr Gewicht durch KalorienzĂ€hlen und Bewegung um zehn Kilogramm – und hielt es ĂŒber drei Jahre stabil.

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