Bauchspeicheldrüsenkrebs, Bluttest

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Bluttest Panxeon erkennt 86,8 Prozent der Frühfälle

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der kombinierte Bluttest identifizierte frühe Tumorstadien und Krebsvorstufen; Forschende sehen ihn als Ergänzung zur Bildgebung.

Panxeon-Bluttest erkennt Bauchspeicheldrüsenkrebs früh in 86,8 Prozent der Fälle
Leere medizinische Reagenzgläser und Laborausrüstung in einer sterilen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die frühzeitige Erkennung von Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt in der Onkologie als eine der größten Herausforderungen, da Symptome meist erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Krebszentrums City of Hope stellte in der Fachzeitschrift Nature Medicine Ergebnisse zu einem neuen Bluttest namens Panxeon vor.

Das Verfahren wies Bauchspeicheldrüsenkrebs in den Stadien I und II in knapp 87 Prozent der Fälle nach. An der prospektiven, multizentrischen Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) und dem National Cancer Institute (NCI) unterstützt wurde, nahmen 1.785 Personen aus den USA, Europa und Asien teil.

Multimarker-Ansatz verbessert Sensitivität im Frühstadium

Bisherige Fachdaten zeigen, dass die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs bei sechs bis acht Prozent stagniert, da weniger als 25 Prozent der Fälle zum Zeitpunkt der Diagnose noch lokalisiert und somit potenziell heilbar sind.

Studienautor Ajay Goel von City of Hope betonte in diesem Zusammenhang, dass die Erkrankung vor allem deshalb so tödlich verlaufe, weil sie meist erst festgestellt werde, wenn sich das Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung bereits schließe.

Der Test Panxeon kombiniert drei biologische Signalgeber: frei zirkulierende microRNAs, microRNAs aus Exosomen sowie das Tumormarker-Protein CA19-9. Daraus errechnet das System einen Risikoscore.

In der finalen Auswertungsgruppe erkannten die zehn ausgewählten microRNAs allein bereits 83,8 Prozent der frühen Fälle, während CA19-9 als Einzelmarker für Stadium I lediglich eine Sensitivität von 55,6 Prozent erreichte.

Die Kombination beider Komponenten steigerte die Erkennungsrate für die Stadien I und II auf 86,8 Prozent. Zudem identifizierte das Verfahren hochgradige Dysplasien, die als Krebsvorstufe gelten, in mehr als 64 Prozent der Fälle.

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Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs stagniert seit Jahren bei sechs bis acht Prozent — weil die Erkrankung meist erst entdeckt wird, wenn sich das Behandlungsfenster bereits schließt. Neue Bluttest-Verfahren auf Basis mehrerer Marker erreichen im Frühstadium inzwischen Trefferquoten von 77 bis 87 Prozent und sollen bildgebende Verfahren ergänzen, nicht ersetzen. Unser kostenloser Leitfaden ordnet ein, was das für Familien mit familiärer Vorbelastung konkret bedeutet. Kostenlosen Früherkennungs-Leitfaden anfordern

Die Falsch-positiv-Rate lag in der Kontrollgruppe mit niedrigem Risiko bei rund drei Prozent (exakt 3,2 Prozent), während sie bei Personen mit erhöhtem Risiko mit 15,6 Prozent deutlich höher ausfiel. Die Forschenden von City of Hope heben hervor, dass das Bluttestverfahren bildgebende Verfahren nicht ersetzen, sondern als zusätzliches Diagnosewerkzeug dienen soll.

In einer untersuchten Untergruppe von 19 Patienten zeigte sich zudem ein potenzieller Nutzen im Behandlungsverlauf: Das microRNA-Signal sank unter prä- und postoperativer Chemotherapie ab und stieg im Vorfeld eines Rückfalls wieder an.

Parallele Entwicklungen in der Früherkennungsforschung

Neben dem Team von City of Hope arbeiten weitere Forschungseinrichtungen und Unternehmen an molekularen Nachweisverfahren für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Das schwedische Diagnostikunternehmen Immunovia AB veröffentlichte im Journal of Clinical Medicine eine gepoolte Analyse seiner Validierungsstudien für den Test PancreaSure.

Bei Personen mit familiärer Vorbelastung oder pathogenen Keimbahnvarianten wies dieser eine Sensitivität von 77,5 Prozent und eine Spezifität von 93,6 Prozent für die Stadien I und II auf, wobei die Sensitivität im Stadium I 80,0 Prozent betrug.

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Gleichzeitig untersuchen Wissenschaftler der Mayo Clinic und der University of Pennsylvania ein alternatives Panel aus vier Protein-Biomarkern, das neben CA19-9 auch ANPEP, PIGR und THBS2 umfasst. In retrospektiven Kohorten erreichte diese Kombination eine Erkennungsrate von 87,5 Prozent bei Frühstadien.

Die Entwicklung verschiedener Markerprofile verdeutlicht das Bestreben der klinischen Forschung, über rein proteinbasierte Standardmarker hinauszugehen, um therapeutische Interventionen vor dem Eintreten von Metastasen zu ermöglichen.

Mehr zum Thema bei WELT: „Krebs: Neuer Bluttest erkennt frühen Pankreaskrebs in 87 Prozent der Fälle“

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