Bauchspeicheldrüsenkrebs, Panxeon

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Panxeon erkennt 86,8 Prozent der frühen Fälle

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 1.785 Patienten zeigt Panxeons Erkennungsleistung, höhere Fehlerraten bei Risikogruppen und den Bedarf an weiteren Untersuchungen.

Panxeon-Bluttest erkennt frühen Bauchspeicheldrüsenkrebs in 86,8 Prozent
Ein sauberes, modernes medizinisches Labor mit Reagenzgläsern in einem Gestell auf einem weißen Labortisch bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die frühzeitige Diagnose von Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt in der Onkologie als eine der größten Herausforderungen, da ein klinisch etablierter Bluttest zur Früherkennung bislang nicht existiert.

Eine am 16. September 2026 im Fachjournal Nature Medicine vorgestellte Untersuchung eines multinationalen Forschungsteams unter Leitung des Krebszentrums City of Hope liefert nun detaillierte Einblicke in das Potenzial des neu entwickelten Testverfahrens Panxeon. Die Daten zeigen, wie das Verfahren frühe Tumorstadien identifizieren und künftig die Risikobewertung unterstützen könnte.

Hohe Trefferquote in frühen Krankheitsstadien

Im Rahmen der klinischen Validierung analysierten die Forschenden Proben von 1.785 Patienten aus vier Ländern in den USA, Europa und Asien. Der Test wies Bauchspeicheldrüsenkrebs im Stadium 1 und 2 bei 86,8 Prozent der Fälle nach, was einer Erkennungsrate von knapp 87 Prozent entspricht.

Neben manifesten Karzinomen im Frühstadium erfasste das Verfahren bei Hochrisikopatienten mit Bauchspeicheldrüsenzysten auch hochgradige Dysplasien in 64,3 Prozent der Fälle.

Bei der Zuverlässigkeit zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede je nach untersuchter Personengruppe. In der allgemeinen Niedrigrisikogruppe lag der Anteil falsch-positiver Ergebnisse bei 3,2 Prozent beziehungsweise rund 3 Prozent. Bei Hochrisikogruppen fiel die Rate fehlerhafter Befunde mit 16 Prozent hingegen spürbar höher aus.

Zudem untersuchte das Team den Verlauf bei 19 operierten oder chemotherapeutisch behandelten Patienten: Hier bildete der Test das therapeutische Ansprechen durch einen sinkenden Tumorwert ab und zeigte bereits vor einem klinischen Rückfall wieder einen messbaren Anstieg.

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Zusammenspiel von microRNAs und Tumormarker

Technologisch beruht Panxeon auf einer Kombination verschiedener biologischer Indikatoren, die mithilfe künstlicher Intelligenz zu einem Risikoscore verdichtet werden.

Das System verknüpft eine Signatur aus zehn spezifischen Signalen frei zirkulierender microRNAs und Exosomen-microRNAs mit dem etablierten Tumormarker CA 19-9. Durch diese mehrdimensionale Signalanalyse erreicht der Ansatz eine deutlich höhere diagnostische Genauigkeit, als es mit herkömmlichen Einzelmarkern im Frühstadium möglich war.

Einsatz als Triage statt flächendeckendem Screening

Trotz der präzisen Nachweise betonen die beteiligten Forschenden, dass Panxeon nicht als flächendeckendes Screening-Werkzeug für die gesamte Bevölkerung konzipiert ist. Stattdessen sehen die Autoren der Studie die primäre Rolle des Bluttests in der Triage von bereits bekannten Risikopersonen.

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Der Test soll medizinisches Personal dabei unterstützen, gezielt jene Patienten auszuwählen, die für nachgelagerte bildgebende Verfahren infrage kommen. Einen vollständigen Ersatz für etablierte bildgebende Untersuchungen stellt Panxeon gegenwärtig nicht dar.

Vor einer breiten Einführung im Versorgungsalltag sind weitere groß angelegte, prospektive Studien erforderlich. Die Forschenden weisen darauf hin, dass modellierte frühere Diagnosen allein noch keinen Nachweis für eine tatsächlich verbesserte Überlebensrate der Betroffenen liefern. Entsprechende prospektive Langzeitstudien stehen bislang noch aus, um den endgültigen therapeutischen Nutzen zu belegen.

Mehr zum Thema bei WELT: „Krebs: Neuer Bluttest erkennt Bauchspeicheldrüsenkrebs im Frühstadium in 87 Prozent der Fälle“

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