Bauchspeicheldrüsenkrebs: RELEVIUM erprobt KI-gestützte Palliativversorgung
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 20:43 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Horizon Europe geförderte Projekt RELEVIUM setzt auf moderne Informationstechnologien, um die Palliativversorgung von Menschen mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs zu verbessern.
Wie Berichte vom 2. November 2026 darlegen, übernimmt die Universitätsmedizin Mainz die Koordination des Verbunds, an dem insgesamt 17 Partnerinstitutionen aus zehn Ländern beteiligt sind.
Die Laufzeit der internationalen Forschungsinitiative erstreckt sich von September 2022 bis November 2026. Im Zentrum steht ein ganzheitlicher Ansatz, der ein engmaschiges Monitoring betroffener Patienten mit einer softwaregestützten Interventionsplanung verbindet.
Digitale Sensorik und erklärbare Algorithmen für den Alltag
Um den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden im häuslichen Umfeld systematisch zu begleiten, binden die RELEVIUM-Partner moderne Messtechnik in den Versorgungsalltag ein. Die teilnehmenden Patienten werden mit sensorbestückten Smartwatches sowie einer eigens bereitgestellten Smartphone-App ausgestattet.
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Über diese Werkzeuge erfassen die Betroffenen fortlaufend Daten zu ihrem Schmerzempfinden, ihrer Ernährung sowie ihrer körperlichen Aktivität. Die gesammelten Messwerte werden über die Smartwatches, die Anwendung und ein zentrales Web-Dashboard zusammengeführt und structured analysiert.
Auf Grundlage dieses Datenpools entwickelt das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM Verfahren der erklärbaren künstlichen Intelligenz (XAI).
Diese XAI-Algorithmen berechnen strukturierte Vorschläge für personalisierte Pläne in den Bereichen Schmerzmanagement, Ernährung und körperliche Bewegung. Dabei dient das digitale System ausschließlich der Entscheidungsunterstützung: Die volle Entscheidungshoheit über alle therapeutischen Schritte und medizinischen Maßnahmen verbleibt weiterhin bei den behandelnden Ärzten.
Klinische Erprobung und interdisziplinäre Begleitung
Die konkrete Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wird eng durch Fachwissenschaftler überwacht. So übernimmt die Abteilung Sportmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz die kontinuierliche Kontrolle der Trainingsvorschläge, bevor diese in die Praxis übergehen.
Das RELEVIUM-Konsortium sieht vor, die personalisierten Behandlungspläne der Patienten in einem festen Rhythmus von allen ein bis zwei Wochen an den jeweiligen Zustand anzupassen.
Zur Überprüfung des gesamten Versorgungskonzepts führt das Konsortium eine multizentrische randomisierte klinische Studie durch, an der rund 50 Probanden teilnehmen.
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Mit der Erprobung verfolgen die Projektpartner mehrere Kernziele: Neben dem Erhalt und der Verbesserung der Lebensqualität für die Betroffenen stehen Aspekte der Kostenwirksamkeit, die Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit sowie die spürbare Stresslinderung für die beteiligten Familienangehörigen im Vordergrund.
Die Notwendigkeit optimierter Versorgungsansätze unterstreicht das Konsortium anhand der epidemiologischen Lage: Bauchspeicheldrüsenkrebs macht zwei bis drei Prozent aller bösartigen Tumore aus und weist eine unverändert hohe Mortalität auf.
