Bauernhof-Effekt, Bakterienarten

Bauernhof-Effekt: Neun Bakterienarten erklären zwei Drittel des Asthma-Schutzes

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 11:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studie identifiziert neun Bakterienarten und deren Stoffwechselprodukte als Schlüsselfaktoren für den Schutz von Kindern auf Bauernhöfen.

Bauernhof-Effekt: Forscher entschlüsseln Schutz vor Asthma und Allergien
Ein hell beleuchteter Bauernhofstall mit Sonnenstrahlen, die durch die Luft fallen, symbolisiert die mikrobielle Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kinder auf Bauernhöfen haben seltener Asthma und Allergien. Jetzt wissen Forscher, warum.

Ein internationales Team unter der Leitung von Markus Ege (LMU Klinikum und Helmholtz Munich) hat die mikrobiologischen Grundlagen des sogenannten Bauernhof-Effekts entschlüsselt. Die Studie, erschienen in NEJM Evidence, identifiziert konkrete Bakterien und deren Stoffwechselprodukte als Schutzfaktoren.

Neun Bakterienarten im Fokus

Im Zentrum stehen Bakterien aus dem Verdauungstrakt von Kühen. Über die Stallluft gelangen sie in die Atemwege von Menschen. Die Forscher identifizierten neun grampositive Bakterienarten, die den Schutz vermitteln.

Anzeige

Warum fühlen Sie sich ständig müde und haben Schmerzen? Stille Entzündungen könnten der Grund sein. Ein kostenloser Selbsttest verrät, ob Ihr Körper heimlich unter Entzündungen leidet – und was Sie dagegen tun können. 12 natürliche Entzündungs-Killer jetzt entdecken

Zu den Hauptakteuren zählen Romboutsia timonensis und Glutamicibacter arilaitensis. Die Analyse basiert auf Daten von mehr als 1.000 Kindern aus verschiedenen europäischen Studien. Bereits die bloße Anwesenheit dieser Bakterien in der Atemluft reicht aus, um präventive Prozesse im Immunsystem auszulösen.

Botenstoffe mit Schutzfunktion

Die Schutzwirkung beruht auf spezifischen Metaboliten – Stoffwechselprodukten der Bakterien. Vier Moleküle spielen eine Schlüsselrolle: Kynurenin, Xanthin, Alpha-Linolensäure und Stearidonsäure.

Diese Botenstoffe binden in den Atemwegen an zwei Rezeptoren: den Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor (AhR) und den Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptor gamma (PPAR?). Die Aktivierung dieser Rezeptoren moduliert die Immunantwort und wirkt entzündlichen Überreaktionen entgegen. Das erklärt, warum regelmäßiger Stallkontakt das Risiko für chronische Atemwegserkrankungen senkt.

Anzeige

Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort steckt in einem kostenlosen Ratgeber über die Wirkkraft antientzündlicher Ernährung, den bereits tausende Deutsche heruntergeladen haben. Kostenlosen Ratgeber zur Entzündungshemmung sichern

Zwei Drittel des Schutzes erklärt

Die statistische Auswertung zeigt die enorme Bedeutung dieser Mechanismen: Die identifizierten Bakterien und Stoffwechselwege vermitteln rund zwei Drittel des gesamten Bauernhof-Effekts bei Asthma. Bei Heuschnupfen und Neurodermitis sind es immerhin noch 50 Prozent.

Die Ergebnisse präzisieren das Verständnis des Bauernhof-Effekts erheblich. Galt er bisher als allgemeines Phänomen hoher Keimbelastung, erlauben die neuen Daten eine gezielte Zuordnung zu spezifischen Bakterienarten und deren biochemischen Wirkweisen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69895832 |