Bauwende, Bundesbauministerin

Bauwende: Bundesbauministerin führt BIM und digitale Standards ein

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 07:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Bauwirtschaft treibt mit neuen Zertifikaten, lokalen Projekten und digitalen Standards die nachhaltige Transformation voran.

Nachhaltiges Bauen: DGNB startet Handwerker-Zertifizierung
Ein Handwerker prüft nachhaltige Baumaterialien auf einer Baustelle, die den Fokus auf Kreislaufwirtschaft und ressourceneffizientes Bauen darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Steigende regulatorische Anforderungen und der Bedarf an ressourceneffizienten Lösungen treiben die Entwicklung voran. Branchenweit entstehen derzeit Schulungsangebote und Kooperationen, die speziell auf Handwerksbetriebe zugeschnitten sind.

DGNB erweitert Qualifizierungsangebot

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat ihr Qualifizierungsangebot ausgeweitet. Ziel ist die gezielte Zertifizierung von Handwerksbetrieben für nachhaltige Bauweisen. Auf einer Mitgliederversammlung am 17. Juni 2026 beschloss die Organisation neue Mitgliedskategorien für Handwerks- und Handelsunternehmen.

Ein Arbeitskreis soll bis Mitte September 2026 die Details ausarbeiten. Das vollständige Schulungsprogramm soll zur Fachmesse BAU 2027 starten. Erste Pilotschulungen liefen bereits erfolgreich.

Parallel dazu ging die DGNB am 9. Juli 2026 eine strategische Partnerschaft mit dem Netzwerk Circle ein. Der Verbund gilt als europaweit größtes Netzwerk für nachhaltiges Bauen mit über 2.800 Mitgliedsorganisationen. Der Circle-Verbund vereint mehr als 90 Unternehmen der Entsorgungs- und Bauwirtschaft. Die Kooperation bündelt Fachwissen zur Kreislaufwirtschaft und soll die praktische Umsetzung beschleunigen. Im Zuge dieser Entwicklungen ernannte die DGNB Prof. Alexander Rudolphi zu ihrem ersten Ehrenpräsidenten.

Bottrop startet zirkuläres Projekt

Neben überregionalen Zertifizierungen gewinnen lokale Initiativen an Bedeutung. Im Juli 2026 stellte Bottrop im Rahmen eines Handwerksfrühstücks das Projekt „bottrop.gemeinsam.zirkulär“ vor. Das Vorhaben läuft über drei Jahre und wird vom Land Nordrhein-Westfalen sowie der Europäischen Union gefördert. Der Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung von Betrieben bei zirkulären Sanierungsprojekten.

Ähnliche Impulse setzt das Projekt „Grünes Gründen Münsterland“. Für den 23. Juli 2026 ist ein Aktionstag in Münster geplant, der sich mit nachhaltigen Geschäftsmodellen in der Kreislaufwirtschaft befasst. Die Handwerkskammer Münster ist beteiligt. Ein weiterführender Workshop auf einer Fachkonvention am 11. November 2026 soll folgen.

Modulares Bauen und digitale Standards

Die Transformation wird durch technologische Trends wie Modulares Bauen und Digitalisierung vorangetrieben. In einem Webinar des Deutschen Städte- und Gemeindebundes am 9. Juli 2026 präsentierten Unternehmen wie Lidl Immobilien und Delta Projektentwicklung Ansätze zu modularen Baukastensystemen und dem „Cradle-to-Cradle“-Prinzip. Kommunale Vertreter aus Welzheim verwiesen auf die wachsende Bedeutung der Holzbauweise für öffentliche Gebäude.

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Auf politischer Ebene kündigte Bundesbauministerin Verena Hubertz im Rahmen der „Tech in Construction“ am 9. Juli 2026 Maßnahmen zur Beschleunigung von Bauprozessen an. Dazu gehören die verbindliche Einführung von Building Information Modeling (BIM), der Gebäudetyp E für einfacheres Bauen sowie Bürokratieabbau durch digitale Standards wie „X-Planung“. Das Ministerium setzt verstärkt auf die Förderung von Innovationen und Wachstumskapital für Start-ups im Bausektor.

Neue Showrooms und Sprachkurse

Um die personellen Voraussetzungen für die Bauwende zu schaffen, rückt die Ausbildung in den Fokus. Im Juni 2026 eröffnete im niedersächsischen Löningen ein neuer Ergonomie-Showroom. Er präsentiert Tischlern und Schreinern moderne Lösungen für gesundes Arbeiten. Zudem werden gezielte Qualifizierungsmaßnahmen für den Nachwuchs angeboten.

In Baden-Württemberg starten ab dem 20. Juli 2026 kostenfreie Deutsch-Intensivkurse für Auszubildende mit Migrationsgeschichte. Sie sollen deren Integration in den handwerklichen Arbeitsmarkt unterstützen.

Die finanzielle Anerkennung von Qualifikationen bleibt ebenfalls ein Thema. Die Handwerkskammer Mannheim zahlte zum 31. Mai 2026 Meisterprämien in Höhe von insgesamt 190.500 Euro an 127 Absolventen. Die nächste Antragsfrist für diese Förderung in Baden-Württemberg endet am 30. November 2026.

Haftungsrisiken bei Wärmedämmung

Mit der energetischen Sanierung steigen auch die rechtlichen Anforderungen. Eine Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht wies vor einem Fachseminar am 14. Juli 2026 auf erhebliche Haftungsrisiken bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) hin. Besonders Prüf- und Bedenkenhinweispflichten seien für Handwerker entscheidend, um Mängelansprüche zu vermeiden.

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Einen Ausblick auf die praktische Anwendung nachhaltiger Techniken bieten kommende Branchenereignisse. Die 71. NordBau in Neumünster widmet sich vom 9. bis 13. September 2026 verstärkt dem Holzbau und der Wärmewende. Längerfristig plant die Messe Ligna für Mai 2027 das Projekt „Ligna.Builds“. Ein Wohnhaus in Holzrahmenbauweise soll live auf dem Messegelände entstehen – als Demonstration moderner Fertigungsmethoden.

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