FlĂŒge, Seehund-ZĂ€hlungen

Erste FlĂŒge fĂŒr Seehund-ZĂ€hlungen im Wattenmeer starten

11.06.2024 - 04:35:21

Bei Ebbe liegen sie auf SandbĂ€nken und dösen: Tausende Seehunde leben im Wattenmeer. Experten untersuchen in den kommenden Wochen ihre Bestandsentwicklung - dazu mĂŒssen die Beobachter in die Luft.

Um den Bestand der Seehunde im Wattenmeer aus der Luft zu erheben, wollen Piloten, JĂ€ger und Wissenschaftler mit Kleinflugzeugen zu den ersten ZĂ€hlflĂŒgen in diesem Jahr starten. Bei Niedrigwasser sollen zwei Propellermaschinen mit erfahrenen Beobachtern an Bord zeitgleich an der niedersĂ€chsischen KĂŒste im ostfriesischen Norddeich und in Mariensiel bei Wilhelmshaven starten.

Das teilte das zustĂ€ndige Landesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in Oldenburg mit. An der Zahl der Tiere können Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen erkennen, wie sich der Bestand entwickelt und welche RĂŒckschlĂŒsse sie ziehen mĂŒssen.

«Seehunde sind ein wichtiger Bioindikator fĂŒr den einzigartigen Lebensraum Wattenmeer», teilte das Landesamt mit. FĂŒr die ZĂ€hlungen eignet sich Niedrigwasser, weil sich die Tiere dann auf SandbĂ€nken sammeln, etwa um sich zu sonnen. 

Die ZÀhlungen sind Teil eines internationalen Schutzabkommens zwischen Deutschland, DÀnemark und den Niederlanden. Zeitgleich wird auch in den anderen LÀndern gezÀhlt. 

Bestand auf hohem Niveau stabilisiert

In Niedersachsen arbeiten dafĂŒr JĂ€ger ehrenamtlich und Wissenschaftler des Landesamtes zusammen. Anders als in den Vorjahren, als drei Flugzeuge zum Einsatz kamen, sind die Abschnitte an der niedersĂ€chsischen KĂŒste in diesem Jahr nur noch in zwei etwa gleich große ZĂ€hlabschnitte aufgeteilt worden. Bis Mitte August soll es noch an vier weiteren Tagen ZĂ€hlflĂŒge geben. 

Der Seehundbestand hat sich in den vergangenen Jahren laut Landesamt an der niedersĂ€chsischen KĂŒste auf hohem Niveau stabilisiert. 2023 wurden zwischen Ems und Elbe 8912 Tiere gezĂ€hlt. Im gesamten Wattenmeer waren es im vergangenen Sommer nach Angaben des trilateralen Wattenmeersekretariats 22.621 Tiere. Damit wurden insgesamt gesehen im dritten Jahr in Folge etwas weniger Tiere gezĂ€hlt.

@ dpa.de