Beinmuskulatur: Zirkeltraining verbessert GedÀchtnis und Exekutivfunktion
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen belegen einen engen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness, insbesondere der Kraft der Beinmuskulatur, und der LeistungsfÀhigkeit des Gehirns. Neue Studienergebnisse deuten darauf hin, dass gezieltes Training nicht nur die Herz-Kreislauf-Gesundheit stÀrkt, sondern auch kognitive Funktionen wie das GedÀchtnis und die Exekutivfunktionen signifikant verbessern kann.
Positive Effekte durch regelmĂ€Ăiges Zirkeltraining
Eine Untersuchung der Tohoku University in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Curves, die im Juni 2026 in der Fachzeitschrift Frontiers in Sports and Active Living veröffentlicht wurde, befasst sich mit den Auswirkungen von Zirkeltraining auf Frauen im Alter zwischen 41 und 75 Jahren.
An der randomisierten kontrollierten Studie nahmen 48 Probandinnen teil, die ĂŒber einen Zeitraum von vier Monaten zweimal pro Woche ein 30-minĂŒtiges Training absolvierten.
Die Ergebnisse zeigten laut den Forschern eine deutliche Verbesserung der kognitiven Leistung, speziell in den Bereichen GedĂ€chtnis und Exekutivfunktion. Zudem lieĂen sich VerĂ€nderungen bei bestimmten Blutproteinen feststellen, die mit der Immunabwehr, der Kontrolle von EntzĂŒndungsprozessen sowie der GefĂ€Ăneubildung und Gewebereparatur in Verbindung stehen. ErgĂ€nzend dazu wurde eine verbesserte Durchblutung beobachtet.
Bedeutung der Beinmuskulatur fĂŒr die Langlebigkeit
Die Relevanz einer ausgeprĂ€gten Beinmuskulatur wird auch durch weitere Langzeituntersuchungen untermauert. Eine im American Journal of Medicine veröffentlichte FĂŒnf-Jahres-Studie kam zu dem Ergebnis, dass ein gröĂerer Oberschenkelumfang mit einer geringeren Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen korreliert.
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Bereits im Jahr 2020 wies eine chinesische Studie in Endocrine Connections darauf hin, dass Personen ab 40 Jahren mit krĂ€ftigeren Oberschenkeln seltener unter Bluthochdruck leiden, was insbesondere bei ĂŒbergewichtigen Probanden beobachtet wurde.
Auch die kognitive Leistung im höheren Alter scheint von der Beinkraft zu profitieren. Laut dem Journal of Lifestyle Medicine zeigten Erwachsene im Alter zwischen 60 und 85 Jahren mit einer starken Beinmuskulatur bessere Ergebnisse in kognitiven Tests. WĂ€hrend körperliche Arbeit diesen Effekt nicht in gleichem MaĂe erzielt, fördern gezieltes Ausdauer- und Krafttraining das GedĂ€chtnis im Rahmen der DemenzprĂ€vention.
Ganzheitliche AnsÀtze zur Demenz- und KrebsprÀvention
Experten der Lancet-Kommission gehen davon aus, dass rund 45 Prozent der DemenzfÀlle durch die Beeinflussung von 14 spezifischen Risikofaktoren vermieden werden könnten.
In Ăsterreich widmet sich die LETHE-AT-Studie diesem Thema und sucht derzeit 300 Teilnehmer im Alter zwischen 55 und 75 Jahren mit erhöhtem Risiko fĂŒr ein 18-monatiges Interventionsprogramm. Dieses umfasst eine digitale Begleitung via App und Smartwatch sowie persönliche Beratungen.
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Auch in der Onkologie wird der Nutzen von Bewegung betont. Ein Chirurg des Vivantes Humboldt-Klinikums wies darauf hin, dass Muskeln bei AktivitĂ€t sogenannte Myokine produzieren. Diese Botenstoffe wirken entzĂŒndungshemmend und können das Wachstum von Tumorzellen hemmen. Zur allgemeinen PrĂ€vention wird daher neben Vorsorgeuntersuchungen eine Kombination aus Krafttraining und regelmĂ€Ăiger Bewegung empfohlen.
Alltagsbewegung und ErnĂ€hrung als UnterstĂŒtzungsfaktoren
Eine Meta-Analyse von 14 Studien mit ĂŒber 4.000 Teilnehmern ĂŒber 65 Jahren bestĂ€tigt, dass die Kombination aus Bewegung und einer nĂ€hrstoffreichen ErnĂ€hrung, etwa der mediterranen DiĂ€t, die Kognition am effektivsten schĂŒtzt. Empfohlen werden 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, ergĂ€nzt durch Krafttraining an ein bis zwei Tagen.
Bereits einfache AktivitĂ€ten im Alltag zeigen messbare Wirkungen. Laut einer Analyse von Daten von ĂŒber 480.000 Menschen senkt regelmĂ€Ăiges Treppensteigen das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, um 39 Prozent.
Die Gesamtsterblichkeit sinkt um 24 Prozent, wobei sechs TreppenabsĂ€tze pro Tag als optimal gelten. ErgĂ€nzend dazu fördern tĂ€gliche SpaziergĂ€nge die Stimmung und senken das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes und Depressionen. Laut Erkenntnissen aus Stanford kann das Gehen zudem die KreativitĂ€t um bis zu 81 Prozent steigern.
