Berlin-Hack: Rhysida erbeutet 5,79 TB Daten, fordert 30 Bitcoin
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 15:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach einem schwerwiegenden Hackerangriff auf das Berliner Verwaltungsnetz haben mehrere Senatsverwaltungen am Dienstag den Zugriff aus dem Homeoffice fĂŒr ihre Mitarbeiter erneut gesperrt. Hintergrund dieser MaĂnahme ist die Veröffentlichung von Passwörtern fĂŒr interne Fachverfahren im Internet.
WĂ€hrend der Zugriff auf das E-Mail-System fĂŒr die BeschĂ€ftigten weiterhin möglich bleibt, haben mindestens zwei Senatsverwaltungen den Fernzugriff auf sensible Arbeitssysteme vollstĂ€ndig gestoppt.
Der Cyberangriff, der nach aktuellen Erkenntnissen bereits im Zeitraum zwischen dem 7. und 14. August 2026 stattfand, hat nachweislich zu einem massiven Abfluss vertraulicher Daten gefĂŒhrt. Insgesamt wurden 5,79 Terabyte an Daten mit rund 1,44 Millionen Dateien entwendet. Nach vorliegenden Informationen sind mindestens 12.076 Personen und 148 IBAN-Verbindungen von dem Diebstahl betroffen.
Umfang des Datendiebstahls und SicherheitsmÀngel
Die Auswertung der exfiltrierten Informationen zeigt die Tiefe des Eindringens in die stÀdtische IT-Infrastruktur. Zu den entwendeten Unterlagen gehören unter anderem 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie 46.500 VertrÀge. Zudem fielen den Angreifern 11.000 vertrauliche Dokumente, 12.000 Telefonnummern und 16.000 E-Mails in die HÀnde. Besonders kritisch bewerten Sicherheitsverantwortliche den Abfluss von 6.000 Login-Dateien.
Im Zuge der Untersuchungen wurde bekannt, dass erhebliche MĂ€ngel bei der Sicherung von Zugangsdaten bestanden. So waren Passwörter teilweise unverschlĂŒsselt gespeichert. Als Beispiel fĂŒr die unzureichende Absicherung wurde die Verwendung einfacher Passwörter wie âSonnenschein13â angefĂŒhrt. Die Senatsverwaltung fĂŒr MobilitĂ€t bestĂ€tigte bereits, dass der konkrete Datendiebstahl in ihrem Bereich zwischen dem 7. und 12. August erfolgte.
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Obwohl die Hacker bereits am 7. August in das Landesnetz eindrangen, wurde die Attacke erst nach einer Woche bemerkt. Die vollstĂ€ndige Trennung der betroffenen Systeme vom Netz erfolgte schlieĂlich am 14. August. Die Ăffentlichkeit wurde ĂŒber den Vorfall erst drei Tage nach der Entdeckung informiert.
Erpressungsversuch durch die Rhysida-Gruppe
Hinter dem Angriff steht die Hackergruppe Rhysida, die fĂŒr die Freigabe der gestohlenen Daten ein Lösegeld in Höhe von 30 Bitcoin fordert. Dies entspricht aktuell einer Summe von etwa 2 Millionen Euro beziehungsweise rund 2,3 Millionen US-Dollar. Die Gruppe droht damit, die Daten bei Nichtzahlung zu versteigern.
Der Senat von Berlin hat in einer Beratung ĂŒber die aktuelle Lage die Zahlung von Lösegeld entschieden abgelehnt. Der Regierende BĂŒrgermeister Kai Wegner betonte, dass sich das Land Berlin nicht erpressen lassen werde. Trotz der Schwere des Angriffs und des Umfangs der gestohlenen Daten bleibt die administrative HandlungsfĂ€higkeit laut Senatsangaben gewahrt.
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Auswirkungen auf bevorstehende Wahlen
Mit Blick auf die fĂŒr den 20. September 2026 angesetzte Wahl Ă€uĂerte sich Innensenatorin Iris Spranger zur Sicherheit der demokratischen Prozesse. Sie erklĂ€rte, dass die Wahl nicht von dem Hackerangriff betroffen sei. Die spezifischen Wahlsysteme seien vom restlichen Landesnetz isoliert und gelten als sicher, sodass eine Beeinflussung des Wahlvorgangs oder der Ergebnisfeststellung ausgeschlossen werden könne.
WĂ€hrend die technische Aufarbeitung des Vorfalls andauert, bleibt die IT-Sicherheit in der Hauptstadt unter verschĂ€rfter Beobachtung. Die erneute Sperrung der Homeoffice-ZugĂ€nge verdeutlicht die KomplexitĂ€t bei der Wiederherstellung sicherer Arbeitsstrukturen nach einem Datenleck dieser GröĂenordnung.
