Berlin-Marathon: 18 Pacemaker sollen langsamere LĂ€ufer sicher ins Ziel fĂŒhren
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 16:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die sportliche GroĂveranstaltung in Berlin am 27. September 2026 markierte einen Wendepunkt in der strategischen Ausrichtung des Marathonsports. WĂ€hrend die Veranstaltung traditionell fĂŒr Weltrekorde und Eliteleistungen bekannt ist, rĂŒckte in diesem Jahr verstĂ€rkt die UnterstĂŒtzung der Breitensportler in den Fokus.
Der offizielle Energieriegel-Partner CLIF stellte erstmals in der 52-jĂ€hrigen Historie des Rennens 18 spezialisierte Pacemaker fĂŒr die Zielzeitgruppen 5:00, 5:30 und 6:00 Stunden bereit, um eine breitere Basis von Teilnehmenden sicher ins Ziel zu fĂŒhren.
Motivation und HĂŒrden im Breitensport
Hintergrund dieser Entwicklung ist eine verĂ€nderte Wahrnehmung des Laufsports, wie eine reprĂ€sentative YouGov-Studie verdeutlicht. In der Erhebung, die zwischen dem 28. und 31. August 2026 unter 2040 Befragten durchgefĂŒhrt wurde, gaben 38 % der LĂ€ufer an, das Lauferlebnis ĂŒber die Jagd nach einer persönlichen Bestzeit zu stellen.
Die Untersuchung zeigt zudem, dass der starke Leistungsfokus der Branche auch eine abschreckende Wirkung haben kann: 23 % der potenziellen Teilnehmenden sehen darin einen Grund, nicht an solchen Veranstaltungen teilzunehmen.
Die Studie identifizierte zudem psychologische und physische HĂŒrden. Rund 34 % der Befragten nannten die Sorge, die Distanz von 42,195 Kilometern nicht bewĂ€ltigen zu können, als gröĂtes Hindernis. Weitere 8 % fĂŒrchteten explizit, als letzte Person ins Ziel zu kommen.
Mit der Bereitstellung von Pacemakern fĂŒr langsamere Zeitgruppen und Motivationsmomenten â wie etwa durch den CLIF-Partner Rick Zabel bei Kilometer 38 â reagierten die Organisatoren und Partner auf dieses Stimmungsbild.
Physische Grenzen und medizinische Herausforderungen
Die Belastungsgrenzen des menschlichen Körpers zeigten sich beim diesjĂ€hrigen Rennen sowohl im Elite- als auch im Amateurbereich. Die Ăthiopierin Tigst Assefa sicherte sich zwar ihren dritten Sieg in Berlin nach 2022 und 2023 mit einem neuen Streckenrekord von 2:11:04 Stunden, verpasste jedoch den angestrebten Weltrekord knapp.
Immer mehr LĂ€ufer stellen das Lauferlebnis ĂŒber die persönliche Bestzeit â und die Veranstalter reagieren: Erstmals gab es beim Berlin-Marathon spezielle Pacemaker fĂŒr die Zielzeiten 5:00, 5:30 und 6:00 Stunden. Wie du mit klugem Pacing und der richtigen ErnĂ€hrung entspannt ins Ziel kommst, zeigt dir unser kostenloser Guide. Jetzt kostenlosen Marathon-Guide anfordern
Bis Kilometer 40 lag sie mit einer Prognose von 2:09:36 noch deutlich unter der Bestmarke, wurde dann jedoch durch eine Sehnenverletzung ausgebremst. Die Athletin musste zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht werden und fehlte bei der Siegerehrung.
Auch im deutschen Feld der Elite wurden die Grenzen deutlich. Esther Pfeiffer brach ihren Versuch, den seit 2008 bestehenden deutschen Rekord von Irina Mikitenko (2:19:19) anzugreifen, nach rund 15 Kilometern ab. Sie gab an, dass der enorme Erwartungsdruck physische Auswirkungen auf ihren Magen gehabt habe.
Ihr Ehemann und Pacemaker Hendrik Pfeiffer bestĂ€tigte, dass der psychische Druck einen wesentlichen Faktor fĂŒr das vorzeitige Ende des Rennens darstellte.
Statistiken und sportliche Einordnung
Trotz der individuellen RĂŒckschlĂ€ge unterstrichen die Gesamtergebnisse die Schnelligkeit des Berliner Kurses. Die Summe der Siegerzeiten bei MĂ€nnern und Frauen lag bei 4:13:54 Stunden, was den zweitschnellsten Marathon der Geschichte hinter Chicago 2024 markiert.
Die Sorge, die 42,195 Kilometer nicht zu schaffen, ist fĂŒr viele das gröĂte Hindernis â und der Leistungsdruck der Branche schreckt sogar potenzielle Teilnehmer ab. Dabei kommt es beim ersten Marathon nicht auf die Uhr an, sondern darauf, dass du gesund und mit einem LĂ€cheln ins Ziel lĂ€ufst. Unser kostenloser Guide begleitet dich Schritt fĂŒr Schritt dorthin. Deinen Weg zum ersten Marathon starten
Die Ergebnisse im Ăberblick:
- MĂ€nner: Guye Adola (Ăthiopien) siegte in 2:02:50 Stunden vor Gemechu Diriba (2:03:19) und Gabriel Geay (2:03:59).
- Frauen: Hinter Assefa belegten Bedatu Hirpa (2:16:53) und Dera Dida (2:16:55) die weiteren PodiumsplÀtze.
- Deutsche Wertung: Haftom Welday war mit 2:08:25 Stunden der schnellste deutsche LÀufer (Rang 16). Bei den Frauen erzielte Anna Langerwisch mit 2:27:31 Stunden eine neue persönliche Bestzeit und belegte ebenfalls Rang 16.
Mit ĂŒber 56.000 Teilnehmenden aus 162 Nationen und optimalen Ă€uĂeren Bedingungen von etwa 13 Grad zum Startzeitpunkt festigte die Veranstaltung ihre Position als eines der weltweit fĂŒhrenden Laufevents, wobei die Integration von Angeboten fĂŒr langsamere LĂ€ufer die wachsende Bedeutung der InklusivitĂ€t im Sportmarketing unterstreicht.
