Verwaltung, Cyberangriff

Berliner Verwaltung: Cyberangriff legt zwei Senatsverwaltungen lahm

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 21:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hackerangriff legt Teile der Berliner Verwaltung lahm. Zwei Senatsverwaltungen sind isoliert, Ermittler und Krisenstab prĂŒfen möglichen Datendiebstahl.

Cyberangriff auf Berliner Landesnetz: Verwaltungen lahmgelegt, Krisenstab aktiv
Serverraum in einem Berliner BehördengebĂ€ude mit blinkenden Netzwerkkomponenten und blauem Licht. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In Berlin ist es zu einem massiven Cyberangriff auf das Berliner Landesnetz (BeLa) gekommen. Wie aktuelle Berichte bestÀtigen, wurden infolge des Sicherheitsvorfalls mehrere Senatsverwaltungen vom Netz getrennt, um die IntegritÀt der restlichen Infrastruktur zu gewÀhrleisten.

Die IT-Sicherheitsexperten des Landes arbeiten zusammen mit Bundesbehörden an der Analyse des Vorfalls, wÀhrend der Betrieb in wesentlichen Teilen der Stadtverwaltung erheblich eingeschrÀnkt ist.

Massive BeeintrÀchtigungen in der Berliner Verwaltung

Besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen des Angriffs auf zwei zentrale Behörden der Hauptstadt. Betroffen sind die Senatsverwaltung fĂŒr Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung fĂŒr MobilitĂ€t, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz.

Beide HÀuser sind bereits seit dem vergangenen Freitag vom Landesnetz isoliert. Diese prÀventive Trennung hat zur Folge, dass die digitalen ArbeitsablÀufe in diesen Bereichen fast vollstÀndig zum Erliegen gekommen sind.

Berichten zufolge sind die Mitarbeitenden der betroffenen Verwaltungen durch den Ausfall der IT-Systeme praktisch arbeitsunfĂ€hig. Da wesentliche Fachanwendungen, Datenbankzugriffe und Kommunikationswege ĂŒber das BeLa laufen, bleibt der Zugriff auf notwendige Arbeitsmittel verwehrt.

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Das Berliner Landesnetz fungiert als zentrale digitale Lebensader der Verwaltung und verbindet rund 600 Standorte der Berliner Behörden miteinander. Ein Ausfall oder eine notwendige Isolierung in diesem Netzwerk hat somit unmittelbare Konsequenzen fĂŒr die administrativen KapazitĂ€ten der Stadt.

Koordinierte Ermittlungen und Einrichtung eines Krisenstabs

Um auf die Bedrohung zu reagieren und die Ursachenforschung voranzutreiben, wurde umgehend ein Krisenstab eingerichtet. Dieser koordiniert die Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und die schrittweise Wiederherstellung der Systeme.

Parallel dazu haben spezialisierte Ermittlungsbehörden ihre Arbeit aufgenommen. Neben der Staatsanwaltschaft und dem Landeskriminalamt (LKA) ist auch das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in die Untersuchung des Vorfalls eingebunden.

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Die Experten prĂŒfen derzeit das genaue Ausmaß der in der Infiltration und die verwendete Methodik der Angreifer. Ein Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf der KlĂ€rung der Frage, ob ein unberechtigter Datenabfluss stattgefunden hat.

Zum gegenwÀrtigen Zeitpunkt liegen hierzu noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. Es bleibt unklar, ob sensible Verwaltungsdaten entwendet wurden oder ob die Aktion primÀr darauf abzielte, die FunktionsfÀhigkeit der Berliner Verwaltung zu sabotieren.

Einordnung in die nationale Sicherheitslage

Der Vorfall in der Hauptstadt unterstreicht die wachsende GefĂ€hrdung der öffentlichen digitalen Infrastruktur in Deutschland. Bundesinnenminister Dobrindt ordnete den Angriff in einen grĂ¶ĂŸeren sicherheitspolitischen Kontext ein. Der Minister erklĂ€rte, dass sich Deutschland zwar nicht in einem offenen Krieg befinde, das Land jedoch zum tĂ€glichen Ziel hybrider KriegsfĂŒhrung werde.

Dieser Begriff beschreibt Strategien, bei denen Akteure durch Cyberattacken, Desinformation und gezielte Sabotage versuchen, staatliche Strukturen und das Vertrauen in die öffentliche Hand zu schwÀchen.

Die Ermittlungen im Fall des Berliner Landesnetzes dauern an, wĂ€hrend die PrioritĂ€t der IT-Verantwortlichen darauf liegt, die isolierten Verwaltungen sicher wieder in den Netzverbund zu integrieren, ohne weitere Risiken fĂŒr die gesamte Landesinfrastruktur einzugehen.

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