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Berner Herzforschung: KĂŒnstliche Intelligenz prĂ€zisiert Behandlungsrisiken

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berner Forschende steigern die Genauigkeit bei TAVI und Amyloid-Kardiomyopathie, doch klinische Tests der Modelle stehen noch aus.

Bern: KI verbessert Herzrisiko-Prognosen in zwei Studien
Modernes medizinisches Forschungslabor mit diagnostischen GerÀten und dunklen ComputerarbeitsplÀtzen. Illustration mit AI erstellt.

Forschende des Inselspitals Bern und der UniversitĂ€t Bern haben zwei Studien vorgelegt, die zeigen, wie kĂŒnstliche Intelligenz die EinschĂ€tzung von Behandlungsrisiken bei Herzpatienten verbessern kann.

Im Zentrum stehen zwei unterschiedliche Patientengruppen: Menschen, die eine kathetergestĂŒtzte Aortenklappenimplantation (TAVI) erhalten, sowie Patienten mit einer speziellen Form der Herzmuskelerkrankung, der Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie. Beide Arbeiten wurden in renommierten Fachjournalen veröffentlicht – eine in The Lancet Digital Health, die andere in JAMA Cardiology.

Bessere Prognosen bei TAVI-Eingriffen

Die TAVI-Studie basiert auf Daten von 2985 Berner Patienten. Die Forschenden entwickelten ein KI-Modell, das im Vergleich zu etablierten Risiko-Scores eine um 10 bis 15 Prozent höhere Genauigkeit bei der Vorhersage von Behandlungsrisiken erreicht.

Um sicherzustellen, dass das Modell nicht nur auf die Berner Patientenpopulation zugeschnitten ist, wurde es extern an mehr als 1000 Patientinnen und Patienten in Japan validiert. Diese externe Validierung gilt als wichtiger Schritt, um die Übertragbarkeit von KI-Modellen auf unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Gesundheitssysteme zu ĂŒberprĂŒfen.

Etablierte Risiko-Scores, mit denen Ärztinnen und Ärzte bislang arbeiten, stĂŒtzen sich meist auf eine begrenzte Zahl klinischer Parameter. KI-gestĂŒtzte Modelle können dagegen deutlich mehr Variablen gleichzeitig verarbeiten und komplexere ZusammenhĂ€nge zwischen ihnen erkennen. Das kann laut den Berner Forschenden dazu beitragen, Patienten prĂ€ziser einzuschĂ€tzen, bevor eine Klappenimplantation durchgefĂŒhrt wird.

Deutliche Verbesserung bei Amyloid-Kardiomyopathie

Die zweite Studie widmet sich der Transthyretin-Amyloid-Kardiomyopathie, einer Erkrankung, bei der sich fehlgefaltete Proteine im Herzmuskel ablagern und dessen Funktion beeintrÀchtigen.

Auf Basis von Daten von 850 Patienten zeigte das entwickelte KI-Modell eine Genauigkeitssteigerung von bis zu 20 Prozent gegenĂŒber den bislang gebrĂ€uchlichen Mayo- und NAC-Scores, zwei international verbreiteten Klassifikationssystemen zur RisikoeinschĂ€tzung bei dieser Erkrankung.

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Die Berner Studien zeigen: KI-Modelle sagen Behandlungsrisiken bei TAVI und Amyloid-Kardiomyopathie bis zu 20% genauer voraus als herkömmliche Scores. Doch wie integrieren Sie diese Werkzeuge sicher in Ihren Praxisalltag? Unser Leitfaden liefert eine Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung. Jetzt kostenlosen Leitfaden anfordern

Diese Steigerung fĂ€llt damit noch deutlicher aus als bei der TAVI-Studie. Da die Amyloid-Kardiomyopathie eine seltenere und oft spĂ€t erkannte Erkrankung ist, könnte eine prĂ€zisere RisikoeinschĂ€tzung nach EinschĂ€tzung der Forschenden helfen, Behandlungsentscheidungen frĂŒher und gezielter zu treffen.

Werkzeuge bereits online verfĂŒgbar

Beide KI-Modelle stehen bereits online zur VerfĂŒgung. Damit können sie grundsĂ€tzlich von Ärztinnen und Ärzten außerhalb des Inselspitals genutzt oder zumindest eingesehen werden. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass klinische Tests der Werkzeuge im Behandlungsalltag noch ausstehen.

Der Weg von einer statistisch nachgewiesenen Verbesserung der Vorhersagegenauigkeit bis zum tatsĂ€chlichen Einsatz in der klinischen Routine erfordert in der Regel weitere Studienphasen, in denen geprĂŒft wird, ob sich die theoretischen Vorteile auch im praktischen Behandlungsalltag niederschlagen.

Bedeutung fĂŒr die kardiologische Praxis

Die beiden Studien reihen sich in eine wachsende Zahl von Forschungsprojekten ein, die versuchen, maschinelles Lernen fĂŒr die Risikostratifizierung in der Kardiologie nutzbar zu machen.

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Externe Validierung ist der SchlĂŒssel zur klinischen Akzeptanz von KI-Modellen – wie die Berner Forscher mit ihrer japanischen Vergleichsgruppe zeigen. Erfahren Sie, worauf Sie bei der PrĂŒfung solcher Werkzeuge achten mĂŒssen. Leitfaden zur KI-Validierung jetzt sichern

Entscheidend fĂŒr die klinische Akzeptanz solcher Modelle ist neben der reinen Genauigkeit auch ihre Validierung an unabhĂ€ngigen, möglichst diversen Patientenkohorten – wie es die Berner Forschenden mit der japanischen Vergleichsgruppe im Fall der TAVI-Studie bereits umgesetzt haben.

Ob und wie schnell die beiden Werkzeuge tatsĂ€chlich Eingang in die klinische Entscheidungsfindung finden, dĂŒrfte sich erst in den kommenden klinischen Erprobungsphasen zeigen.

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