Betrügerbande zerschlagen: 3.500 Deutsche verlieren 9 Millionen Euro
26.06.2026 - 14:24:29 | boerse-global.de
Rund 3.500 deutsche Opfer sollen auf die Täter hereingefallen sein. Der Gesamtschaden liegt bei über neun Millionen Euro.
Die Bande agierte über gefälschte Onlineshops und Scheinfirmen. Bei neun Festnahmen stellten die Ermittler Vermögenswerte von fast zwei Millionen Euro sicher – darunter Bargeld, Gold, Kryptowährungen und Luxusautos.
Polen und Indien: Weitere Erfolge
Parallel dazu vermeldeten polnische Behörden am Freitag die Festnahme von vier Personen. Ihnen werden SIM-Swap-Angriffe auf Kryptowährungs-Plattformen vorgeworfen. Die Gruppe soll digitale Vermögenswerte im Wert von mehreren zehn Millionen Zloty gewaschen haben.
Das FBI und das US-Heimatschutzministerium waren an den Ermittlungen beteiligt. Den Verdächtigen drohen bis zu 25 Jahre Haft.
In Indien schlug die Bundespolizei CBI im Rahmen der „Operation Chakra-VI“ zu. Razzien an 80 Standorten in 16 Bundesstaaten richteten sich gegen sogenannte „Digital Arrest“-Betrügereien. Über Scheinfirmen und manipulierte Konten wuschen die Täter Millionenbeträge – und betrieben sogar eine gefälschte Website des Supreme Court.
Am Frankfurter Flughafen gelang der Bundespolizei am Donnerstag zudem die Festnahme eines 47-jährigen mutmaßlichen Computerbetrügers. Er soll für den Verkauf von Schadsoftware verantwortlich sein, die einen Gesamtschaden von 4,5 Millionen Dollar verursachte.
Neue Betrugswelle in Deutschland
Trotz dieser Ermittlungserfolge warnen deutsche Polizeibehörden vor einer aktuellen Welle lokaler Delikte. In Braunschweig gingen am Donnerstag zahlreiche Strafanzeigen wegen einer Phishing-Masche auf Kleinanzeigenportalen ein.
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Die Täter leiten Verkäufer über Links zu gefälschten Zahlungsseiten. Dort autorisieren die Opfer unbewusst Überweisungen per Push-TAN.
In Greven verlor eine Frau am Mittwoch einen mittleren vierstelligen Betrag. Ein angeblicher Mitarbeiter eines Zahlungsdienstleisters hatte sie am Telefon unter Druck gesetzt. Unter dem Vorwand verdächtiger Aktivitäten installierte sie eine Fernsteuerungs-App und verifizierte Transaktionen.
Ähnliche Fälle aus Hainichen: Betrüger versuchten dort, Opfer durch Pop-up-Meldungen über angebliche Computerviren zum Kauf von Geschenkkarten zu drängen.
Klassische Betrugsmaschen bleiben auf hohem Niveau
Im Weimarer Land investierte ein Mann 43.000 Euro in eine vermeintliche Investmentplattform – bevor er den Betrug bemerkte. In Gelsenkirchen und Gummersbach erbeuteten Täter durch Schockanrufe Bargeld und Schmuck im fünf- bis sechsstelligen Wert. Sie gaben sich als Angehörige in Notlagen aus.
Die Behörden reagieren auf die steigenden Fallzahlen mit verstärkter Aufklärung. Die Polizei in Astana veröffentlichte am Freitag eine Videokampagne zu den Gefahren von Internetbetrug. In der Region Luzern empfahl die Polizei am Donnerstag dringend die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmäßige Software-Updates.
So schützen Sie sich
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Experten der polizeilichen Kriminalprävention weisen darauf hin: Seriöse Unternehmen oder Behörden fordern niemals Zahlungen per Gutscheinkarten oder die Übergabe von Goldbarren. Für Online-Verträge steht Verbrauchern seit Mitte Juni ein gesetzlich vorgeschriebener Widerrufsbutton zur Verfügung.
Die Ermittler raten zur Vorsicht bei Links in Zahlungsbestätigungen. Verdächtige Kontakte sollten Sie umgehend der Polizei melden.
