Betrug explodiert: SMS-Phishing +162%, Quishing +146% im Q2 2026
Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 23:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Zahl koordinierter Betrugsversuche steigt massiv – mit Schäden im sechsstelligen Bereich.
Schockanrufe: Täter erbeuten sechsstellige Summen
Allein in Sachsen-Anhalt registrierte die Polizei an einem einzigen Tag mindestens five Schockanrufe. Die Masche ist immer gleich: Täter geben sich als Polizeibeamte aus oder täuschen schwere Verkehrsunfälle von Angehörigen vor. Ihr Ziel: Geldübergaben erzwingen. Im Heidekreis gelang es Kriminellen Mitte Juli, auf diese Weise eine sechsstellige Summe zu erbeuten.
Parallel dazu warnt die Verbraucherzentrale vor der sogenannten „Ja-Masche“. Betrüger schneiden aus aufgezeichneten Telefonaten ein vom Opfer gesprochenes „Ja“ in einen fingierten Vertragsabschluss. Eine Rechtsanwältin aus Bielefeld betont: So entsteht kein rechtsgültiger Vertrag. Die Beweispflicht liegt allein bei den Anrufern. Verbraucherschützer raten, Fragen am Telefon stets in ganzen Sätzen zu beantworten und das Wort „Ja“ zu vermeiden.
Phishing-Wellen nutzen Steuerfrist und Urlaubszeit
Die Täter passen ihre Methoden saisonal an. Da die Frist für die Steuererklärung am 31. Juli endet, häufen sich Phishing-Mails im Namen des Steuerportals Elster. Empfänger werden unter dem Vorwand einer Kontoaktualisierung auf gefälschte Webseiten gelockt. Ähnliche Wellen laufen im Namen der AOK – angeblich geht es um den Austausch der Gesundheitskarte.
Auch Reisende sind betroffen. Die Polizei Leipzig meldete im Juni zahlreiche Betrugsfälle über Plattformen wie Booking.com und Kleinanzeigen. Der Gesamtschaden: über 60.000 Euro. Die Deutsche Telekom warnt zudem vor einer Masche nach Smartphone-Diebstählen im Urlaub. Täter geben sich als ehrliche Finder aus und verschicken Links, um Apple-ID- oder Google-Konto-Daten abzugreifen.
Rekord-Schäden durch Phishing und manipulierte Nachrichten zeigen, wie wichtig eine proaktive Abwehr geworden ist. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Unternehmen und Privatpersonen in 4 Schritten, wie sie Phishing-Angriffe stoppen, bevor sie entstehen. Kostenloses Anti-Phishing-Paket jetzt herunterladen
FBI zerschlägt Milliarden-Netzwerk – KI macht Betrug gefährlicher
Einen Erfolg meldet das FBI: Die Zerschlagung des Phishing-Netzwerks „Outsider“. Die Plattform betrieb über 8.000 Domains und verursachte Schäden von rund 1,9 Milliarden US-Dollar.
Die aktuellen Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen eine dramatische Entwicklung: SMS-Phishing stieg um 162 Prozent, Betrug mittels QR-Codes („Quishing“) um 146 Prozent. Experten berichten zudem von Schockanrufen mit geklonten Stimmen und Deepfake-Anlagebetrug. In Sachsen führte eine solche Manipulation zu einem Schaden von einer Million Euro.
Angesichts der massiven Zunahme von SMS-Betrug und Fake-Anrufen ist der Schutz des eigenen Mobilgeräts wichtiger denn je. Ein kostenloser PDF-Ratgeber erklärt Ihnen 5 einfache Sicherheitsmaßnahmen, mit denen Sie Ihr Android-Smartphone effektiv gegen Hacker und Datenmissbrauch absichern. 5 Schutzmaßnahmen jetzt kostenlos entdecken
So schützen Sie sich
Behörden und Experten empfehlen:
- Bei Anrufen: Misstrauisch bleiben. Keine persönlichen Daten preisgeben. Im Zweifel sofort auflegen. Amtsträger über offizielle Nummern verifizieren.
- Bei Nachrichten: Keine Links in Mails oder SMS anklicken, die zur Eingabe von Zugangsdaten auffordern. Portale wie Elster oder Banken direkt über die offizielle Adresse aufrufen.
- Technische Maßnahmen: Spam-Filter und VPN nutzen. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Nach einem Smartphone-Diebstahl das Gerät sofort als verloren markieren und die SIM-Karte über den Sperr-Notruf 116 116 sperren lassen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
