Betrugsanrufe: 626.555 Spam-Calls im Juni, Anstieg um 19,5%
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 19:23 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Täter nutzen Telefon-Spoofing, um die offizielle Service-Nummer der Sparkasse Bielefeld auf dem Display anzuzeigen. Ihr Ziel: sensible Online-Banking-Daten für unberechtigte Abbuchungen.
Fünfstellige Schäden in Nordrhein-Westfalen
In den vergangenen Tagen häuften sich die erfolgreichen Betrugsfälle. In Erkelenz verlor ein 65-Jähriger einen fünfstelligen Betrag. Ein angeblicher Bankmitarbeiter informierte ihn über vermeintlich verdächtige Buchungen – und verschaffte sich so Fernzugriff auf sein Konto.
In Hamm wurde ein 22-Jähriger Opfer einer kombinierten Masche. Zuerst erhielt er eine Phishing-SMS mit einem Link zur angeblichen Aktualisierung seiner Banking-App. Nach der Dateneingabe forderte ihn ein falscher Bankmitarbeiter am Telefon zur Bestätigung auf. Die Täter buchten 4.000 Euro ab.
Auch im Märkischen Kreis schlugen Betrüger zu. Ein 61-Jähriger nannte Täter am Telefon seine TAN-Nummern – angeblich zur Sperrung verdächtiger Kontobewegungen. Der Schaden: mehrere tausend Euro.
Rekordniveau bei Spam-Anrufen
Die Betrugswelle ist kein Einzelfall. Im Juni registrierten Branchendienstleister bundesweit 626.555 Spam-Anrufe – ein Anstieg von 19,5 Prozent gegenüber Mai. Besonders aktiv sind Nummernblöcke aus Düsseldorf (0211) und Hamburg (040). Ein einzelner Düsseldorfer Block verursachte über 61.500 Anrufe in einem Monat.
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Die Bundesnetzagentur verzeichnete im Vorjahr knapp 40.000 Beschwerden wegen unerlaubter Telefonwerbung und verhängte Bußgelder von 1,1 Millionen Euro. Die Täter geben sich nicht nur als Bankmitarbeiter aus, sondern auch als Verbraucherschützer, Rentenversicherung oder Datenschutzbeauftragte.
Schockanrufe und KI-Fälschungen
Neben dem Banking-Betrug nehmen Schockanrufe zu. Anfang Juli kam es in der Westpfalz zu einer Häufung solcher Fälle. In Landstuhl übergab eine Seniorin einen fünfstelligen Bargeldbetrag an eine Unbekannte – unter dem Vorwand, ihre Tochter habe einen schweren Unfall verursacht.
Experten beobachten zudem einen technologischen Wandel. In Süddeutschland setzten Kriminelle Anfang des Monats KI-gefälschte Dokumente ein, um ihre Betrugsversuche glaubwürdiger zu machen. In Karlsruhe und Stuttgart führten diese Methoden zu Verlusten von Bargeld, Schmuck und Gold im Wert von mehreren hunderttausend Euro.
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Die Polizei rät: Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen. Niemals sensible Daten oder TANs am Telefon preisgeben. Banken und Behörden fordern Kunden niemals telefonisch zu Überweisungen oder zur Herausgabe von Zugangsdaten auf. Im Zweifel das Gespräch beenden und die Bank über die offizielle Nummer selbst kontaktieren.
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