Betrugsmaschen, Milliarden

Betrugsmaschen: 289 Milliarden Euro Schaden durch KI-Phishing

23.06.2026 - 16:09:46 | boerse-global.de

Kriminelle nutzen zunehmend KI für täuschend echte Betrugsmaschen. Die Schadenssumme durch Cyberkriminalität erreicht neue Rekordhöhen.

KI-Betrugswelle: Milliardenschäden durch raffinierte Phishing-Methoden
Betrugsmaschen - Nahaufnahme eines Smartphones mit einer betrügerischen Investmentplattform auf dem Bildschirm und verschwommenem, abstraktem Code im Hintergrund. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Immer mehr hochprofessionelle Betrugsmaschen überschwemmen das Internet – mit Milliardenschäden. Besonders tückisch: Künstliche Intelligenz macht die Angriffe kaum noch erkennbar.

Falsche Anlageplattformen: 250.000 Euro weg

In Thüringen verlor ein 59-Jähriger aus der Region Gera rund 250.000 Euro. Er hatte sich Anfang 2025 auf der Plattform „YUM“ registriert und immer wieder investiert. Die versprochenen Gewinne? Blieben aus. Vor wenigen Tagen erstattete der Mann Anzeige.

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Ähnliche Fälle gibt es bundesweit. In Wuppertal verlor eine 92-jährige Frau Mitte Juni einen sechsstelligen Betrag. Die Ermittler gehen von organisierten Banden aus. In Villach (Österreich) fiel eine 67-Jährige auf eine KI-generierte Website herein – ein bekannter Nachrichtensprecher warb dort für Geldanlagen. Sie überwies mehrere tausend Euro.

KI pusht die Erfolgsquote

Die Technik der Betrüger wird immer raffinierter. 86 Prozent aller Phishing-Attacken nutzen inzwischen KI, so Marktbeobachter. Die Erfolgsquote dieser Angriffe liegt bei satten 54 Prozent. Zum Vergleich: Klassische Methoden schaffen nur 12 Prozent.

Neue Varianten verbreiten sich rasant:

  • Quishing (QR-Code-Phishing): In Sankt Augustin scannte eine Frau einen Code von einem Online-Verkaufsportal. Die gefälschte Zahlungsseite buchte rund 1.500 Euro ab – per Biometrie-Bestätigung.
  • Geklonte Portale: Betrüger kopieren die Oberflächen bekannter Festgeld-Plattformen. Anwälte zählen über 120 Fälle, bei denen Namen seriöser Finanzdienstleister missbraucht wurden.
  • Fake-Identitäten: Selbst Google reagiert und startet eine Android-Funktion gegen betrügerische Anrufe.

289 Milliarden Euro Schaden

Das Bundeskriminalamt registrierte 2025 über 382.000 gemeldete Phishing-Mails. Der Branchenverband Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch Cyberkriminalität auf 289 Milliarden Euro. 84 Prozent aller erfolgreichen Unternehmensangriffe starteten mit einer Phishing-Mail.

Weltweit summierten sich die Betrugsverluste 2024 auf rund 850 Milliarden Euro, schätzt die Global Anti-Scam Alliance.

Wer haftet? Die Rechtslage ist komplex

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Banken müssen nicht autorisierte Zahlungen grundsätzlich erstatten (§§ 675u ff. BGB). Ausnahme: grobe Fahrlässigkeit des Kunden. Der Bundesgerichtshof legt hier strenge Maßstäbe an.

Auf EU-Ebene steht eine Reform an (PSD3), die den Verbraucherschutz verschärfen soll. Der Europäische Gerichtshof prüft zudem offene Fragen zu Erstattungsfristen.

Auch klassische Betrugsfälle beschäftigen die Justiz. In Osnabrück startete diese Woche ein Prozess gegen einen falschen Dachdecker. Er soll über 100.000 Euro durch Vorauszahlungen für nie erbrachte Leistungen kassiert haben. In Wien flog ein Netzwerk auf, das mit fingierten Heizungs-Wartungen 1,2 Millionen Euro erbeutete.

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