Betrugsmaschen, Verbraucher

Betrugsmaschen: 96% der Verbraucher fürchten digitale Angriffe

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine GSMA-Studie zeigt hohe Betrugsverluste in sechs ASEAN-Staaten. Die Organisation setzt auf gemeinsame Abwehr und digitale Vertrauensstrategien.

GSMA warnt vor KI-Betrug und fordert branchenübergreifenden Schutz
Eine nächtliche Stadtansicht mit komplexer Infrastruktur und leuchtenden Leitungsnetzen als Symbol für digitale Vernetzung. Illustration mit AI erstellt.

Die Mobilfunk-Dachorganisation GSMA warnt vor einer zunehmenden Professionalisierung von Betrugsmaschen, die gezielt Schwachstellen in den Schnittstellen zwischen verschiedenen Branchen ausnutzen.

Nach Einschätzung des Verbandes fokussieren sich Angreifer verstärkt auf die Lücken in der Zusammenarbeit zwischen Telekommunikationsanbietern, Finanzinstituten, digitalen Plattformen und Regierungsstellen. Dabei komme verstärkt künstliche Intelligenz zum Einsatz, um die Glaubwürdigkeit der Angriffe zu erhöhen.

Wie Jeanette Whyte, Politikchefin der GSMA, im Rahmen aktueller Branchenberichte erläuterte, nutzen Kriminelle Technologien wie Voice Cloning, Deepfakes und fortschrittliche Phishing-Methoden, um Verbraucher zu täuschen. Diese technologische Entwicklung führe dazu, dass Betrugsversuche immer schwieriger von legitimer Kommunikation zu unterscheiden seien.

Hohe Dunkelziffer und geringe Entschädigungsquoten

Ein aktueller Bericht der Organisation zur Situation im ASEAN-Raum, der die Märkte Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam untersucht, verdeutlicht das Ausmaß der Problematik.

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Den Erhebungen zufolge gaben 8 % der Befragten in diesen sechs Ländern an, innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Die wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen sind erheblich: 68 % der Opfer erlitten einen direkten finanziellen Verlust.

Besonders kritisch bewertet die GSMA die geringe Erfolgsquote bei der Schadensbegrenzung. Von den Opfern, die Geld verloren haben, erhielten 82 % keinerlei Rückerstattung. Lediglich 10 % der Betroffenen wurden vollständig entschädigt.

Zudem bleiben 45 % der gemeldeten Betrugsfälle in der Region gänzlich ungelöst. Trotz einer Meldequote von 69 % unter den Opfern zeigt sich damit eine deutliche Lücke in der Wirksamkeit der Strafverfolgung und Schadensabwicklung.

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Die Verunsicherung unter den Verbrauchern ist dementsprechend hoch. Laut den Untersuchungen äußerten 96 % der Befragten Besorgnis im Hinblick auf digitale Betrugsmaschen. Ein wesentlicher Kanal für diese Angriffe sind Messaging-Apps, über die 41 % der registrierten Scams abgewickelt wurden.

Strategien für mehr digitales Vertrauen

Im Rahmen des M360 ASEAN Digital Trust Summit in Kuala Lumpur definierte die GSMA vier zentrale Säulen, um die Widerstandsfähigkeit gegen solche Angriffe zu stärken: Identität, Kommunikation, resiliente Netzwerke und kollektive Intelligenz. Ziel sei es, durch eine branchenübergreifende Zusammenarbeit die Sicherheitslücken zu schließen, die derzeit von Betrügern ausgenutzt werden.

Ein zentrales Instrument in diesem Vorhaben ist die ACAST-Taskforce. Diese umfasst derzeit 39 Mitglieder aus 17 Ländern, darunter namhafte Technologiekonzerne wie Meta, Google, TikTok und Amazon. Die Taskforce arbeitet an koordinierten Abwehrmechanismen gegen grenzüberschreitende Betrugsaktivitäten.

Aktuell wird zudem geprüft, ob und wie diese Initiative auf weitere Länder der ASEAN-Region, insbesondere Malaysia, Thailand, Singapur, Indonesien und Kambodscha, ausgeweitet werden kann, um der regionalen Bedrohungslage besser gerecht zu werden.

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