Betrugsmaschen, Lloyds

Betrugsmaschen am Freitag: Lloyds warnt vor Zahlungsaufforderungen und QR-Codes

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 11:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lloyds, Polizei und Behörden berichten von Zahlungsbetrug, Messenger-Kaperungen, gefälschten Bescheiden und Telefonmaschen.

Betrugsmaschen im Überblick: Polizei warnt vor WhatsApp- und Zahlungsfallen
Ein leerer, in Dämmerlicht getauchter Büroflur mit langen Schatten, der die Atmosphäre zum Ende der Arbeitswoche einfängt. Illustration mit AI erstellt.

Medien und die Polizei warnen vor einer wachsenden Gefahr durch betrügerische Zahlungsaufforderungen, die Kriminelle gezielt am Freitag versenden. Wie eine Untersuchung des britischen Versicherers Lloyds verdeutlicht, nutzen Betrüger das Ende der Arbeitswoche bewusst aus: Hektik, Arbeitsstress und nachlassende Aufmerksamkeit vor dem Wochenende spielen den Tätern in die Hände.

Laut der Lloyds-Untersuchung setzen Kriminelle freitags auf verschiedenste Maschen. Dazu zählen dringende Zahlungsaufforderungen, manipulierte QR-Codes, betrügerische Online-Shops, gefälschte Reiseangebote sowie der Einsatz von künstlichen Stimmen. Die Experten des Versicherers raten dazu, eingehende Zahlungsforderungen stets in Ruhe zu prüfen und Zahlungsdetails ausschließlich über bereits bekannte, offizielle Kontakte gegenzuprüfen.

Kaperung von Messenger-Konten nimmt zu

Neben klassischen Betrugsnachrichten registrieren Sicherheitsbehörden derzeit vermehrt Angriffe über Kommunikationsdienste. Das Online-Portal VOL.AT berichtete über Warnungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Österreichischen Instituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) vor einer WhatsApp-Phishingmasche namens „Ghost Pairing“. Dabei werden Nutzer gebeten, über einen Link an einer Abstimmung teilzunehmen.

Auf den gefälschten Websites eingegebene Telefonnummern oder gescannte QR-Codes ermöglichen es den Angreifern, ein fremdes Gerät mit dem Messenger-Konto zu koppeln, um unbemerkt Nachrichten mitzulesen, zu versenden oder zu löschen. VOL.AT rät dazu, verknüpfte Geräte in den WhatsApp-Einstellungen regelmäßig zu überprüfen, verdächtige Links zu meiden und unbekannte Verbindungen sofort zu trennen.

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Auch Polizeibehörden melden ähnliche Fälle. Laut der Polizei dienen angebliche Einladungen zu einem Tanz-Voting dazu, fremde WhatsApp-Konten über Codes oder QR-Codes zu übernehmen. Anschließend fordern die Täter Kontaktpersonen der Betroffenen auf, vorgebliche Ausgaben wie etwa Zahnarztrechnungen in Höhe von mehreren hundert Euro zu begleichen.

Nach Angaben der Polizei Zwickau wurden in deren Zuständigkeitsbereich seit Mitte August 2026 zwölf solcher WhatsApp-Betrugsfälle bekannt. Die Schadenssummen lagen dort jeweils zwischen 500 und 615 Euro.

Gefälschte Bußgelder und Phishing im Umlauf

Gleichzeitig greifen Kriminelle auf gefälschte behördliche und geschäftliche Dokumente zurück. Die Stadt Stuttgart warnte vor gefälschten Bußgeldbescheiden im Namen der Lebensmittelüberwachung, die Gastronomiebetriebe per Post erhalten.

Die Verwaltung rät, darauf abgebildete QR-Codes nicht zu scannen und Forderungen vor einer Überweisung bei den offiziellen städtischen Stellen zu hinterfragen. Typische Warnzeichen seien fehlende Buchungszeichen, Rechtschreibfehler und sofortige Zahlungsaufforderungen ohne vorherige Anhörung.

Die Verbraucherzentrale warnt zudem vor Phishing-Mails, die eine angebliche Sperre des Zahlungsdienstleisters PayPal ankündigen und Empfänger drängen, ihre Daten innerhalb von 48 Stunden über einen Link zu aktualisieren.

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Betroffene sollten solche Nachrichten umgehend löschen und Kontoinformationen nur auf der offiziellen Website oder in der App prüfen. Bei bereits übermittelten Finanzdaten sollte sofort die Bank kontaktiert werden; zudem steht der Sperr-Notruf unter 116116 zur Verfügung.

Telefon- und Support-Betrug hält an

Auch am Telefon versuchen Kriminelle unverändert, Beute zu machen. Das Polizeipräsidium Freiburg verzeichnet vermehrt Schockanrufe in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut, bei denen sich Anrufer als Polizisten oder Ärzte ausgeben. Am 21. September 2026 verlor eine 90-Jährige aus Steinen bei einem solchen Vorfall Wertgegenstände im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Die Polizei Ulm meldete einen Fall aus Bad Schussenried, bei dem ein Senior nach einer Pop-up-Warnung einem angeblichen Softwaremitarbeiter Fernzugriff auf seinen Computer gewährte und in einer rund dreistündigen Aktion Gutscheinkarten kaufte, deren Codes er an die Betrüger übermittelte.

Die Polizei Mainz registrierte unterdessen zwei versuchte Betrugsanrufe falscher Amazon-Mitarbeiter mit Geldforderungen in dreistelliger Höhe, die jedoch rechtzeitig beendet wurden, sodass kein finanzieller Schaden entstand.

Die Behörden raten einheitlich dazu, bei unangekündigten Forderungen aufzulegen, niemals Rechnerzugriffe zu gewähren und keine sensiblen Daten oder Gelder an Unbekannte zu übergeben.

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