Betrugswelle Juni: Falsche Polizisten erbeuten 176.000 Euro
23.06.2026 - 17:13:53 | boerse-global.de
Die TĂ€ter nutzen eine Vielzahl von Methoden â von falschen Bankmitarbeitern ĂŒber vorgetĂ€uschte Notlagen bis zu Anlagebetrug im Internet. Besonders perfide: Die Masche mit der Geldwechsel-Falle.
Betrug an der HaustĂŒr und auf der StraĂe
Am 21. Juni kam es im thĂŒringischen Ilm-Kreis zu zwei VorfĂ€llen. In Dienstedt hielt ein Mann in einem Mercedes mit osteuropĂ€ischem Kennzeichen eine 56-jĂ€hrige Frau an der BundesstraĂe 87 an. Er gab eine Notlage vor und bat darum, weiĂrussische Rubel gegen Euro zu tauschen. Ein Ă€hnlicher Fall ereignete sich am selben Tag in Frankenhain â diesmal war ein 33-JĂ€hriger das Ziel. In beiden FĂ€llen entstand kein Schaden, weil die Angesprochenen nicht auf die Forderung eingingen.
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Einen Tag spĂ€ter schlug ein BetrĂŒger in Baunatal-GroĂenritte zu. Er bot einem Senior Gartenarbeiten an, verschaffte sich so Zutritt zum Haus und stahl eine Goldkette. AnschlieĂend flĂŒchtete er mit einem weiĂen Transporter. In Herne gelang es einem Unbekannten unter einem Vorwand, in die Wohnung eines Ă€lteren Ehepaares einzudringen und Bargeld sowie Schmuck zu entwenden.
Falsche Polizisten und Bankmitarbeiter
Eine besonders dreiste Masche: Die TĂ€ter geben sich als Amtspersonen aus. In Bielefeld-Ummeln wurde ein Senior am 20. Juni Opfer einer koordinierten Aktion. ZunĂ€chst tĂ€uschte ein falscher Bankberater am Telefon vor, die Bank habe versehentlich Falschgeld ausgegeben. Kurz darauf erschien ein vermeintlicher Polizist an der Wohnung des Opfers â und erlangte Bargeld sowie eine EC-Karte.
Ăhnlich erging es einer 83-JĂ€hrigen in Mannheim am 22. Juni. Ein falscher Bankmitarbeiter verschaffte sich Zutritt zu ihrer Wohnung und entwendete die Bankkarte samt PIN. In Remscheid-Struck wurde eine 87-JĂ€hrige durch einen sogenannten Schockanruf betrogen. Ein falscher Enkel forderte Geld fĂŒr ein lebensnotwendiges Medikament. Die Seniorin ĂŒbergab Bargeld und Schmuck an einen Abholer.
MillionenschÀden durch organisierte Banden
Die finanziellen Auswirkungen sind immens. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen zwei 22-JĂ€hrige erhoben. Sie sollen als Teil einer Bande zwischen Oktober und Dezember 2025 sechs Opfer in Hessen, Baden-WĂŒrttemberg und Bayern betrogen haben. Allein in einem Fall entstand einer 81-jĂ€hrigen Frau ein Schaden von 176.000 Euro.
Doch nicht nur an der HaustĂŒr wird geklaut. Auch im Internet lauern die Fallen. In Altenburg erstattete ein 59-JĂ€hriger am 22. Juni Anzeige. Er hatte ĂŒber eine betrĂŒgerische Investmentplattform rund 250.000 Euro verloren. Seit Februar 2025 hatte der Mann fortlaufend Zahlungen geleistet, nachdem ihm hohe Gewinne in Aussicht gestellt worden waren.
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Behörden schlagen Alarm
Das LKA Baden-WĂŒrttemberg warnt zudem vor einer steigenden Zahl von RezeptfĂ€lschungen. Im Jahr 2025 wurden dort 540 FĂ€lle registriert. Die TĂ€ter versuchen, verschreibungspflichtige Medikamente fĂŒr den Schwarzmarkt zu erlangen.
Die Polizei Bielefeld rĂ€t zur Vorsicht auf Secondhand-Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen. Besonders bei der Weitergabe von Bankdaten oder dem Ăffnen von E-Mail-Links sei erhöhte Wachsamkeit geboten.
