BiCS10: SanDisk startet 332-Lagen-Speicher für KI-Rechenzentren
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 01:41 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die neue BiCS10-Technologie bringt einen massiven Dichtesprung für KI-Speicher und Enterprise-SSDs.
SanDisk und sein Fertigungspartner Kioxia haben am 12. Juli 2026 mit der Musterproduktion der zehnten Generation ihrer 3D-NAND-Technologie begonnen. Die als BiCS10 bezeichneten Chips stapeln 332 Lagen und markieren einen bedeutenden Fortschritt in der Speicherdichte. Entwickelt wurden sie für die wachsenden Anforderungen der Unternehmens-IT und der Künstlichen Intelligenz.
Technische Eckdaten der BiCS10-Architektur
Die neue Architektur setzt auf ein 1-Terabit-Triple-Level-Cell-Design (TLC) und erreicht eine Flächendichte von über 29 Gigabit pro Quadratmillimeter. Das entspricht einer Steigerung um 59 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration BiCS8. Damit übertrifft die neue Technologie sogar aktuelle 400-Lagen-Designs von Wettbewerbern, die auf rund 28 Gb/mm² kamen.
Auch die Schnittstellengeschwindigkeit wurde deutlich erhöht: 4,8 Gigabit pro Sekunde sind möglich – ein Plus von 33 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Stromverbrauch: Lesevorgänge benötigen 30 Prozent weniger Energie, Schreibvorgänge 18 Prozent. Gefertigt werden die Chips im Fab2-Werk im japanischen Kitakami.
Roadmap zu 512-Terabyte-SSDs
BiCS10 ist der Grundstein für SanDisks ehrgeizige Pläne bei Unternehmens-SSDs. Noch 2026 sollen 256-Terabyte-Laufwerke auf den Markt kommen, 2027 folgen dann Modelle mit 512 Terabyte. Branchenkenner schätzen den Preis für die 512-TB-Variante auf über 300.000 Euro – basierend auf aktuellen Preisen für Hochkapazitätsspeicher.
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Die technologischen Fortschritte gehen mit starken Geschäftszahlen einher. Goldman Sachs hob am 5. Juli 2026 das Kursziel für SanDisk von 1.200 auf 2.200 Dollar an. Grund: ein Umsatz von 5,95 Milliarden Dollar im dritten Quartal – ein Plus von 97 Prozent zum Vorquartal und 251 Prozent zum Vorjahr. Der Data-Center-Umsatz legte sogar um 645 Prozent zu. Für das vierte Quartal prognostiziert das Unternehmen Erlöse zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar. Analysten rechnen bis 2027 mit einer angespannten Versorgungslage bei NAND-Flash, was die Preise stützen dürfte.
Neue Consumer-SSDs und Partnerships
Neben den Enterprise-Produkten erweiterte SanDisk am 11. Juli 2026 auch sein Angebot für Privatanwender. Neue portable SSDs der Extreme-Serie erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 2.000 MB/s, die PRO-Version sogar 4.000 MB/s. Die Geräte sind nach IP65 gegen Staub und Wasser geschützt und bieten eine 256-Bit-AES-Verschlüsselung. Ebenfalls neu: das SanDisk Phone Drive für iPhones mit USB-C- und Lightning-Anschluss für Cloud-unabhängige Backups – in Kapazitäten von 64 bis 256 GB.
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Die gesamte Speicherbranche rüstet sich für KI-optimierte Hardware. Samsung startete am 11. Juli 2026 die Massenproduktion seiner PCIe-6.0-SSD PM1763 mit der 9. Generation V-NAND. Meta wiederum plant, ab September 2026 eigene MTIA-KI-Chips zu fertigen und setzt dabei auf SanDisk als Partner für die Speicherkomponenten.
Um die künftige Produktionskapazität zu sichern, haben SanDisk, Kioxia, Solidigm und Cisco gemeinsam 10,19 Prozent an Nanya übernommen. Der taiwanesische Hersteller will seine Investitionen bis 2027 auf 6,2 Milliarden Dollar vervierfachen – getrieben von steigender Nachfrage und höheren Preisen im Speichermarkt. Branchenprognosen zufolge könnte der Gesamtmarkt für KI-bezogenen Speicher bis 2030 auf 476 Milliarden Dollar anwachsen.
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