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Bildungsforscher überrascht über sehr guten Abiturdurchschnitt trotz Lock-Downs

Veröffentlicht am: 03.07.2020 um 16:11 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Abiturienten zeigen sich unbeeindruckt vom Lock-Down der Schulen und die Verschiebung der Abiturprüfungen.

Jugendliche Leser (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Jugendliche Leser (Archiv), Illustration mit AI erstellt.
Trotz des Lock-Downs der Schulen infolge der Corona-Pandemie haben die Abiturienten in mehreren Bundesländern überdurchschnittliche Abiturnoten erreicht, berichtet der „Spiegel“. In Berlin und Hamburg lag der Abiturschnitt unter dem der vergangenen Jahre. Während in Berlin ein Notenschnitt von 2,3 registriert wurde und damit 0,1 Punkte besser als im Vorjahr, konnten sich die Abiturienten in Hamburg um 0,6 Punkte im Schnitt auf jetzt 2,36 verbessern. Diese Verbesserungen geben den Bildungsforschern Rätsel auf. Nele McElvany, Bildungswissenschaftlerin an der TH Dortmund, bringt zur Erklärung die fehlenden Sozialkontakte ins Spiel. Die Abiturienten konnten zwar nicht den Unterricht in der Schule besuchen, aber sie waren umgekehrt auch von fast allen Freizeitaktivitäten abgeschnitten. Vielleicht hatte diese pandemiebedingte Isolation positive Effekte auf die aufgebrachte Lernzeit und die Konzentration der Schüler und Schülerinnen. Allerdings hält es McElvany für wahrscheinlicher, dass die Bewertungsmaßstäbe der Korrektoren an die schwierigen Umstände angepasst wurden. Dies bedeutet nicht, dass der Jahrgang einfach weniger streng bewertet wurde, sondern ich gehe eher von einem unbewussten Effekt aus.
Eine ähnliches Erklärungsmodell sieht auch Meike Bonfeld, Bildungsforscherin an der Universität Mannheim, als wahrscheinlich an. Es sind nicht die besseren Leistungen der Schüler, sondern die Erwartungshaltung der Korrektoren, die hier den Ausschlag geben. Durch die Corona-Notlage und den Unterrichtsausfall, waren die Lehrer auf schlechtere Leistungen vorbereitet. Wenn eine Arbeit nun keinen Leistungsabfall zeigte, wurde dies eventuell schon unbewusst als bessere Leistung gewertet. Eine Aussage zur bundesweiten Tendenz ist unterdessen noch nicht möglich, da in den traditionell leistungsstarken Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen noch nicht alle Ergebnisse vorliegen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix

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