Biologisches, Altern

Biologisches Altern: 51 Studien zeigen Effekte von ErnÀhrung und Bewegung

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 03:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
51 Studien zeigen verÀnderte Altersmarker durch Lebensstil und Medikamente, belegen aber keine Verlangsamung des Alterns beim Menschen.
Frische mediterrane Zutaten wie NĂŒsse und Oliven auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Wie Lebensstil und therapeutische Maßnahmen das biologische Altern beeinflussen, ist Gegenstand intensiver medizinischer Forschung. Ein niedrigeres biologisches Alter wird in der Wissenschaft mit einem geringeren Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Depression, AngstzustĂ€nde, kognitive BeeintrĂ€chtigungen sowie einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit in Verbindung gebracht.

Eine im Fachjournal Nature Medicine veröffentlichte Auswertung von 51 Interventionsstudien liefert nun einen systematischen Überblick darĂŒber, welche EinflĂŒsse messbare Spuren im menschlichen Erbgut hinterlassen.

Lebensstil und ErnÀhrung verbessern Biomarker

In der umfassenden Untersuchung analysierten Forscher Daten zu 16 epigenetischen Uhren sowie 94 zusĂ€tzlichen DNA-Methylierungs-Biomarkern, was einer Betrachtung von ĂŒber 110 Markern entspricht. Die Ergebnisse zeigen, dass gezielte LebensstilĂ€nderungen mit verbesserten Alterns-Biomarkern assoziiert sind.

Insbesondere drei ErnĂ€hrungsformen heben sich in den Daten positiv hervor: eine mediterrane, eine kohlenhydratarme sowie eine fettarme ErnĂ€hrung. Neben diesen ErnĂ€hrungsumstellungen erwies sich auch regelmĂ€ĂŸige körperliche Bewegung als wirksam, um die entsprechenden Marker fĂŒr das biologische Alter gĂŒnstig zu beeinflussen.

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AusgeprÀgte Effekte bei Arzneimitteln

WĂ€hrend ErnĂ€hrung und Bewegung messbare Verbesserungen zeigten, wurden die stĂ€rksten Effekte bei bestimmten pharmazeutischen Wirkstoffen beobachtet. Hierzu zĂ€hlen das bei Typ-2-Diabetes eingesetzte Medikament Metformin, das fĂŒr Diabetes und Gewichtsmanagement genutzte Semaglutid sowie Anti-TNF-Therapien.

Gleichzeitig mahnt das Forschungsteam jedoch zur Vorsicht: Eine Verbesserung der Biomarker belegt keineswegs, dass diese medikamentösen Behandlungen das menschliche Leben tatsĂ€chlich verlĂ€ngern. Gesunde Menschen sollten solche PrĂ€parate daher keinesfalls allein zu Zwecken der VerjĂŒngung oder des Anti-Agings einnehmen.

FĂŒr frei verkĂ€ufliche NahrungsergĂ€nzungsmittel fiel der Befund der Studienautoren zudem ernĂŒchternd aus. Die wissenschaftliche Evidenz fĂŒr deren Nutzen bei der Beeinflussung von Alterns-Biomarkern sei bislang begrenzt, inkonsistent und wenig ĂŒberzeugend.

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Keine Belege fĂŒr tatsĂ€chliche Verlangsamung des Alterns

Trotz der erkennbaren ZusammenhÀnge betonen Fachleute die Grenzen der aktuellen Aussagekraft. Studienleiter Ragav Seghal von der Yale University stellte klar, dass die beobachteten VerÀnderungen der Biomarker nicht belegen, dass die untersuchten Interventionen das Altern tatsÀchlich verlangsamen.

Nach derzeitigem Forschungsstand gebe es noch keine einzige Intervention, bei der nachweislich belegt sei, dass sie den biologischen Alterungsprozess beim Menschen stoppt oder verlangsamt. Die epigenetischen Marker bieten der Forschung zwar wichtige MessgrĂ¶ĂŸen, bilden jedoch nur einen Teil der komplexen biologischen Prozesse ab.

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