Biometrische ID-Karten: Schweiz rüstet bis Ende 2026 auf
31.05.2026 - 09:15:11 | boerse-global.deDie Schweiz rüstet ihre Identitätsdokumente technisch auf und plant die Einführung biometrischer ID-Karten bis Ende 2026. Der Schritt dient der Angleichung an internationale Standards, insbesondere an das revidierte Freizügigkeitsabkommen mit der Europäischen Union.
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Fingerabdruck-Chip ohne Fernzugriff
Das Bundesamt für Polizei (fedpol) bestätigt: Die neuen ID-Karten erhalten einen integrierten Chip, der die Fingerabdrücke des Inhabers speichert. Aus Sicherheitsgründen ist ein Fernauslesen technisch ausgeschlossen – die Daten lassen sich nur durch direkten Kontakt oder extrem geringe Distanz auslesen.
Ein wichtiges Detail für Datenschützer: Wer den Ausweis ausschließlich innerhalb der Schweiz nutzen möchte, kann weiterhin eine Version ohne biometrische Funktionen beantragen. Die Schweiz bietet also eine echte Wahlmöglichkeit – ein Modell, das in der EU so nicht existiert.
Europas Grenzen werden digital
Die Schweizer Initiative fällt mit einem grundlegenden Wandel der europäischen Grenzkontrollen zusammen. Seit April 2026 ist das EU-Einreise-/Ausreisesystem (EES) vollständig in Betrieb. Es erfasst Gesichtsbilder und Fingerabdrücke von Nicht-EU-Reisenden an den Außengrenzen.
Die Praxis zeigt jedoch: Der Start verlief alles andere als reibungslos. An großen Verkehrsknotenpunkten in Italien, Deutschland und Spanien berichten Flughäfen von Wartezeiten zwischen zwei und drei Stunden in Spitzenzeiten. In Einzelfällen mussten Reisende bis zu dreieinhalb Stunden einplanen. Die Luftfahrtbranche fordert daher flexiblere Kontrollen während der Hauptreisezeiten.
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ETIAS kommt später als erwartet
Das europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) lässt noch auf sich warten. Nach aktuellen Prognosen startet ETIAS frühestens im vierten Quartal 2026, die verpflichtende Einführung für visumfreie Reisende könnte sich bis Anfang 2027 verzögern. Für Schweizer Bürger bedeutet das: Der biometrische Ausweis kommt vor dem neuen Einreisesystem.
Globaler Trend zur Biometrie
Die Schweiz ist mit diesem Schritt nicht allein. Weltweit setzen Staaten auf standardisierte biometrische Dokumente. Ein aktuelles Beispiel: Der turkmenische Elektronikhersteller Aýdy? Gijeler produziert künftig in Eswatini 1,5 Millionen ID-Karten und 500.000 biometrische Pässe – mit Chips des österreichischen Unternehmens Austrian Cards, die den ICAO-Standards entsprechen.
Auch die USA treiben die Digitalisierung voran. Samsung hat Ende Mai 2026 die digitale Passverifikation in seine Mobile-Wallet integriert. Reisende können damit an über 250 Sicherheitskontrollen bei Inlandsflügen ihre digitalen Ausweise nutzen. Für internationale Reisen bleibt der physische Pass aber weiterhin Pflicht.
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