Biren Technology: 700 Millionen Euro für KI-Chip-Massenproduktion
Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 14:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Shanghai Biren Technology hat über eine Kapitalerhöhung rund 7 Milliarden Hongkong-Dollar (etwa 700 Millionen Euro) eingesammelt. Das Geld soll in die Massenproduktion eigener KI-Chips fließen – und den Kampf gegen den US-Marktführer Nvidia in China befeuern.
Kapitalspritze für den Ausbau
Der am 6. Juli 2026 abgeschlossene Deal umfasst die Ausgabe von 153 Millionen neuen H-Aktien. Der Preis lag mit 46,20 Hongkong-Dollar rund 9,9 Prozent unter dem Schlusskurs von 51,30 Dollar vom 3. Juli. Die Börse reagierte verhalten: Die Aktie fiel am Montag um 5,4 Prozent. Dennoch notiert das Papier seit dem Börsengang Anfang 2026 rund 150 Prozent höher.
Das Unternehmen hat klare Pläne für die Nettoeinnahmen von rund 7,04 Milliarden Hongkong-Dollar:
- 60 Prozent fließen in die Kommerzialisierung und Massenproduktion der nächsten GPGPU-Generation (General-Purpose GPUs)
- 20 Prozent sind für Forschung und Entwicklung vorgesehen
- 10 Prozent gehen in strategische Investitionen
- 10 Prozent dienen als allgemeines Betriebskapital
Rasanter Aufstieg seit Börsengang
Der Schritt ist der nächste Meilenstein in einer beeindruckenden Wachstumsgeschichte. Erst im Januar 2026 war das Unternehmen an die Hongkonger Börse gegangen – damals mit einem Emissionserlös von 5,375 Milliarden Hongkong-Dollar zu 19,60 Dollar pro Aktie. Bereits Ende Juni hatte Biren mehr als 70 Prozent dieser Mittel eingesetzt.
Biren Technology hat 700 Millionen Euro für die Massenproduktion eigener KI-Chips eingesammelt – und will Nvidia in China angreifen. Welche in Hongkong gelisteten Chip-Aktien jetzt besonders vielversprechend sind, zeigt dieser Report. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Die Zahlen untermauern den Höhenflug: 2025 erzielte Biren einen Umsatz von 1,035 Milliarden chinesischen Yuan – ein Plus von 207,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Bruttomarge lag bei beachtlichen 53,8 Prozent. Allerdings schreibt das Unternehmen noch rote Zahlen: Der bereinigte Nettoverlust belief sich auf 874 Millionen Yuan. Die Marktkapitalisierung wird Anfang Juli 2026 auf 121 bis 125 Milliarden Hongkong-Dollar geschätzt.
Der Kampf um Chinas KI-Markt
Biren profitiert von einer geopolitischen Großwetterlage, die heimischen Herstellern in die Karten spielt. US-Exportkontrollen schränken den Verkauf von Nvidias Spitzenhardware nach China massiv ein – und öffnen damit eine Marktlücke für einheimische Anbieter. Analysten von Morgan Stanley prognostizieren, dass der gesamte chinesische KI-Chipmarkt von 21 Milliarden Dollar auf 67 Milliarden Dollar bis 2030 wachsen könnte.
Die Analysten von Macquarie haben Biren jüngst als Favoriten unter den in Hongkong gelisteten Chip-Herstellern genannt und ein Kursziel von 140 Hongkong-Dollar gesetzt.
Harte Konkurrenz aus dem eigenen Land
US-Exportkontrollen treiben Chinas KI-Chip-Markt auf 67 Milliarden Dollar bis 2030. Doch nicht alle heimischen Hersteller werden gewinnen. Dieser Report liefert eine Risikocheckliste und 3 Kriterien, um den nächsten Champion zu identifizieren. Risikocheckliste jetzt sichern
Doch der Weg an die Spitze ist steinig. Biren sieht sich einer wachsenden Konkurrenz durch andere chinesische Player wie Moore Threads, MetaX und Cambricon gegenüber. Vor allem Huawei bleibt der dominierende Akteur: Dessen Ascend-Serie soll bis Ende 2026 rund 50 Prozent des heimischen KI-Chipmarktes erobern.
Die Regierung in Peking treibt die Entwicklung zusätzlich voran. Seit Mai 2026 sind neun verschiedene KI-Chip-Produkte für die offizielle öffentliche Beschaffung zertifiziert. Ein klares Signal: China will seine Recheninfrastruktur – von staatlichen Einrichtungen bis zu KI-Rechenzentren – auf heimische Technologie stützen. Biren will mittendrin sein.
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